Hockey : SW stößt an seine Grenzen

Erstmals in dieser Saison blieben die Hockeyspielerinnen des HTC Schwarz-Weiß Neuss an einem Doppelspieltag ohne Punkt. Die Hamburger Spitzenteams Alster und UHC zeigten der ersatzgeschwächten Truppe die Grenzen auf

Der Höhenflug des HTC Schwarz-Weiß in der Hockey-Bundesliga der Damen ist erst einmal beendet: Nach einer Serie von sechs Spielen ohne Niederlage blieben die Neusserinnen an diesem Wochenende erstmals an einem Doppelspieltag ohne jeden Zähler.

Nach dem aktuellen Tabellenführer Club an der Alster, der am Samstag mit dem 2:0 beide Zähler von der Jahnstraße entführte, zeigte gestern auch der Deutsche Meister UHC Hamburg den Schützlingen von Trainer Simon Starck ihre Grenzen auf — auch, wenn die Gastgeberinnen über weite Strecken der Partie zumindest bis zum gegnerischen Schusskreis durchaus gefällig spielten und mit dem 0:3 (Halbzeit 0:1) unter Wert geschlagen wurden.

Die Schwarz-Weißen hatten dabei gestern doppeltes Pech: Zum einen mussten sie auf die über Nacht erkrankte Marie Münch und auf Luisa Steindor verzichten, die nach ihren erfolglosen Versuchen vom Samstag, trotz des Verdachts auf einen Bänderriss im Neusser Mittelfeld die Fäden zu ziehen, auf der Bank blieb.

Zum anderen hatte UHC-Trainer Kais al Saadi seinen Schützlingen nach der überraschenden 0:1-Niederlage vom Vortag in Düsseldorf wohl gehörig den Kopf gewaschen: "Die ganze Mannschaft war wach und präsent und hat viel Einsatz gezeigt", meinte denn auch Hamburgs Spielführerin Janne Müller-Wieland nach der Partie.

Im Gegensatz zum Samstag, wo sie gleich acht kurze Ecken ungenutzt ließen, netzten die Gäste gestern deren zwei ein: Zum 1:0 durch die Ex-Neusserin Lisa Hahn (7.) — Mutter Marion dürfte als schwarz-weiße Teammanagerin zwiespältige Gefühle gehabt haben — und zum 3:0 durch Sophie Mayen (48.), die damit zu ihrem ersten Bundesliga-Tor kam. Drei Minuten zuvor hatte Eileen Hoffmann die Vorentscheidung besorgt, nachdem die Neusserinnen lange Zeit gleichwertig gewesen waren.

Die Schwarz-Weißen hingegen hätten wahrscheinlich noch drei Stunden spielen können, ohne die Plastikkugel über die Linie zu bugsieren: Entweder scheiterten sie an Nationaltorhüterin Yvonne Frank oder an der ebenso vielbeinigen wie stocksicheren Hamburger Abwehr. Die größte Chance hatte Katharia Lau nach 16 Minuten, doch nachdem sie Frank bereits umkurvt hatte, trudelte das Spielgerät nur Zentimeter am leeren Gehäuse vorbei ins Aus.

Wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, hätte Neuss da den Ausgleich erzielt. So blieb Simon Starck nur die Feststellung: "Der UHC war einfach cleverer und abgezockter vor dem Tor."

(NGZ)