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SV Uedesheim schon fast auf ein Wunder angewiesen

Fußball-Bezirksliga : Uedesheimer sind schon fast auf ein Wunder angewiesen

Analyse Der Fußball-Bezirksligist aus dem Neusser Süden tut sich bislang schwer damit, den im Sommer eingeleiteten Umbruch in positive Ergebnisse umzusetzen. Nach sieben Spieltagen fällt die Zwischenbilanz ernüchternd aus. Der SVÜ hofft darauf, dass das junge Team einen Entwicklungssprung macht.

Es ist noch nicht allzu lange her, da spielte die Mannschaft aus dem Neusser Süden in der Oberliga und war gemeinsam mit dem SC Kapellen für kurze Zeit das Aushängeschild des Fußballs im Rhein-Kreis. Von den glorreichen Zeiten ist nichts mehr übrig. Wenn der SV Uedesheim nach der Corona-Unterbrechung keine 180-Grad-Wende hinlegt, ist der Gang in die Kreisliga wohl kaum noch zu verhindern.

 

Der Saisonverlauf Schon der Start dürfte allen Beteiligten klargemacht haben, dass es diese Saison richtig ungemütlich werden kann. 1:5 gingen die Uedesheimer gegen Aufsteiger BV Wevelinghoven baden. Die gute Nachricht war dann, dass sie sich im zweiten Spiel gegen Aufsteiger Novesia mit einem 3:1-Sieg ein Stück weit rehabilitieren konnten. Die schlechte Nachricht: Es kam weitere Punkt hinzu. Es folgten Niederlagen gegen Bilk (1:4), Jüchen (0:1), Büderich (0:3), Hösel (0:3) und DSC 99 (4:6), so dass der SVÜ auf dem vorletzten Platz rangiert. Gerade die beiden letzten Ergebnisse gegen Aufsteiger Hösel und Kellerkind DSC brachten Uedesheims Co-Trainer Timm Oppermann dazu, seiner Mannschaft die Bezirksligatauglichkeit abzusprechen.

 

Das war gut Timm Oppermann ist Realist. Dennoch möchte der 42-Jährige nicht alles schwarzmalen. „Gut ist, dass wir eine junge Mannschaft sind, die sich untereinander gut versteht und trotz der negativen Ergebnisse nie aufgibt und kämpft“, betont Oppermann. Dass man jedoch mehr benötigt als eine homogene Truppe, um Spiele zu gewinnen, ist Oppermann wohl bewusst. „Beim Sieg gegen Novesia haben wir verstanden, dass es diese Saison nur über den Kampf funktioniert“, betont Oppermann.

 

Das war schlecht Warum es jedoch bei diesem einzigen Sieg blieb, kann Oppermann deutlich besser erklären. „Wir sind sehr inkonstant in unseren Leistungen. Das heißt nicht, dass wir jedes Spiel gewinnen, wenn wir unsere Leistung abrufen. Wir hatten auch gute Spiele, die wir verloren haben. Aber von den guten Leistungen hatten wir einfach zu wenig“, so Oppermann. Völlig überrascht über die derzeitige Entwicklung ist der Co-Trainer allerdings nicht. Oppermann: „Das war ja ein Stück weit zu erwarten. Der Neuaufbau mit den jungen, unerfahrenen Spielern ist halt noch ganz am Anfang.“

 

Personalien Schon im Sommer war klar: In Uedesheim findet ein großer Umbruch statt. Mit Lukasz Koziatek, Michael Hausdörfer und Malte Hauenstein verließen die drei Stützen der vergangenen Jahre den Verein. Ein halbes Jahr später ist klar: Die Abgänge konnte der Bezirksligist nicht auffangen. „Das sind natürlich Leute, die eine hohe Qualität haben. Man sieht ja auch wie die bei ihren neuen Stationen einschlagen. Aber sie brauchten vielleicht auch diesen Tapetenwechsel“, sagt Oppermann. Das Personal, mit dem Oppermann und Cheftrainer Dalibor Dobras arbeiten können, habe laut Oppermann rein qualitativ in jedem Fall Bezirksliganiveau. „Jeder hat das technische Niveau Bezirksliga zu spielen. Die Mentalität ist eher das Problem. Die Jungs lassen es in manchen Spielen an Aggressivität vermissen“, bemängelt Oppermann.

 

Ausblick Timm Oppermann rechnet nicht damit, dass seine Mannschaft wegen Corona dieses Jahr noch einmal ein Spiel bestreiten wird und befürchtet, dass man insgesamt nur die erforderliche Hälfte der Spiele absolvieren wird. Oppermann: „Das würde uns natürlich nicht entgegenkommen. Mehr Spiele würden mehr Zeit zum Punkten bedeuten. Aber das gilt natürlich für allen anderen auch. Umso wichtiger ist es, dass wir direkt in den ersten Spielen punkten“. Das Ziel bleibt weiterhin der Klassenerhalt und Oppermann glaubt auch fest an das Erreichen des Ziels, wenn „die Mannschaft in jedem Spiel mehr Siegeswille aufbringt“. Mit einem möglichen Abstieg wird sich in Uedesheim jedoch schon beschäftigt. „Auch das wäre für uns kein Weltuntergang“, so Oppermann.