Lokalsport : SW erkämpft einen Zähler

Da sage noch einer, Hockeyspiele benötigten zwingend Tore, um interessant zu sein. Die Verlierer des Samstags, der HTC Schwarz-Weiß Neuss (1:7 gegen Krefeld) und der Harvestehuder THC (2:3 in Düsseldorf) zeigten gestern Nachmittag, dass es auch ohne Trefferflut spannend zugehen kann.

Da wurde gekämpft und geackert und dem Kontrahenten kein Zentimeter Kunstrasen freiwillig überlassen. Das torlose Remis, das am Ende gerechterweise dabei heraussprang, bescherte den Neussern nicht nur einen Zähler, sondern auch eine Art Wiederauferstehung nach dem Debakel vom Vortag. "Jeder Punkt ist wichtig für uns", kommentierte Trainer Andreas Bauch das Resultat, "viel wichtiger war aber, wie die Mannschaft heute aufgetreten ist."

Seine Schützlinge ließen sich nämlich vom aggressiven Forechecking der Hamburger Gäste keinesfalls den Schneid abkaufen, hielten kämpferisch gegen und fanden mit zunehmender Dauer sogar so etwas wie eine spielerische Linie. "Wir haben uns am Samstagabend zusammengesetzt und alles besprochen", nannte Betreuer Carlos Navarrette den Grund für den offensichtlichen Sinneswandel, nachdem die Schwarz-Weißen gegen Krefeld "überhaupt keine Einstellung" (Manager Horst Busse) gezeigt hatten.

Gestern hätten sie die Partie nach der Pause sogar gewinnen können: Philipp Lautenbach hatte zwei gute Gelegenheiten dazu, setzte das Spielgerät aber jeweils knapp am Hamburger Gehäuse vorbei (44., 47.). Und die einzige Strafecke, die die Hausherren zugesprochen bekamen, lenkte der baumlange HTHC-Keeper Joachim Björkmann nur knapp um den Pfosten herum – Sebastian Draguhn hatte sieben Minuten vor Schluss abgezogen.

Auf der Gegenseite durften sich die Schwarz-Weißen bei Torhüter Lennard Leist bedanken, der sechzig Sekunden zuvor in höchster Not klären konnte. Und bei den Gästen, die zwei Strafecken ungenutzt ließen. Wie sehr die Neusser um jeden Punkt kämpfen, zeigte die Schlussphase: Trotz nummerischer Überzahl ließ Bauch nur eine höchst kontrollierte Offensive spielen – ein e späte Niederlage hätte möglicherweise bereits den Abstieg besiegelt. So darf SW weiter hoffen.

(NGZ)