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Tennis: TC Blau-Weiss Neuss hofft im Heimdebüt auf Neusser Tennisfans

Bundesliga : Blau-Weiss hofft auf Neusser Tennisfans

Nach dem überraschenden 4:2-Erfolg am Sonntag beim prominent besetzten TC Großhesselohe gibt Bundesligist TC BW Neuss am Freitag ab 13 Uhr mit dem Spiel gegen den Gladbacher HTC sein Heimdebüt in dieser Saison. Am Sonntag geht es zum HTC BW Krefeld.

Am Mittwoch hing Marius Zay wieder einmal den ganzen Tag an seinem Smartphone. Alltag für den Teammanager des deutschen Rekordmeisters TC BW Neuss, gilt es doch Kontakt zu halten mit seinen über den gesamten Kontinent verstreuten Schützlingen. Doch diesmal ging dem 38-Jährigen der mitunter stressige Job fast schon federleicht von der Hand. Das heißt natürlich nicht, dass er sein Team für die beiden knüppelharten Spiele am Wochenende schon zusammen hat. „Alle haben Bock, aber was zum Kader zu sagen, ist schwer“, sagt er mit Blick auf die Turnierverpflichtungen der für Neuss tätigen Profis.

Das Prinzip Hoffnung Da ist zum Beispiel Botic van de Zandschulp: Der Niederländer, am Coup in München mit Siegen im Einzel und Doppel maßgeblich beteiligt, schlägt gerade beim ATP-Challenger-Turnier in Amersfoort (NL) auf. Ihn hätte Zay immer gerne dabei, weiß er doch um seine Qualität, aber auch um seinen positiven Einfluss auf die Atmosphäre im Team. Schriftlich fixierte Absprachen mit dem 25-Jährigen sind darum eigentlich gar nicht nötig. Zay: „Sobald er irgendwo ausscheidet, ist er für uns am Start.“

Lohnende Optionen Javier Barranco Cosano oder Luca Vanni – am liebsten alle beide – hätte der Teammanager auch am Wochenende in seiner Mannschaft, haben sie doch das Zeug, auf Anhieb zu Publikumslieblingen zu werden. „Javier spielt mit Herz, unglaublich, wie viel Leidenschaft er aufs Feld bringt.“ Der Spanier hatte gegen Großhesselohe Matthias Bachinger in zwei Sätzen niedergerungen. Vanni war noch erfolgreicher, bezwang im Einzel den ehemaligen Davis-Cup-Spieler Florian Mayer und holte im Doppel an der Seite von Botic van de Zandschulp den entscheidenden Punkt. „Er hat sensationell gespielt, und das übers ganze Match“, lobt Zay den kampfstarken Italiener. Wie Barranco Cosano sei er darum auf jeden Fall eine Option für die Spiele gegen Gladbach und in Krefeld.

Müssen passen Der nur beim 1:5 am Freitag in Mannheim eingesetzte Julian Cagnina (Niederlagen im Einzel und Doppel) wird definitiv fehlen. Der Belgier hat sich beim ATP-Challenger-Turnier im italienischen Todi verletzt abgemeldet und ist deshalb für die Bundesliga gesperrt. Ebenfalls raus ist der Neusser Topmann Nikola Milojevic. Der Serbe ist beim ATP-Turnier im kroatischen Umag im Einsatz. Auch wenn die Bilanz des Auftaktwochenendes für ihn mit 1:3 negativ ausfällt, enttäuschte der 26-Jährige beileibe nicht. Dass er beim 6:7, 6:2 und 5:10 gegen Jan-Lennard Struff (TC Großhesselohe) – 2019 im Achtelfinale der French Open an Novak Djokovic gescheitert –, sogar am Sieg kratzte, zeigt für Zay, „wie viel Spirit in ihm und der Mannschaft steckt.“

Gold wert Wie wichtig die nie und nimmer eingeplanten Punkte beim Titelkandidaten TC Großhesselohe (Zay: „Das ist eine absolute Sensation.“) tatsächlich sind, dürfte sich erst im weiteren Saisonverlauf zeigen. BW-Vorsitzender Abraam Savvidis führt indes einordnend aus: „Klar, wir sind immer optimistisch. Aber wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir schon zu diesem Zeitpunkt der Saison Punkte auf dem Konto haben. Jetzt sind wir noch einen kleinen Tick überzeugter davon, dass wir es schaffen können, dass wir drinbleiben.“

Das zweite Spielwochenende Mit den Partien gegen Gladbach und Krefeld setzt der TC BW Neuss sein extrem schweres Auftaktprogramm fort. Zay: „Wir spielen hintereinander gegen die besten Teams der Liga – danach kannst du theoretisch auch mit fünf Niederlagen dastehen.“ Zu den Konkurrenten, die „auf dem Papier besser sind als wir“, zählt er selbstverständlich auch die beiden Lokalrivalen. „Vom Budget her sind die so stark aufgestellt, dass sie Woche für Woche ihre besten Spieler aufbieten können. Die Favoritenrolle liegt also nicht bei uns.“ So kann der mit 5:1-Siegen über den TuS Sennelager und Krefeld in die Saison gestartete Gladbacher HTC etwa den Spanier Albert Ramos-Vinolas beschäftigen, aktuell die Nummer 41 der Weltrangliste. Der 33-Jährige stand 2017 sogar mal auf Rang 17. Die Krefelder rangen dem mehrfachen Deutschen Meister Kurhaus Lambertz Aachen ein 3:3 ab und setzten dabei im Spitzeneinzel ihre Nummer drei Marco Cecchinato ein. Der Italiener ist 82. der Weltrangliste (2019: Platz 16). Zum Vergleich: Der in Neuss an Position eins geführte Franzose Benjamin Bonzi belegt Platz 108.

Tief Bernd macht keine Angst Weil der Spuk mit Dauerregen und Gewitter spätestens am Freitag vorbei sein soll, geht Zay fest davon aus, dass die Partie gegen Gladbach ohne Probleme über die Bühne gehen sollte. „Die Plätze sind relativ gut. Wir kriegen das hin!“ Zudem setzt er nach dem Sieg in München auf das Neusser Tennispublikum: „Ich hoffe, die Leute sagen: ‘Die Jungs haben gewonnen, krass, lass’ mal gucken!’“