Hockey : SW Neuss rutscht in den Keller

Damenhockey-Bundesligist HTC Schwarz-Weiß Neuss bleibt auch am zweiten Doppelspieltag der Rückrunde sieglos: Nach den beiden Niederlagen in Mannheim steckt der einstige Endrundenkandidat voll im Abstiegskampf

Säße Simon Starck auf der Bank eines Fußball-Bundesligisten, müsste er seit gestern Nachmittag um seinen Job fürchten. Denn mit fünf sieglosen Spielen in Folge ist aus dem von ihm trainierten Endrundenanwärter HTC Schwarz-Weiß Neuss ein ganz heißer Abstiegskandidat geworden.

Doch in der Hockey-Bundesliga, zumal der der Damen, wird nicht mit so heißer Nadel gestrickt. Deshalb ist davon auszugehen, dass der 34-Jährige auch am 14. April die Kommandos an der schwarz-weißen Seitenlinie geben wird, wenn der HTC auf heimischem Kunstrasen – Anstoß ist um 14 Uhr – den Düsseldorfer HC zum ohnehin immer heißen Lokalduell erwartet.

Das diesmal noch eine Spur brisanter sein wird. Denn nachdem Neuss schon den einstigen Kellerkindern TSV Mannheim (jetzt 3.) und Rüsselsheimer RK (jetzt 6.) den Weg in obere Tabellenregionen geebnet und dem Mannheimer HC sowie dem Münchner SC zumindest den Anschluss ans untere Mittelfeld gestattet hat, kann er sich das gegen den Tabellenletzten aus der Landeshauptstadt nicht auch noch erlauben.

"Für uns gilt es, jetzt den Schalter wieder umzulegen", fordert Starck deshalb nach den beiden Niederlagen des Wochenendes (2:3 beim TSV Mannheim, 0:2 Mannheimer HC). Ob das ausgerechnet gegen Düsseldorf gelingt, erscheint angesichts der Tabellenkonstellation fraglich. Denn genau den Endspielcharakter, den das Lokalduell nun bekommen hat, wollte der Neusser Trainer durch den Gewinn des ein oder anderen Punktes an diesem Wochenende vermeiden.

Danach sah es in Mannheim nur 25 Minuten lang aus. Denn im ersten Spiel des Doppelpacks beim TSV führten die Gäste dank eines Eckentores von Sarah Sprink (4.) und des neunten Saisontreffers von Theresa Laubenstein (25.) mit 2:0. Doch noch vor der Pause glichen Fanny Rinne per Strafecke (26.) und Laura Keibel (30.) für den Aufsteiger aus. "Wir hätten das Ding schon in der ersten Halbzeit klar machen müssen. In der zweiten Hälfte war dann nicht mehr so der Wille da, das Spiel noch mal zu drehen", meinte Starck, nachdem Laura Kandt die Mannheimerinnen nach 54 Minuten sogar in Führung gebracht hatte. Doch weil Schwarz-Weiß im Anschluss seine Tormöglichkeiten, darunter drei weitere Strafecken und einen Konter mit 4:2-Überzahl in der Schlussminute, nicht nutzte, hielt diese bis zum Spielende.

Gestern beim zuvor fünf Mal in Folge sieglosen MHC blieben die Neusserinnen noch mehr schuldig: "Das war eine katastrophale Vorstellung, wir haben zu keiner Zeit ins Spiel gefunden", schimpfte Starck. Nikki Kidd (38.) und Lydia Haase (60.) erzielten die Tore für Mannheim, das damit den ersten Sieg im vierten Spiel unter Neu-Trainer Aditya Pasarakonda feierte. Besorgniserregend: Tags zuvor hatten dessen Schützlinge noch mit 0:2 gegen Düsseldorf verloren.

(NGZ)