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TC BW Neuss vor dem Saisonstart beim Rochusclub Düsseldorf

Tennis-Bundesliga : TC BW Neuss bereit für den Rochusclub

In der letzten Woche vor dem Start in die Tennis-Bundesliga war beim Neusser Teammanager Marius Zay noch viel zu tun, um ein schlagkräftiges Team zu formen. Jetzt ist die Freude auf das Derby am Sonntag gegen Düsseldorf groß.

Als Renzo Olivo und Franco Agamenone noch Kinder waren, da trainierten sie häufig zusammen in der argentinischen Heimat. Doch seit sie im Profizirkus um die Welt hetzen, sind sie schon froh, wenn sie sich mal bei einem Turnier über den Weg laufen. Am Freitagnachmittag war es dann aber mal wieder so weit, im Vorfeld des ersten Spieltags in der Tennis-Bundesliga trafen sich die beiden zu einer Trainingseinheit auf der Anlage des TC BW Neuss an der Jahnstraße. Die mit einem italienischen Pass ausgestatten Profis sind nämlich für die Auftaktpartie der Neusser am Sonntag (11 Uhr) beim Rochusclub Düsseldorf eingeplant.

„Die Woche vor dem Saisonstart war noch mal richtig hart und hat gezeigt, wie schwer es ist, eine Mannschaft für einen Spieltag zusammenzustellen. Da sind wir abhängig von den Spielern, denn bei den meisten haben die Turniere nun mal Priorität“, sagt Marius Zay. Was dem BW-Teammanager das Leben richtig schwergemacht hat, war der Grand Slam in Wimbledon. Eigentlich wollten die Blau-Weissen zum Saisonauftakt gegen den Dauerrivalen aus der Landeshauptstadt die bestmögliche Mannschaft stellen und dazu auch mindestens einen ihrer drei Top-100-Spieler aufbieten. Doch daraus wird wohl eher nichts. Die Nummer eins des Kaders, der so BW-treue Niederländer Botic van de Zandschulp, spielt am Samstag in London in der dritten Runde als klarer Favorit gegen den Franzosen Richard Gasquet. „Ich gehe davon aus, dass Botic gewinnt. Wenn er wider Erwarten verliert, kann er sich vorstellen, am Abend in den Flieger zu steigen, um uns am Sonntag zu helfen“, erklärt Zay. Der Franzose Benjamin Bonzi, Nummer zwei in Neuss, ist zwar schon am Donnerstag in der zweiten Runde raus, will aber zunächst ein paar Tage Urlaub einschieben. Wäre da noch die Nummer drei, der chilenische Neuzugang Alejandro Tabilo, der sich mittlerweile bis auf Platz 78 der Weltrangliste vorgearbeitet hat. Er war am Freitag im Wimbledon noch im Doppel beschäftigt, könnte sich aber auch vorstellen, noch kurzfristig anzureisen.

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Nur gut, dass der Neusser Kader groß und breit genug aufgestellt ist. So sind neben Olivo und Agamenone zwei weitere Akteure fest gebucht, die dem BW-Team für den Saisonauftakt eine beachtliche Qualität verschaffen. Das ist zum einem der nach Neuss zurückgekehrte und an Nummer vier geführte Zdenek Kolar, zum anderen steht auch der neu verpflichtete Franzose Geoffrey Blancaneaux zur Verfügung, der als Weltranglisten-165. die Nummer neun im BW-Kader ist. Marius Zay geht davon aus, dass seine Mannschaft am ersten Spieltag auf schlagkräftige Düsseldorfer trifft, denn deren starke spanische Sandplatzspezialisten mussten in Wimbledon schon früh die Segel streichen. Roberto Carballes Baena (ATP 78) soll schon auf der anderen Rheinseite gesichtet worden sein, Jaume Munar (ATP 71) und Pablo Andujar (ATP 100) sind weitere Optionen. „Die Favoritenrolle haben wir in dieser Konstellation sicher nicht, aber es ist dennoch alles möglich“, sagt Zay, der sich gerne für das 2:4 aus der vergangenen Saison revanchieren würde. „Wir fahren da hin und haben richtig Bock auf das Spiel. Wir wollen mutig sein und wollen etwas reißen.“

Eine Einstellung, mit der die Neusser, gepaart mit einem exzellenten Teamgeist, in der vergangenen Saison zur Überraschung wurden und am Ende Rang vier belegten. Ob es wieder reicht, um sich hinter den Topteams aus Mannheim, Mönchengladbach und Großhesselohe einzureihen, hängt für Marius Zay von einem entscheidenden Faktor ab: „Alle Teams haben gute Kader. Um oben mitzuspielen, braucht man hinter den Topleuten gute Spieler, die häufig zur Verfügung stehen.“