Reitsport : Team Neuss macht Triple perfekt

Die U18-Voltigierer vom Nixhof siegten bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Verden zum dritten Mal in Folge. Die Mannschaft um Longenführerin Simone Lang-Wiegele war der Konkurrenz um Lichtjahre voraus.

Die U18-Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen sind bundesweit erneut das Maß aller Dinge. Der amtierende Europameister vom Nixhof setzte sich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im niedersächsischen Verden mit 8,145 Punkten und überragendem Abstand vor die Konkurrenz aus 15 Landesverbänden. Die Rheinländer machten damit das Tripel perfekt. Bereits 2010 und 2011 waren die Neusser siegreich. 2010 stand Jessica Schmitz in Aachen an der Longe von Remake. 2011 war es Katharina Steinberg, die den 14-jährigen Oldenburger über den Zirkel in Krumke dirigierte.

Auch in diesem Jahr trug der dunkelbraune Wallach seine Schützlinge zum Triumph. Allerdings stand Simone Lang-Wiegele, die das Amt des Longenführers nach ihrem Karriereende 2011 übernommen hatte, in der Mitte der Verdener Arena. Bereits mit der Pflicht, die zu 40 Prozent in das Endergebnis einfließt, verschaffte sich das sechsköpfige Gespann aus Neuss einen komfortablen Vorsprung von vier Zehntel Punkten auf die Konkurrenz. An diese Dominanz knüpften die Wiegele/Hill-Schützlinge in den folgenden beiden Kürumläufen (jeweils 30 Prozent der Endnote) nahtlos an. 8,736 Punkte am Samstag bedeuteten vier Zehntel mehr, als sich die ärgsten Verfolger aus Krumke/Sachsen-Anhalt auf ihrem 21-jährigen Routinier Genion erturnen konnten. Zum Finale am gestrigen Nachmittag setzten die Neusser dann noch ein paar Prozentpunkte in der Ausführung drauf. 8,946 Zähler waren sieben Zehntel Vorsprung – und damit quasi eine um Lichtjahre bessere Leistung als der Rest des Feldes darbot. Simone Lang-Wiegele: "Das war eine fantastische Vorstellung."

Bundestrainerin Ulla Ramge betrachtete die Ergebnislisten mit gemischten Gefühlen. Zwar hatten sich ihre Championats-Vertreter zu ihrer Freude überragend durchgesetzt und auf ganzer Linie überzeugt. Sie hatte also zweifelsohne die richtige Truppe nach Pezinok auf EM-Mission geschickt (die Nominierungs-Entscheidungen waren in der Vergangenheit nicht immer kritiklos getroffen worden). Auf der anderen Seite machte die Warendorferin eine "viel zu geringe Leistungsdichte" auf Spitzenniveau aus. "Da müssen die anderen Vereine viel von Neuss lernen", konstatierte die 49-Jährige.

(NGZ)