Hockey : SW Neuss muss in die Abstiegsrunde

Der gestrige 3:2-Sieg in Mannheim war zu wenig für die Hockeyspielerinnen des HTC Schwarz-Weiß Neuss: Weil sie tags zuvor mit 1:2 in München verloren, der direkte Konkurrent Club an der Alster hingegen seine beiden Spiele gewann, muss der Aufsteiger in die Abstiegsrunde.

So etwas gibt es nur im Hockey: Aus beruflichen Gründen traf Lisa Parada gestern Mittag erst eine Viertelstunde vor Spielende auf der Platzanlage des Club an der Alster ein. Als der kurz darauf eine Strafecke zugesprochen bekam, wurde die Torjägerin eingewechselt. Parada traf prompt zum 3:2-Endstand gegen Rot-Weiss Köln, ließ die Hamburgerinnen jubeln und stürzte den HTC Schwarz-Weiß Neuss ins tiefe Tal der Tränen.

Denn dem Aufsteiger nutzte so der gleichzeitige 3:2-Sieg beim Mannheimer HC nichts – Schwarz-Weiß muss den Ligaverbleib nun in der Abstiegsrunde der letzten vier Bundesliga-Klubs sicherstellen. Am 1. Mai geht es mit dem Lokalduell gegen den Düsseldorfer HC los, die weiteren Gegner heißen TuS Lichterfelde und Harvestehuder THC. Zwei aus diesem Quartett müssen den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten.

Bitter für Neuss: Die vier Siege und zwei Unentschieden aus der Gruppenphase nutzen ihnen gar nichts, denn alle Klubs beginnen die Abstiegsrunde mit null Punkten. Optimistisch stimmt höchstens, dass den Schwarz-Weißen sowohl gegen Harvestehude als auch gegen Düsseldorf (jeweils 6:2) klare Siege gelangen, während sie in Lichterfelde mit 1:3 den Kürzeren zogen. Und dass sie auch am Wochenende nicht chancenlos waren.

Denn beim Münchner SC, der als Tabellenführer in die Play-off-Runde geht, waren die Schwarz-Weißen am Samstagnachmittag ein gleichwertiger Gegner gewesen, mussten aber eine 1:2-Niederlage (Halbzeit 0:1) hinnehmen. "Heute wäre mehr drin gewesen, vor allem nach unserer starken zweiten Halbzeit", ärgerte sich Nationalspielerin Luisa Steindor.

Denn nachdem Nina Hasselmann die Münchnerinnen mit einer Strafecke in Führung gebracht (18.) und Katrin Bremer unmittelbar nach Wiederbeginn den Ausgleich erzielt hatte, erarbeiteten sich die Gäste ein spielerisches Übergewicht, sahen sich aber immer wieder Münchner Kontern ausgesetzt. Ein solcher führte nach einer Dreiviertelstunde zu einer Strafecke, die Hannah Krüger zum 2:1 verwandelte. Das blieb der Endstand, weil Theresa Laubenstein kurz vor dem Abpfiff mit einem Rückhandschuss an MSC-Torfrau Kim Platten scheiterte.

Weil der Club an der Alster zur gleichen Zeit den Rüsselsheimer RK mit 2:0 besiegt hatte, rutschte Schwarz-Weiß erstmals in die Abstiegsrunde. Aus der hätten sie sich nur mit einem Sieg in Mannheim (hatte sich mit einem 6:1 über Düsseldorf vorzeitig für die Play-off-Runde qualifiziert) befreien können. Der gelang durch Treffer von Katharina Kreiner (13.), Theresa Laubenstein (28.) und Marie Münch (33.) bei Gegentoren von Lydia Haase (28.) und Ebony Barber (68.) gestern Mittag auch, doch letztlich fehlte den Neusserinnen ein Punkt – weil Lisa Parada kam, sah und traf.

(NGZ)