Tennis : Turnierergebnisse lassen blau-weisse Hoffnungen sprießen

Nach ihrem Ausscheiden in Scheveningen stehen Attila Balasz und Botic Van De Zandschulp den Neussern im Lokalduell am Sonntag zur Verfügung

Des einen Freud’ ist bekanntlich des anderen Leid. Und während Detlev Irmler wie gewohnt vor einem Spiel seines Rochusclub-Bundesligateams Trübsal bläst, dürfte sich die Laune von Marius Zay beim Blick auf die aktuellen Turnierergebnisse seiner Spieler ein wenig gebessert haben. Denn wenn nichts mehr dazwischen kommt, kann der Teamchef des TC Blau-Weiss Neuss im Bundesliga-Lokalduell am Sonntag ab 11 Uhr an der heimischen Jahnstraße gegen Düsseldorf seine aktuelle „Wunschformation“ auf die Asche schicken.

Denn Attila Balasz verabschiedete sich gestern beim Challenger-Turnier in Scheveningen nach dem Viertelfinale Richtung Neuss. Der bislang von Blau-Weiss noch nicht eingesetzte Ungar, im niederländischen Seebad an Position sieben gesetzt, verlor gegen den an eins gesetzten Yannick Maden mit 2:6, 7:6, 3:6, nachdem er eine Runde zuvor den Spanier Nicola Kuhn glatt in zwei Sätzen (6:3, 6:4) bezwungen hatte. In der gleichen Runde schieden auch Botic van de Zandschulp – der Neusser Publikumsliebling des vergangenen Jahres unterlag dem für RW Köln in der Bundesliga spielenden Oscar Otte mit 6:7, 4:6 – und Uladzimir Ignatik (4:6, 6:7 gegen Timo de Bakker) aus.

Damit sollten die Blau-Weissen am Sonntag in der Formation Attila Balasz (ATP-Weltrangliste 160), Uladzimir Ignatik (ATP 213), Botic Van De Zandschulp (ATP 308) und Adrian Ungur (ATP 572) antreten. In der Hinterhand, vor allem für die Doppel, steht der Däne Frederik Nielsen bereit.„Damit sind wir zwar immer noch Außenseiter, aber nicht mehr ganz so ein krasser“, sagt Marius Zay. Wobei sich wie immer gegen den Rochusclub die spannende Frage stellt, wen die Gäste dagegen setzen. Denn Detlev Irmler, der dienstälteste aller Bundesliga-Teamchefs, lässt sich noch weniger in die Karten schauen als die meisten seiner Kollege, ist stets ein Meister des Understatements. Evgeny Donskoy (ATP 83), der hinter den wohl nur zu Werbezwecken gemeldeten Zverev-Brüdern die eigentliche Nummer eins der Düsseldorfer darstellt, soll laut Irmler nur für die ersten Matches der Saison verpflichtet worden sein, von denen der Russe zwei gewann. „Ihm hat es so gut bei uns gefallen, dass er sofort wiederkommen will, sofern es sich ergibt“, sagt Irmler – und lässt offen, ob das vielleicht schon gegen Neuss der Fall ist.

Spielt er nicht, wäre Pablo Andujar (ATP 129) der nächste Spitzenspieler, doch der Spanier ist laut Irmler „wieder am Ellenbogen verletzt und fällt zwei Monate aus.“ Auf jeden Fall auflaufen sollen der Portugiese Pedro Sousa (ATP 136), Mats Moraing (ATP 149) und wohl auch der Tscheche Filip Horansky (ATP 255). Zur Verfügung steht auch der niederländische Doppelspezialist Sander Arends (Doppel-Weltrangliste 55), ob sein Landsmann Matwe Middelkoop (Doppel-Weltrangliste 33) an alter Wirkungsstätte auflaufen kann, wird davon abhängen, ob er rechtzeitig vom ATP-Turnier aus dem kroatischen Umag in Neuss eintrifft, wo er mit seinem Landsmann Robin Haase im Doppel aktiv ist.

„Neuss wird das beste Team gegen uns aufbieten, da bin ich mir sicher“, sagt Irmler. Schließlich würde ein Sieg im immer prestigeträchtigen Lokalduell den blau-weissen Hoffnungen auf den Klassenerhalt neue Nahrung verschaffen.