Tennis : Blau-Weiss schöpft nach erstem Sieg Hoffnung

Ausgerechnet bei Ex-Meister Kurhaus Aachen gelingt BW Neuss der erste Sieg nach dem Wiederaufstieg in die Tennis-Bundesliga.

Punkt 17.01 Uhr am Freitagnachmittag reckte Marius Zay die Faust in den wolkenlosen Himmel über dem Aachener Kurpark: Gerade hatte Attila Balasz mit einem Zweisatz-Sieg über Martin Cuevas (6:4, 6:4) den TC Blau-Weiss Neuss im Gastspiel beim kriselnden Ex-Meister Kurhaus Lambertz Aachen mit 4:0 in Führung gebracht.

Ein uneinholbarer Vorsprung für den bisherigen Tabellenletzten, der damit seinen ersten Sieg seit dem Wiederaufstieg in die Tennis-Bundesliga feierte und den Serienmeister der Jahre 2008 bis 2013 in höchste Abstiegsnot stürzte. Die Aachener sind weiterhin sieglos, haben erst zwei Unentschieden (gegen Krefeld und in Reutlingen) auf ihrem Konto und ein ausgesprochen schweres Restprogramm (gegen Mannheim, in Köln, in Gladbach und gegen Halle) vor der Brust. Und weil die Blau-Weissen jetzt auch am gestern in Mannheim chancenlosen TV Reutlingen vorbeigezogen sind, stellte Marius Zay zwischen Einzeln und Doppeln nüchtern fest: „Jetzt haben wir uns zumindest eine Chance offen gehalten.“

Bis dahin hatten seine Spieler ein hartes Stück Arbeit zu verrichten: „Ich habe keine Fingernägel mehr, die sind alle abgekaut,“ gab der Neusser Teamchef angesichts der engen Matches zu. Auch wenn nur eines davon in den Entscheidungssatz ging. Für Uladzimir Ignatik war es die vierte Partie in Folge, in der der Weißrusse in den Champions-Tiebreak musste, doch im Gegensatz zu den voraufgegangenen Spielen behielt der 29-Jährige diesmal das bessere Ende für sich: Gegen den Spanier Guillermo Olaso setzte er sich 4:6, 6:4, 10:3 durch und feierte damit seinen ersten Sieg in der Bundesliga.

Zum Schlüsselspiel aus Sicht von Marius Zay solllte allerdings das Duell zwischen Botic Van De Zandschulp und Philipp Petzschner werden: „Das war kein Selbstläufer, da hätte das Ganze auch zu unseren Ungunsten kippen können,“ sagte Zay. Doch Van De Zandschulp „hat sich in einen Wahn gespielt,“ analysierte der Teamchef. Dafür ist der Niederländer, im vergangenen Jahr beim Durchmarsch durch die Zweite Liga Publikumsliebling an der Jahnstraße, hinreichend bekannt. Nicht immer geht das gut – gestern ging es, weil er stets die richtige Antwort auf die taktischen Varianten des ehemaligen Wimbledon-Siegers im Doppel fand und sich schließlich mit 7:5, 6:3 durchsetzte.

Spannend machte es auch Zdenek Kolar. Der Tscheche schien Nils Langer zunächst eindeutig zu beherrschen (6:2 im ersten Satz). Und auch im zweiten Satz führte er nach einem Break schnell mit 3:1. Doch dann flatterten die Nerven, Langer glich aus, Kolar rettete sich in den Tiebreak, den er schließlich mit 7:4 gewann. Auf dem Center-Court ließ derweil Attila Balasz bei seinem 6:4, 6:4 gegen Martin Cuevas nichts anbrennen und sorgte für den vierten und siegbringenden Punkt. In den Doppeln wurde der Ungar wegen leichter Probleme mit der Hüfte geschont, denn Blau-Weiss braucht seine Siege noch. Dafür durfte dann „Spielertrainer“ Clinton Thomson an der Seite von Botic Van De Zandschulp noch einmal Bundesliga-Luft auf dem Platz schnuppern.

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