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TC BW Neuss mit Niederlage beim Rochusclub Düsseldorf

Tennis-Bundesliga : BW Neuss startet mit Dämpfer in Saison

Beim Rekordmeister aus der Quirinusstadt war die Vorfreude auf die neue Spielzeit riesig, doch letztlich konnten die Blau-Weissen beim Rochusclub nicht ihr Wunschteam ins Rennen schicken. Als Quittung gab’s eine klare Niederlage.

Das hatten sich die Verantwortlichen TC BW Neuss ganz anders vorgestellt. Zum Auftakt der neuen Saison wollten sie eigentlich die stärkstmögliche Mannschaft aufbieten, um vom Derby beim Rochusclub Düsseldorf möglichst etwas Zählbares mit auf die linke Rheinseite zu bringen. Doch wie schon am Freitag befürchtet, konnte keiner der drei Top-100-Spieler im Neusser Kader noch kurzfristig in die Landeshauptstadt jetten. So konnten die Blau-Weissen zwar ein gutes Team stellen, aber es war nicht gut genug, um die Düsseldorfer ernsthaft in Gefahr zu bringen. So begann die Spielzeit für Neuss, immerhin Vierter des vergangenen Jahres, mit einem Dämpfer in Form einer 2:4-Niederlage.

„Am ersten Spieltag haben alle Teams richtig gut gestellt. Das war ein Signal, dass sie in der Bundesliga Gas geben wollen“, meinte BW-Teamcaptain Clinton Thomson nach der Niederlage beim Rochusclub. Dass seine Mannschaft da ein wenig ausbrach, hatte zumindest einen erfreulichen Grund. Der Niederländer Botic van de Zandschulp (ATP 25) gewann am Samstag beim Grand Slam im Wimbledon seine Drittrundenpartie und schied deswegen für einen Einsatz in Düsseldorf aus. Gar nicht erfreulich war dagegen die Ursache, wieso der neuverpflichtete Chilene Tabilo Alejandro (ATP 78) passen musste. Bei ihm ergab ein MRT, dass er sich seinen Auftritt in London besser gespart hätte. Eine Armverletzung zwingt ihn zu einer sechswöchigen Pause, gut möglich, dass er diese Saison gar nicht für die Blau-Weissen auflaufen kann. Und dann wäre da noch der Franzose Benjamin Bonzi (ATP 47) als Neusser Nummer eins in Frage gekommen, doch er hatte sich mit dringendem Urlaubsbedarf schon zeitig in Neuss abgemeldet.

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So feierte der Tscheche Zdenek Kolar (ATP 119) seine Premiere als BW-Rückkehrer an Nummer eins. Doch ehe er drankam, waren die Neusser an den Positionen zwei und vier schon deutlich ins Hintertreffen geraten. Neuzugang Franco Agamenone (ATP 147), Argentinier mit italienischem Pass, fand gegen den Spanier Roberto Carballes Baena (ATP 87) überhaupt nicht ins Spiel und war mit 1:6 und 2:6 völlig chancenlos. Nicht sonderlich gut lief’s auch für den neu verpflichteten Franzosen Geoffrey Blancaneaux (ATP 165) im Duell mit dem Slowaken Filip Horansky nicht. Nach verlorenem ersten Satz kämpfte er sich zwar ins Match und führte im zweiten Durchgang mit Break vor 4:2, doch dann ging plötzlich nichts mehr. „Der Rhythmus hat gefehlt, er hat zu viele einfache Vorhandfehler gemacht“, meinte Clinton Thomson, „damit standen wir schon mächtig unter Zugzwang.“

Eine Situation, mit der die Neusser in der zweiten Einzelrunde nicht gut klarkamen. Renzo Olivo (ATP 186), ebenfalls Argentinier mit italienischem Pass, hatte sich gegen den Spanier Pablo Andujar (ATP 100) zwar etwas ausgerechnet, doch nach einem verlorenen ersten Satz konnte auch er im zweiten Durchgang ein Break vor nicht nutzen. Bezeichnend, dass er die Partie mit einem Doppelfehler zum 4:6 und 4:6 beendete. Hätte Zdenek Kolar seiner Partie gegen den Spanier Jaume Munar (ATP 71) gewonnen, hätte zumindest noch die Hoffnung auf ein Unentschieden gelebt. Doch der Tscheche brach nach einem bärenstarken Start ein. Er führte dank seines aggressiven und offensiven Spiels nach gewonnenem ersten Durchgang in Satz zwei bereits 3:0, ehe kaum noch etwas ging und er 3:6 unterlag. Der Champions-Tiebreak geriet dann zu einem Nervenspiel, das der Tscheche mit 6:10 verlor. Immerhin endete die Partie für Neuss mit einem kleinen Lichtblick, beide Doppel wurden gewonnen. „Das war wichtig. Die vergangene Saison hat gezeigt, dass auch die Matchpunkte über Klassenverbleib und Abstieg entscheiden können“, betonte Clinton Thomson.