Tischtennis : Neusser Supertalent steht DM-Premiere bevor

In den vergangenen Jahren hat die Tischtennis-Abteilung der TG Neuss oft guten Nachwuchs hervorgebracht. Zu den größten Talenten zählt aktuell die zwölfjährige Ruoqi Wei, die am Wochenende in Wiesbaden gefordert ist.

Das Tischtennisspielen ist den beiden Schwestern quasi in die Wiege gelegt worden. Ruoqi Wei und ihre Schwester Linyun gehören zu den hoffnungsvollen Talenten aus dem Jugendbereich der TG Neuss. Schon ihre Großeltern waren begeisterte Anhänger des schnellen Rückschlagsports, ihre Eltern beide Profi. Vater Ran ist schon lange ein prägendes Gesicht bei den Neussern. Seit vielen Jahren ist er ein Garant für die Erfolge, die die TG zu einem etablierten Regionalliga-Team gemacht haben, und steht auch heute noch in wichtigen Spielen für Neuss am Tisch. Für seine überaus talentierten Töchter beginnt jetzt gerade die Karriere im leistungsorientierten Sport. Ruoqi Wei bestreitet zum Beispiel am kommenden Wochenende ihre ersten Deutschen Meisterschaften. In Wiesbaden wird der Titel der Jugend 15 vergeben, wobei die Neusserin gerade mal zwölf Jahre alt ist.

Sie hat mit sieben Jahren mit dem Tischtennis begonnen, zu Hause in der Garage. „Am Anfang war es nur Spaß, es sollte ein wenig Ausgleich zur Schule sein“, sagt Ran Wei, der selbst schon als Trainer von Olympia-Medaillengewinner Dimitrij Ovtcharov gearbeitet hat und bis heute mit der Familie befreundet ist. Kurze Zeit später ging es dann aber schon in die Halle zum Training bei der TG. Ran Wei gibt zu: „Irgendwie war es wohl schon klar, dass meine Töchter auch beim Tischtennis landen. Aber mir war es einfach wichtig, dass die Kinder gute Laune haben und etwas machen, das ihnen Spaß bereitet.“ Und den haben sie beim Tischtennis. Jedenfalls trainieren sie fleißig mit viel Motivation, um immer besser zu werden.

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Einer, der sie dabei unterstützt ist Karl-Heinz Walbaum. Der frühere Bundesliga-Spieler, 1972 mit dem Mettmanner TV sogar Deutscher Mannschaftsmeister, hat schon viele starke Spieler bei der TG Neuss hervorgebracht und ist von der aktuellen Situation begeistert, dass er von Ran Wei und seiner Frau beim Training unterstützt wird: „Wir haben den Vorteil, dass die Eltern von Ruoqi und Linyun richtig gute Spieler waren, die unsere Jugendlichen weiterbringen. Da ist es dann auch für mich als Trainer einfacher.“ Von den beiden Wei-Töchtern erwartet er in den nächsten Jahren noch einiges: „Ruoqi hat sehr viel Potenzial, genau wie ihre Schwester. Ich bin zuversichtlich, dass sie noch weit nach vorne kommen können. Von den Talenten her sind die beiden die Besten seit vielen, vielen Jahren.“

 Am Tischtennistisch ist die überaus talentierte Ruoqi Wei von der TG Neuss voll in ihrem Element.
Am Tischtennistisch ist die überaus talentierte Ruoqi Wei von der TG Neuss voll in ihrem Element. Foto: TG Neuss

In ihrer Altersklasse ist Ruoqi schon jetzt die Nummer eins im Bereich des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes. Dass sie sich jetzt mit teilweise drei Jahre älteren Mädchen bei den Deutschen Meisterschaften misst, sorgt auch bei TG-Abteilungsleiter Klaus Wahlen für Erstaunen: „Das ist schon etwas, mit zwölf Jahren bei diesem Turnier dabei zu sein“. Für „Kalle“ Walbaum sind die Talente bei der TG generell wie ein Jungbrunnen. „Die geben mir noch einmal richtig Freude an meinem Trainer-Job. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste, aber immer noch ehrgeizig. Wir werden alles versuchen, die Talente weit nach oben zu bringen“, sagt Walbaum, der im März sein 75. Lebensjahr vollendet. Ruoqi selbst hat noch gar keine konkreten Ziele im Tischtennis. Nur eins steht für sie fest: „Ich möchte einmal so gut wie möglich spielen.“ Eine erste Chance dazu bietet sich am Wochenende bei den nationalen Titelkämpfen in Wiesbaden.