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Kampfsport: Taekwondo prägt ihn und sein Leben

Kampfsport : Taekwondo prägt ihn und sein Leben

Für seine Verdienste um die aus Korea stammende Kampfsportart wurde Peter van den Akker jetzt mit der Sportplakette des Landes NRW ausgezeichnet. Der 63-Jährige machte aus Taekwondo in NRW und im Rhein-Kreis eine Erfolgsgeschichte.

Rhein-Kreis Seit fast 40 Jahren engagiert sich Peter van den Akker für Taekwondo. Beim VdS Nievenheim und später beim AC Ückerath gründete und leitet er die Abteilung, als Vereins- und Landestrainer formte er Europa- und Weltmeister, als Bundesjugendleiter und Präsident der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union (NWTU) plante und formte van den Akker mit langfristigem Erfolg. Für all diese Leistungen wurde der 63-jährige nun mit der Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Festlich wurde diese auf der Zeche Zollverein in Essen von der für Sport zuständigen Ministerin Ute Schäfer in Vertretung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verliehen. "Wenn man bedenkt, dass ich erst der zweite aus dem Taekwondo-Sport bin, der die Plakette bekommt, ist das schon eine Hausnummer und eine riesengroße Ehre", sagt van den Akker, der von den Feierlichkeiten etwas überrascht war: "Ich war mit meiner Frau eingeladen, wir hatten aber nicht damit gerechnet, dass dort so viel los sein würde. Bei der Verleihung waren weit mehr als 100 Gäste anwesend."

Gefallen am Kampfsport fand der ehemalige Apparatetechniker im Dormagener Bayerwerk schon in der Jugend. Mit Mitte 30 brachte er 1974 Taekwondo in den Rhein-Kreis, als er beim VdS Nievenheim eine eigene Abteilung gründete. Seine Erfolgsbilanz als Trainer konnte sich bald sehen lassen, so gehörten der vierfache Europameister Richard Schulz, der WM-Dritte Harald Schramm, Europameisterin Silvia Winkelmann und der zehnfache Deutsche Meister Christian Herberth zu seinen Schülern.

Gleichzeitig trug er auch auf Landesebene dazu bei, dass für die damals in Deutschland noch blutjunge Sportart schnell Strukturen geschaffen wurden. 15 Jahre war van den Akker Jugendleiter der NWTU, von 1986 bis 2002 Bundesjugendleiter und von Oktober 2007 bis Mai 2008 sogar komissarischer NWTU-Präsident. In dieser Zeit managte er bei Welt- und Europameisterschaften, gründete mit den NRW Masters eines der wichtigsten Taekwondo-Turniere Deutschlands und zeichnete für die Einrichtung einer zweiten hauptamtlichen Landestrainerstelle verantwortlich. "Da fiel natürlich immer viel an Arbeit, Gesprächen und Papierkram an. Wichtiger waren für mich aber immer die Dinge, die auf der Matte passiert sind", sagt er.Seine fünfjährige Tätigkeit als Landestrainer war daher nicht nur die erfolgreichste, die das Land jemals hatte, sondern wohl auch die spannendste in seiner langen Karriere: In Yilmaz Helvacioglu, Michael Arndt und Aziz Acharki holten drei seiner Schützlinge jeweils Welt- und Europameistertitel. "Das waren alles absolute Highlights", erinnert van den Akker sich.

Mittlerweile ist die Taekwondo-Abteilung aus Nievenheim ins Nachbardorf zum AC Ückerath umgezogen, einem Verein, der sich zu 100 Prozent mit dem Kampfsport identifiziert. Seine Trainertätigkeit hat er niedergelegt, als Abteilungsleiter konzentriert sich sein Arbeitsbereich verstärkt auf den Schreibtisch. Schlimm findet er das nicht: "Es ist an der Zeit, dass sich andere um das aktive Geschehen kümmern. Wenn ich etwas mache, dann muss ich mich vollständig darauf fokussieren können. Früher bestimmte Taekwondo meinen Terminkalender, jetzt kann ich mir alles einteilen." Nun hat van den Akker also mehr Zeit für sich. Und die verbringt er — wen wundert's — wie folgt: "Nächste Woche sind die Deutschen Meisterschaften in Ingolstadt. Da werde ich mich natürlich blicken lassen."

(pas)