Fußball : SV Uedesheim wehrt sich

Am Sonntag ist der Oberliga-Neuling Gastgeber von Germania Ratingen. Doch immer noch hat sich Trainer Ingmar Putz mit den Nachwirkungen des 2:0-Sieges im Derby beim SC Kapellen herumzuschlagen. SCK-Trainer Markus Anfang wirft dem SVÜ eine "Fußball-Vernichtungs-Taktik" vor.

Als wäre die Aufgabe im Heimspiel gegen den Tabellendritten Germania Ratingen nicht schon schwer genug, sieht sich der Fußball-Oberligist SV Uedesheim zusätzlich noch verbalen Attacken aus Kapellen ausgesetzt.

Schon unmittelbar nach dem 2:0-Sieg des Neulings am vergangenen Sonntag im Erftstadion hatte Trainer Markus Anfang den Gästen die in erster Linie auf Torsicherung ausgelegte Spielweise vorgeworfen. Nun legte der Ex-Profi nach: "Natürlich hätten wir uns auch hintenreinstellen können. Dann wäre der Ball wie beim Tennis einfach immer nur hin- und hergeflogen. So etwas nenne ich Fußball-Verhinderungs-Taktik — und das kommt für uns nicht infrage."

Dieser Sichtweise will sich sein Uedesheimer Kollege Ingmar Putz naturgemäß ganz und gar nicht anschließen. Auch mit Blick auf die von seiner Mannschaft in dieser Saison schon geschossenen 21 Tore (besser sind nur Uerdingen/27 und Ratingen/25 — Kapellen steht im Übrigen bei nur elf Treffern) möchte er unbedingt festgehalten wissen: "Wir haben in Kapellen nicht so defensiv — und auf keinen Fall destruktiv — gespielt."

Und damit ist für ihn der Fall erledigt. Er konzentriert sich lieber aufs Match gegen Ratingen, das dummerweise vor heimischem Publikum stattfindet. Während der Aufsteiger nämlich auswärts noch ungeschlagen ist (drei Siege, drei Unentschieden), brachte er am Norfer Weg in vier Spielen nur kümmerliche vier Punkte ein. Einem Sieg (4:1 gegen Wülfrath) stehen ein Unentschieden und zwei Niederlagen gegenüber. Für Putz eine nur schwer nachvollziehbare Kapriole: "Es sollte doch eigentlich egal sein, wo man spielt. Und es ist ja auch nicht so, dass wir auswärts jetzt die leichteren Gegner gehabt hätten." Wie so oft im Fußball scheint das Problem in den Köpfen der Spieler zu liegen. "Vielleicht wollen sie zu Hause einfach zu viel", vermutet der Coach.

Ungesunder Ehrgeiz könnte sich im Duell mit Ratingen als fatal erweisen, zählt Putz die Gäste doch zu den auf diesem Niveau seit Jahren etablierten Mannschaften. "Das ist ein Riesenbrocken für uns." Die Ratinger sind in der Fremde genau wie Uedesheim noch ungeschlagen, die bislang einzige Niederlage kassierten die Schützlinge von Trainer Alfonso del Cueto daheim (1:3 am zweiten Spieltag gegen Cronenberg). Zuletzt gab es in drei Spielen blitzsaubere neun Punkte und 11:0 Tore.

Großen Anteil daran hatten die versierten Offensivkräfte Ferhat Ülker (6), Dennis Hecht und Sascha Meier (je 5). Trotzdem schiebt ihr Trainer Frust. Schwer aufs Gemüt drückt die frische Verletzung von Kapitän Patrick Fiedorra. Der 27 Jahre alte Abwehrspieler wurde unter der Woche an der Bandscheibe operiert und fällt damit für ein halbes Jahr aus. "Das ist eine Katastrophe", klagt del Cueto, "Fiede ist nicht zu ersetzen. Mit ihm bricht die wichtigste Säule hinten weg". Uedesheim muss nur auf Rotsünder Adnan Hotic verzichten.

(NGZ)