Fußball : SVÜ-Chef feiert heute seinen 60.

Früher, sagen die Alten schmunzelnd, habe Klaus Haas als eisenharter Vorstopper auf alles getreten, was sich bewegt. Diese Zeiten sind, Gott sei Dank, längst vorbei. Als Vorsitzender des SV Uedesheim schlägt der seit heute 60-Jährige eine weitaus feinere Klinge an. Doch das Feuer brennt immer noch in ihm.

Seit er 1995 an der Vereinsspitze Heinz Neuhausen, der in Uedesheim als lebende Legende gilt, abgelöst hat, geht es mit dem SVÜ stetig bergauf: Unter seiner umsichtigen Führung marschierten die Fußballer von der Kreisliga C bis auf Platz zwei der Landesliga, machten sich die SV Uedesheim Chiefs in der Skaterhockey-Bundesliga bundesweit einen Namen.

Als 2. Vorsitzender dabei immer an seiner Seite: Heinz-Peter "Peti" Becker. Beide kickten in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gut anderthalb Jahrzehnte lang Seite an Seite für den damals in der zweiten Kreisklasse spielenden SVÜ. Sie tragen den Verein im Herzen. "Mein Vater lebt dafür, und hier kann sich keiner vorstellen, dass er jemals aufhört", sagt Christian Haas (33). Klar, da gibt es noch den Grenadierzug "Mer mache möt", den er 2002/2003 als Uedesheimer Schützenkönig adelte, den riesigen Garten vor dem eigenen Haus und natürlich die Schiffsreisen mit seiner Frau Christine, mit der er seit 1974 glücklich verheiratet ist.

Aber wenn das Leder rollt, verwandelt sich der souveräne Werkstattleiter bei Novopress sofort in ein aufgescheuchtes Hühnchen. "Als wir vor anderthalb Jahren in der Relegation um den Klassenerhalt zittern mussten, brauchtest du ihn gar nicht anzusprechen", erinnert sich Christian Haas, der in Uedesheim ebenfalls fest in die ehrenamtliche Vereinsarbeit eingebunden ist. Wichtiger ist der Frohnatur, die ihr Umfeld mit schier grenzenlosem Enthusiasmus mitzureißen weiß, nur die Familie, die erst durch Tochter Andrea (27) vollständig wird.

Schluss als Vorsitzender, sagt er, sei spätestens dann, wenn die Chiefs Deutscher Meister würden. Daran glaubt indes niemand in Uedesheim. "Die meisten sagen", so sein Sohn, "er macht weiter, bis er irgendwann umfällt ...". Bloß nicht! Dirk Sitterle

(NGZ/rl)
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