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Tanja Spill aus Dormagen nicht auf DOSB-Nominierungsliste

Leichtathletin aus Dormagen : Spills Name taucht nicht auf DOSB-Nominierungsliste auf

Die 800-Meter-Spezialstin des TSV Bayer Dormagen hat dennoch weiter eine Olympia-Chance. Sie hat es zwar nicht mehr in der eigenen Hand, aber bei einigen Athletinnen in der Weltrangliste gibt es noch Fragezeichen mit Blick Tokio.

Tanja Spill macht keinen Hehl daraus, dass sie vorige Woche Dienstag maßlos enttäuscht war. Da hatte sie mit Hilfe ihres Umfelds und Georg Schmidt, Mittelstrecken-Bundestrainer der Männer, kurzfristig im Frankfurt-Niederrad ein 800-Meter-Rennen auf die Beine gestellt, um auf den letzten Drücker die Direktqualifikation für die Olympischen Spiele zu schaffen oder immerhin eine so starke Zeit zu laufen, die sie unter die Top 48 der bereinigten Weltrangliste und damit auch nach Tokio katapultiert.

Weil beides mit 2:01,71 Minuten nicht klappte, hatte die Athletin des TSV Bayer Dormagen genug Zeit, sich damit abzufinden, dass ihr Name nicht auf der Liste mit Namen von Leichtathleten auftauchte, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Samstag im Rahmen seiner fünften Nominierungsrunde für Tokio veröffentlichte. Dort stehen für die 800 Meter Christina Hering und Katharina Trost (beide LG Stadtwerke München), die beide schon schneller als die Norm von 1:59,50 Minuten gelaufen sind. Der dritte Deutschland zustehende Platz blieb dagegen frei, obwohl der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) Tanja Spill wegen ihrer starken Leistungen der vergangenen Wochen und Monate vorsorglich gemeldet hatte. Das könnte sich noch als Vorteil erweisen, denn auch wenn der Frust am vergangenen Dienstag groß war, gibt es trotz der am Samstag veröffentlichten DOSB-Liste weiterhin eine kleine Chance auf einen Tokio-Start der Dormagenerin. Wenn Spill in den nächsten Tagen doch noch unter die Top 48 der bereinigten Weltrangliste rutschen sollte, kann eine Nachmeldung durch den DOSB erfolgen.

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„Diese Ungewissheit zerrt an meinen Kräften“, sagt Spill, die dennoch die Weltrangliste noch mal genau darauf untersucht hat, wer vor ihr herausfallen könnte. Aktuell müssten zwei Läuferinnen passen, damit sie bei Olympia dabei ist. Von der Rumänin Claudia Bobocea, aktuell auf Platz 49, weiß Spill, dass sie sich über 1500 Meter direkt qualifiziert hat. Ob sie überhaupt in Tokio auch 800 Meter laufen wollen würde, ist ungewiss. Zudem steht beispielsweise auf Platz 20 die Ukrainerin Olha Lyakhova, die nach Spills Informationen erst im Mai ein Kind zur Welt gebracht hat. „Ich muss es abwarten, ich habe es leider nicht mehr in eigenen Händen“, sagt Spill. Egal wie, nächste Saison will sie ihre Karriere auf jeden Fall fortsetzen. Die EM in München und die WM in den USA sind auch sehr attraktive Ziele.