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Tanja Spill aus Dormagen vor Start der Freiluftsaison

Leichtathletik : Tanja Spills Zuversicht ist unerschütterlich

Die von vielen Rückschlägen gebeutelte 800-Meter-Spezialstin aus Dormagen hat sich für die Freiluftsaison jede Menge vorgenommen. Sie möchte sowohl bei der WM als auch bei der EM für Deutschland an den Start gehen.

Tanja Spill hat echte Nehmerqualitäten. In ihrer Leistungssportkarriere hat die 26-Jähre alte 800-Meter-Spezialstin des TSV Bayer Dormagen schon so manchen Rückschlag hinnehmen müssen, doch aufgeben war für sie nie eine Option. So auch nicht nach der Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber, die sie dazu zwang, Ende Februar die Hallen-Saison, in der sie gerne ihren DM-Titel verteidigt hätte, vorzeitig abzubrechen. Auch mental ein neuerlicher Rückschlag, doch inzwischen hat Spill ihre schier unerschütterliche Zuversicht zurückgewonnen. In der Freiluft-Saison, in die offiziell für sie am Wochenende daheim in Dormagen bei den Regionsmeisterschaften startet, hat sie zwei ganz große Ziele: die Weltmeisterschaften in den USA im Juli und die Europameisterschaft in München im Monat darauf.

„Eine EM in der Heimat hat Priorität, aber ich möchte bei beiden Ereignissen dabei sein“, erklärt Spill. Bei dieser Zielsetzung lässt sie sich auch nicht davon beirren, dass Untersuchungen ergeben haben, dass das Epstein-Barr-Virus als Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers immer noch nicht ganz verschwunden ist und sich weiter bemerkbar macht. „Ich habe mich mit verschiedenen Ärzten darüber abgestimmt, wie ich meinen Körper am besten unterstützen kann. Ich lege jetzt noch einen größeren Fokus auf das Thema Regeneration und Vitamine“, erklärt Spill. Mental war es für sie zunächst enorm wichtig, nach dem abrupten Ende der Hallensaison bei einem Trainingslager mit der deutschen Nationalmannschaft in der Sonne Südafrikas auf andere Gedanken zu kommen. Gut getan hat ihr dann auch im Monat darauf ein weiteres Trainingslager mit einer Gruppe des TSV Bayer Dormagen und Trainer Willi Jungbluth auf Texel. Doch in Afrika und auf der niederländischen Nordsee-Insel ging es freilich nicht nur darum, die Seele zu streicheln, es stand auch zielgerichtetes Training auf dem Programm. Und die Zeiten bei den Tempoläufen brachten eine stetige Aufwärtsentwicklung zum Ausdruck. „Da merkt man ziemlich schnell, ob es sich gut anfühlt oder ob man sich quälen muss“, betont Tanja Spill.

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Beide Seiten der Medaille erlebte sie in Köln, wo sie sich am Wochenende ganz bewusst eine kleine Veranstaltung mit „krummen“ Strecken ausgesucht hatte, um fernab des großen Rummels ihre ersten Freilufterfahrungen 2022 zu machen. Zunächst lief sie über 600 Meter in 1:29,67 Minuten eine neue persönliche Bestzeit und war die schnellste Frau, mit den 2:52,88 Minuten nur eine Stunde später über 1000 Meter wurde sie zwar Dritte, war aber nicht zufrieden. „Da machte sich die Übersäuerung bemerkbar“, meinte ihr Trainer Willi Jungbluth. Bei den Regionsmeisterschaften auf der heimischen Bahn läuft die 26-Jährige die 1500 Meter, bevor sie sich dann am 25. Mai beim hochkarätigen Meeting in Dessau erstmals auf ihre Spezialstrecke begibt. Fix gebucht sind schon weitere Auftritte im polnischen Chorzow und in Marseille, wo Spill voriges Jahr in 2:00,66 Minuten ihre Bestzeit lief, bevor dann Ende Juni die Deutschen Meisterschaften in Berlin anstehen. Bis dahin sollte Spill die Qualifikationszeit für die WM von 1:59,5 Minuten geschafft haben. Wenn das nicht klappt, hätte sie noch etwas mehr Zeit, um die EM-Norm von 2:00,40 Minuten zu knacken. Tanja Spill ist jedenfalls zuversichtlich, dass das trotz der noch nicht ganz überwundenen Virus-Erkrankung in ihr steckt: „Wenn ich das Glück habe und das richtige Rennen erwische, ist das auf jeden Fall drin.“