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Teams der 2. Basketball-Bundesliga wollen Spielbetrieb fortsetzen

Basketball : Rolle rückwärts der Liga gibt Rätsel auf

Die meisten Trainer in der Zweiten Basketball-Bundesliga plädieren auf einer Video-Konferenz für eine unverzügliche Fortsetzung des Spielbetriebes.

Am Samstag (Anpfiff 17.30 Uhr) treffen die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss in heimischer Elmar-Frings-Sporthalle auf den Lokalrivalen und Tabellenführer Capitol Bascats Düsseldorf. So steht es im auf der Internetseite des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) veröffentlichten Spielplan. Eine Ansetzung, die auch die Spielleitung der 2. Damen-Basketball-Bundesligen (DBBL) bestätigt hat. Mehr gibt es dazu von offizieller Seite nicht, der bei der DBBL erst im August als weiterer Geschäftsführer eingestiegene Philipp Reuner hat für Donnerstag ein Statement angekündigt.

Die Zurückhaltung ist freilich verständlich, denn noch vor einer Woche hatte Reuner in einer Pressemitteilung verkündet, den Spielbetrieb bis zu einer Neubewertung der vor allem von der Corona-Pandemie bestimmten Rahmenbedingungen spätestens am 15. Februar zu unterbrechen. Eine Entscheidung, die bei den meisten Vereinen auf größtes Missfallen gestoßen war. Prompt verabredeten sich die Trainer erstmalig zu einer Videokonferenz, an der am vergangenen Samstag 16 der 24 in den Gruppen Nord und Süd spielenden Zweitligisten teilnahmen (ein weiterer Coach ließ sich vertreten). Ihr Votum war eindeutig: die unverzügliche Wiederherstellung des Spielbetriebes. Dazu seien, so der Neusser Coach John F. Bruhnke, aktuell 14 Teams in der Lage: „Alba Berlin und  die ChemCats Chemnitz müssen aufgrund behördlicher Verordnungen passen, der ASC Göttingen wegen eines Corona-Falls.“ Überaus zufrieden mit dem digitalen Meinungsaustausch war Bruhnke noch aus einem anderen Grund: „Auf diese Weise ließ sich vieles, was in der Gerüchteküche kochte, klären.“   

Dieser ziemlich eindeutige Arbeitsauftrag bestimmte auch das folgende Zoom-Meeting der Vereinsverantwortlichen mit der Geschäftsführung der DBBL am Samstagnachmittag. Darum traf den Coach der Tigers die Rolle rückwärts der Liga-Spitze keineswegs unvorbereitet. „Es hatte sich angedeutet, dass was passiert.“ Wie es nach dem Wochenende weitergeht, ist allerdings noch unklar. Zur Diskussion stehen zwei Pläne: Zum einen könnten es die Teams bei einer einfachen Runde (ohne Rückspiele) belassen. Eine faire Lösung, mit der alle leben könnten. Zum anderen besteht natürlich auch weiterhin die Möglichkeit, den ursprünglichen Spielplan bis zum 3. April abzuarbeiten. Gelänge das, wären sogar noch Play-offs drin, denn „alle sind grundsätzlich bereit, die Saison bis Ende April zu verlängern“, weiß Bruhnke.

Ein weiterer Diskussionspunkt war natürlich die Auf- und Abstiegsfrage: Stand heute müssten aus den Gruppen Nord und Süd je zwei Mannschaften runter in die Regionalliga. Den Abstieg wie schon in der wegen Corona abgebrochenen Saison 2019/2020 auszusetzen, ist momentan kein Thema, soll den nachrückenden Meistern der Regionalligen doch nicht die Chance auf die 2. Bundesliga genommen werden. Im Gegensatz zum Vorjahr soll es nach den Play-offs der jeweils vier besten Teams beider Gruppen auch wieder zwei Aufsteiger ins Bundesliga-Oberhaus geben.

Szenarien, die Bruhnke für den Moment eher weniger beschäftigen. Ihn interessiert vielmehr das bevorstehende Derby gegen den international besetzten Aufsteiger aus Düsseldorf. Die Vorbereitung fällt leicht, stand diese Partie doch auch schon am 9. Dezember auf dem Programm, wurde dann aber wegen Corona abgesagt.

Inzwischen haben die Tigers ihre Vorsichtsmaßnahmen sogar noch erhöht. Bruhnke: „Die Spielerinnen, die unter der Woche beruflich bedingt öffentlich unterwegs sind, können nun vor jedem Training getestet werden. Das gilt genauso für die Trainer, wenn sie nicht im Home-Office arbeiten.“ Das Angebot, so der Coach weiter, werde sehr gut angenommen. „Mehr kann der Verein nicht machen.“ Für die ganz persönliche Entscheidung von Ronja und Lisa Spießbach, in der angespannten Pandemie-Lage lieber auszusetzen, habe er jedoch größtes Verständnis. Dafür sind aus der in der U18-Bundesliga weiter beschäftigungslosen WNBL-Truppe Céline Glock, Luisa Lukas und Larissa Kuhlmann an Bord.