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Reitsport: Team Neuss setzt dickes Ausrufezeichen

Reitsport : Team Neuss setzt dickes Ausrufezeichen

Voltigiermannschaft um Trainerin Jessica Schmitz steigt in Belgien mit einem überragenden Sieg in die WM-Saison ein.

Die Voltigiermannschaft des RSV Neuss-Grimlinghausen ist mit einem fulminanten Sieg in die Saison 2014 eingestiegen. Im belgischen Moorsele setzte sich das Team um Trainerin und Longenführerin Jessica Schmitz auf Arkansas gegen die starke Konkurrenz aus Frankreich durch und begeisterte mit der erstmals dargebotenen neuen Kür Bundestrainerin, Publikum, Richter und seit gestern auch die Internetgemeinde.

Mehr als 30 000 Facebook-Nutzer hatten sich das Youtube-Video innerhalb von nur 14 Stunden angesehen, das die neue und mit Spannung erwartete Choreographie der Neusser Pferdeakrobaten zeigt. Die Kommentare aus aller Welt überschlagen sich. Superlative werden bedient. Von "Wahnsinn", "Hammer" und "Sprachlosigkeit" ist die Rede. Ein User betitelt das neue Meisterwerk als "groundbreaking-socks-off-Gänsehaut-fantastisch".

Die vierminütige Darbietung zur Musik der britischen New-Prog-Rockband "Muse", die die vorwiegend in weiß gekleideten Neusser gemeinsam mit dem französischen Ausnahme-Voltigierer Jacques Ferrari kreiert hatten, verfehlte seine Wirkung nicht. Auch die Bundestrainerin Ulla Ramge, die das Spektakel der besten deutschen Mannschaft der vergangenen Jahre live vor Ort begutachtete, war begeistert: "Gestalterisch lässt das Programm keine Wünsche offen. Das ist eine Kombination aus schwierigen Elementen, hervorragenden Wechseln und Aufbauten und insgesamt eine tolle und sehr futuristisch gehaltene Choreographie", fasste die Warendorferin ihre Eindrücke zusammen. "Am Ende ging ein Raunen durch die Halle. Das hat alle von den Sitzen gerissen", berichtete die Nationaltrainerin, nach deren Einschätzung sich die Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison sowohl in Pflicht als auch in der Kür noch einmal steigern konnte.

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Vielversprechend auch, weil mit den Weltreiterspielen Anfang September der globale Vierjahres-Reitsporthöhepunkt schlechthin ansteht. In Aachen hatten sich die Neusser 2006 den Titel geholt, 2010 waren die Bayern aus Ingelsberg nominiert worden. 2014 deutet nun bislang alles darauf hin, dass sich erneut die Rheinländer das begehrte Ticket sichern können. "Neuss ist vor allem körperlich und athletisch topfit. Das war sehr überzeugend", analysierte Ramge. Zu weiteren Prognosen ließ sich die 51-Jährige nicht verleiten, denn der direkte Vergleich mit den anderen Top-Teams im sachsen-anhaltinischen Krumke und beim CHIO in Aachen steht noch aus. Nominiert wird zudem erst auf den Deutschen Meisterschaften in Elmshorn Ende Juli. Bereits jetzt sehr erfreulich: Beim Saisonauftakt in Belgien konnte die Schmitz-Mannschaft Hauptkonkurrent Frankreich auf Rang zwei verweisen. 8,28 Punkte verbuchten die Rheinländer nach drei Umläufen, die Mannschaft "Ecuries de la Cigogne" - die die Tricolore in diesem Jahr in der Normandie Anfang September vertreten wird - kam auf 8,259 Zähler. Nur 0,021 Punkte Abstand ist ein äußerst knappes Ergebnis. Allerdings lief bei den Franzosen - die in diesem Jahr für die WM im eigenen Land alle Kräfte mobilisieren - beinahe schon alles rund, während die Neusser im ersten Kürumlauf einen größeren Patzer verbuchten.

Angetreten war die Equipe vom Nixhof wieder auf ihrem vierbeinigen Routinier Arkansas, dem NGZ-Sportler des Jahres 2012. Nachdem die Mannschaft im März beim ersten internationalen Wettkampf in Katar auf Neuling Delia voltigierte, präsentierten sich die Schmitz-Schützlinge - die in dieser Saison mit zwei nahezu gleichwertigen Pferden planen - nun wieder auf dem 16 Jahre alten Wallach.

(NGZ)