Tennis-Bundesliga : BW Neuss holt wichtigen Sieg in Köln

Durch den 4:2-Erfolg beim Kölner THC haben die Quirinusstädter einen riesigen Schritt in Richtung Klassenverbleib in der Tennis-Bundesliga gemacht. Damit BW noch auf einen der beiden letzten Plätze abrutscht, müsste viel passieren.

Klar, dass Marius Zay als Teammanager des Tennis-Bundesligisten TC BW Neuss um die Bedeutung des Auswärtsspiels am Sonntag beim Kölner THC wusste. Mit einem Punkt wäre er schon super zufrieden gewesen, das hatte er im Vorfeld betont. Als dann am späten Sonntagnachmittag feststand, dass es dank eines hart umkämpften 4:2-Erfolges in der Domstadt sogar zwei Punkte geworden sind, war Zay die große Erleichterung anzumerken. Schließlich ist den Blau-Weißen damit der Klassenverbleib so gut wie sicher, da müssten an den beiden letzten Spieltagen nächsten Freitag und Sonntag schon viele schwer vorstellbare Dinge passieren, damit Neuss noch auf einen Abstiegsplatz abrutscht.

„Die bisherige Saison hat aber gezeigt, dass wir uns nicht zu sicher fühlen dürfen. Wir müssen gut stehen und noch mindestens einen Punkt holen, um ganz sicher zu sein“, meinte Zay nach der Partie am Sonntag. Sollte das am Freitag im Auswärtsspiel beim Schlusslicht TuS Sennelager gelingen, könnten die Neusser am Sonntag zum Saisonabschluss beim Heimspiel gegen Rosenheim mit ihren Fans entspannt feiern. Die hätten mit Sicherheit nichts dagegen, schließlich hatten sie nach der Rückkehr des deutschen Rekordmeisters ins Oberhaus im Jahr 2019 wegen der Corona-Pandemie lange auf Weltklasse-Tennis an der Jahnstraße verzichten müssen.

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Bis der Sieg in Köln unter Dach und Fach war, gab es aber einige knifflige Aufgaben zu lösen für die Blau-Weißen. Auch neben dem Platz, denn für Marius Zay und seinen gleichberechtigten Mitstreiter Clinton Thomson war es bis kurz vor dem Match nicht klar, ob sie ihren besten Spieler würden aufbieten können. Denn nachdem der Niederländer Botic van de Zandschulp bei einem Challenger-Turnier in Tschechien am Samstag im Halbfinale ausgeschieden war, stellte sich die Frage, ob es für ihn noch Sinn ergeben würde, sich auf den Weg nach Köln zu machen. „Botic hat in den letzten drei Wochen so gut wie jeden Tag gespielt, so dass er mit den Kräften ziemlich am Ende ist“, erklärte Zay. „Doch weil er unbedingt dabei sein wollte, haben wir vereinbart, dass er anreist und wir spontan entscheiden, ob er auflaufen kann.“ Den Niederländer konnte es auch nicht abhalten, dass er mit dem Auto von Liberec nach Köln fahren musste – immerhin 713 Kilometer, wofür Google eine Fahrtzeit von gut sieben Stunden veranschlagt.

Dass van de Zandschulp dann trotz der Strapazen aufgeboten wurde, erwies sich als weise. Denn nach dem überaus knappen Verlauf der ersten Einzelrunde mit der Niederlage des Russen Dimitriy Popko gegen den Deutschen Tenniskünstler Dustin Brown und dem Sieg des Franzosen Constant Lestienne gegen den Syrer Hazem Naw (beide im Champions-Tiebreak) war es der Niederländer, der im Duell der Topspieler beider Mannschaften die Nerven behielt. Zwar sah es gegen den Belgier Kimmer Coppejans nach dem ersten Satz (6:0) zunächst nach einem Spaziergang aus, doch im zweiten Durchgang geriet van den Zandschulp völlig aus dem Tritt (1:6). Als er dann im Champions-Tiebreak zwei Aufschläge abgab und mit 2:5 in Rückstand geriet, sah es gar nicht gut aus. „Doch dann hat Botic noch mal mehr riskiert und das Momentum auf seine Seite geholt“, erklärte Marius Zay die Wende, die van de Zandschulp letztlich mit 10:7 gewinnen ließ.

Im Parallelspiel war es der Spanier Javier Barranco Cosano, der den Neussern vor den Doppeln eine sehr gute Ausgangsposition verschaffte. Gegen den Deutschen Daniel Brands wurde er seiner Favoritenstellung gerecht und brachte Blau-Weiß durch ein 6:3, 6:3 mit 3:1 in Führung. Im ersten Doppel war dann Botic van de Zandschulp an der Seite von Fredrik Nielsen zwar offenbar tatsächlich mit seinen Kräften am Ende, doch im zweiten Doppel machten der als van de Zandschulp-Ersatz angereiste Italiener Filippo Baldi mit Javier Barranco Cosano den Neusser Sieg perfekt. Im zweiten Satz gegen Coppejans/Brands wurde es nach einem frühen Break und 4:2- und 5:3-Führungen zwar noch mal eng, doch im Tiebreak machte das Neusser Duo ein 7:2 und damit wohl auch den Klassenverbleib klar.