Hockey : SW taumelt am Abgrund

Dem HTC Schwarz-Weiß Neuss droht der Abstieg aus der Hallenhockey-Bundesliga. Nach dem 4:10-Debakel von Sonntagabend beim Düsseldorfer HC warten die Neusser immer noch auf den ersten Sieg

Gerade mal zwei Wochen nach ihrem Sieg beim eigenen Vorbereitungsturnier um den Bonfiglioli-Cup, der die Ansprüche und das Saisonziel bei den Hockeyherren des HTC Schwarz-Weiß Neuss in die Höhe geschraubt hatte, stehen die Neusser vor dem Abgrund: Nach dem 4:10-Debakel (Halbzeit 1:6) im Lokalduell am späten Sonntagabend beim Düsseldorfer HC warten die Schützlinge von Andreas Bauch immer noch auf den ersten Sieg in der Halle. Mit null Punkten aus den ersten vier Spielen droht dem einstigen Deutschen Vizemeister der Absturz in die Zweite Liga.

Der Trainer war einigermaßen bedient nach einer Partie, die nach zwölf Minuten eigentlich schon entschieden war: Da führten die Hausherren durch drei Treffer von Julius Heimanns und einen von Maximilian Schröter bereits mit 4:0. Zwar gelang Sebastian Draguhn noch in der gleichen Minute das erste Neusser Tor, doch bis zur Pause schraubten noch einmal Julius Heimanns und Marco Testrut mit ihren Treffern das Ergebnis bis auf 6:1 in die Höhe.

Dass die Schwarz-Weißen dann den zweiten Abschnitt ausgeglichener gestalteten — nachdem Jens Giese, Daniz Kocak per Siebenmeter und Dominic Giskes die Düsseldorfer sogar auf 9:1 (41.) hatten davonziehen lassen, verkürzten Patrik Lunau-Mierke, Philipp Weide und Sebastian Draguhn bei einem weiteren Treffer von Maximilin Schröter auf 4:10 - stimmte Bauch nicht gerade versöhnlich.

"Wir waren vom Kopf her überhaupt nicht da", schimpfte der Neusser Trainer und bezog das vor allem auf seine Defensive, gegen die die Hausherren leichtes Spiel hatten. Mit 34 gegentreffern aus vier Spielen, einem Schnitt von 8,5 pro Partie, sind die Schwarz-Weißen die Schießbude der Liga — nur Neuling Kahlenberger HTC hat mehr (37) kassiert.

Und gegen eben diese Kahlenberger, die die Neusser am ersten Spieltag mit einem 7:6-Sieg überraschten, steht der HTC Schwarz-Weiß am Sonntag (14 Uhr) in eigener Halle vor einem "Endspiel": "In dem Spiel wird sich zeigen, wohin die Reise geht", sagt Bauch. Im Klartext: Gewinnen die Neusser, sind sie punktgleich mit dem Aufsteiger. "Und dann haben wir genügend Selbstvertrauen, um zu Hause gegen Düsseldorf oder in Krefeld einen weiteren Sieg einzufahren, der zum Ligaverbleib reichen müsste", meint Bauch.

Bei einer Niederlage hingegen beträgt der Rückstand auf die Konkurrenz schon mindestens sechs Punkte — und die dürften in den ausstehenden vier Spielen kaum noch wettzumachen sein. Für Bauch ist das alles keine Frage des Könnens oder der Taktik: "Das ist eine reine Kopfsache. Dass die Jungs es können, haben sie ja am Samstag gegen RW Köln bewiesen." Da zeigte der HTC trotz der 4:6-Niederlage seine "beste Saisonleistung", meint Bauch und ärgert sich: "Hätten wir in Düsseldorf auch nur ansatzweise daran angeknüpft, hätten wir das Ding gewonnen."

(NGZ/rl)