Fußball : SV Uedesheim hält Druck stand

Der Tabellenführer der Fußball-Landesliga behielt im Derby gegen den TuS Grevenbroich die Nerven. Weil sie in der hochüberlegen geführten ersten Hälfte nur einen Treffer zustande gebracht hatten, mussten die Gastgeber jedoch bis zum Schluss um den verdienten 1:0-Erfolg bangen.

Die gesamte zweite Hälfte über tigerte Klaus Haas, Vorsitzender des Fußball-Landesligisten SV Uedesheim, ums Feld. Immer in Sorge um den allemal verdienten, aber bis in die Nachspielzeit auf des Messers Schneide stehenden 1:0-Sieg (Halbzeit 1:0) im Lokalduell mit dem TuS Grevenbroich. Erst nach dem Schlusspfiff des sehr umsichtigen Schiedsrichters Torsten Schwerdtfeger (Essen) stahl sich ein befreites Lächeln auf sein Gesicht. "Wir hätten doch zur Pause mit 2:0, 3:0 führen müssen", sagte er, "aber solange du nur mit einem Tor vorne liegst, muss du immer Angst haben, dass hinten plötzlich noch irgendein Ball reinflutscht."

Viel zur Schonung der strapazierten Nerven ihres Anhangs hätten die Kicker der Hausherren schon vor der Pause beitragen können. Zwar lag der Ball schon wenige Sekunden nach Anpfiff im Grevenbroicher Gehäuse, doch hatte das gute Schiedsrichtergespann den vermeintlichen Torschützen Samir Saysay im Abseits gesehen. In der Folgezeit überboten sich Andrej Hildenberg (9./29.), Saysay (10.) und Benedikt Günther (28.) gegenseitig im Auslassen der freilich gekonnt herausgespielten Torchancen. Erst nach einer halben Stunde musste sich der famose Kevin Afari im Kasten der Gäste geschlagen geben. Der vom fleißigen Yasuhito Sunohara im Mittelfeld eroberte Ball fand über den aufmerksamen Mo Salou den Weg zum in Position gelaufenen Hildenberg. Und alleine vor Afari hatte der Goalgetter wenig Mühe, seinen 13. Treffer in dieser Saison zu erzielen.

Weil danach indes der Torschütze selber (40.) und erneut Saysay (43.) nicht nachzulegen wussten, blieben die zunächst einigermaßen überforderten Gäste im Spiel. Günther, der eine scharfe Hereingabe von Sunohara nur knapp verpasste, eröffnete den zweiten Durchgang zwar mit einer weiteren Attacke des Spitzenreiters (49.), dann jedoch nahm auch der TuS aktiv am Spielgeschehen teil. Wer weiß, welchen Verlauf die Partie genommen hätte, wenn nicht der kaum beschäftigte Keeper Dustin Gottlebe dem von Sinisa Spasovski klug eingesetzten Swen Rommerskirchen den Ball in höchster Not vom Schlappen gefischt hätte (55.). "Das hat er sehr gut gemacht", lobte SV-Trainer Ingmar Putz, "denn es ist für einen Torhüter nicht einfach, die Konzentration zu behalten, wenn du so wenig zu tun kriegst".

Nun entwickelte sich ein technisch ansprechendes Match mit einer ganzen Reihe aussichtsreicher Szenen vor beiden Gehäusen. Die besseren Möglichkeiten boten sich allerdings weiter den Uedesheimern. Hildenberg, der sich mit dem Grevenbroicher Abwehrmann Sascha Pelka einige packende Duelle lieferte, verfehlte zweimal (60./61.), der aufgerückte Alpay Kus köpfte nach einer Ecke von Mathias Labusga nur knapp übers Tor.

Ferber wollte hinterher festgehalten wissen. "Wir haben hier gut mitgehalten — und das Tor war Abseits."

(NGZ)