Fußball : SVÜ verkauft sich glänzend

Viel besser hätte das Freundschaftsspiel gegen Fortuna Düsseldorf für den Fußball-Landesligisten SV Uedesheim gar nicht laufen können: Sowohl die Mannschaft als auch der Verein präsentierten sich am Dienstagabend beim 0:4 (Halbzeit 0:3) vor 1300 Zuschauern prächtig und schürten die Aufbruchsstimmung, die am Norfer Weg vor der kommenden Spielzeit herrscht.

"Das war ein perfekter Tag für unseren Verein, der richtig Lust auf die neue Saison gemacht hat", bestätigte der SVÜ-Vorsitzende Klaus Haas. Der hatte kurz vor Anpfiff noch arge Bedenken, das selbst gesteckte Ziel von mindestens 1000 Besuchern zu erreichen. Dank des sich kurz vor Spielbeginn aufklärenden Himmels und den wieder einmal treuen Anhängern der Fortuna wurde es sogar deutlich übertroffen. Zu Stande gekommen war der Termin kurzfristig, da Fortuna erst nächsten Montag bei Eintracht Frankfurt wieder im Einsatz ist.

So nutzte Trainer Norbert Meier das Spiel vor allem als Trainingseinheit, in der sich zahlreiche Reservisten anbieten durften. Neben Kapitän Andreas "Lumpi" Lambertz dürften von den eingesetzten Spielern lediglich Ken Ilsø, Sascha Dum sowie die Neuzugänge Juanan Fernandez und Antonio Grimaldi Startelf-Ambitionen hegen. Als echte Alternativen konnte sich der Rest nicht wirklich empfehlen, ließ der Tabellenführer der Zweiten Bundesliga fußballerische Brillanz doch weitgehend vermissen. Tormöglichkeiten gab es für die Gäste dennoch regelmäßig, nachdem Karim Aouadhi einen Foulelfmeter an die Querlatte setzte (19.), schossen Jules Schwadorf (33.), Ken Ilsø (36.) und Ranisav Jovanovic (42.) den Favoriten jeweils nach Hereingaben von der Außenbahn bis zur Pause 3:0 in Front. Im zweiten Abschnitt lag es neben den immer couragierter werdenden Uedesheimern auch an der eigenen Abschlussschwäche, dass durch Juanan Fernandez' Kopfball (86.) nur noch ein weiterer Treffer fiel. Der SVÜ selbst legte die Nervosität schnell ab und zeigte sich vor allem läuferisch in einem sehr guten Zustand. "Wir stecken noch in der Vorbereitung, Fortuna ist mitten in der Saison. Von daher war das schon eine sehr ordentliche Leistung", fand Trainer Ingmar Putz. Seine Schützlinge scheuten keinen Zweikampf und klebten nahezu an den Düsseldorfer Profis.

Einen starken Eindruck machte vor allem Andrej Hildenberg, der gegen Kai Schwertfeger sogar einen Tunnel verteilte und kurz vor Schluss fast den Ehrentreffer (88.) markierte. "Ich habe den Schiedsrichter schon nach 17 Minuten nach der Zeit gefragt", keuchte der Rechtsaußen schon in der Pause. Ben Gencer, der mit dem SVÜ schon 2005 gegen Fortuna antrat (das Spiel endete 1:5), strahlte nach der Partie: "Anfangs waren wir nervös, dann hat's aber richtig Spaß gemacht. Der Ken Ilsø ist schon eine richtige Granate." Sein dänischer Gegenspieler, der den Platz nach einer zehnminütigen Foto— und Autogrammeinheit als Letzter verließ, hatte ausschließlich Lob übrig: "Respekt, die haben es uns verdammt schwer gemacht." Klaus Haas hat derweil schon ein neues Ziel im Auge: "Vielleicht können wir ja bald jeweils eine Liga höher gegeneinander antreten."

(NGZ)