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Fußball: Südstädter bleiben in der Bezirksliga

Fußball : Südstädter bleiben in der Bezirksliga

Der 1. FC Grevenbroich-Süd muss beim 1:1 im Endspiel gegen Viktoria Rheydt zittern, schafft aber den Klassenverbleib.

Kurz bevor es auf der Südanlage sehr laut wurde, wurde es plötzlich noch einmal totenstill: In der 88. Spielminute hätten mindestens drei Spieler Viktoria Rheydts eine Freistoßflanke ihres Mitspielers Vedat Turgay im Tor des 1. FC Grevenbroich-Süd versenken können – vielleicht müssen. Sie taten es nicht, das Bezirksliga-Abstiegsduell zwischen den Südstädtern und Rheydt endete mit 1:1 (1:1). Der 1. FC-Süd hat damit die Klasse gehalten, Viktoria steigt in die Kreisliga A ab.

Inmitten der rund 250 frenetisch jubelnden Zuschauer musste Trainer Peter Hanschmann erst einmal tief durchatmen: "Das war heute wirklich hart und ging ziemlich an die Substanz. Ich bin stolz auf die Jungs, für fast alle war es das erste Mal in so einem Spiel." Er hatte das Team vor acht Spielen in einer sehr bedrohlichen Lage übernommen. Seine Ruhe und Erfahrung trugen sicherlich dazu bei, dass sich bei der neben Teutonia Kleinenbroich jüngsten Mannschaft der Liga nur in der Schlussphase Anzeichen von Nervosität bemerkbar machten.

Vorher hatten die Gastgeber die Partie jederzeit im Griff. Ausgerechnet zwei aus der Not geborenen Umstellungen entpuppten sich als entscheidende Faktoren: Im Zentrum begann der eigentlich in der Drittvertretung spielende Kevin Schläger für Jens Jungverdorben. Neben kompromissloser Zweikampfhärte hatte er auch einen 20-Meter-Strahl im Gepäck, der nach 38 Minuten für das 1:0 sorgte. In der Innenverteidigung spielte für den verletzten Marcel Woop überraschend der baumlange Stürmer Murat Köktürk. In 90 Minuten verlor er genau ein Kopfballduell.

Weil es die auf Konter ausgelegte Viktoria in der ersten Hälfte fast nur mit langen Bällen probierte, hatte der 1. FC keine große Mühe, die Spielkontrolle beizubehalten und das Tempo zu bestimmen. Torchancen gab es bis zu Schlägers Treffer kaum, Lukas Schabram nutzte die erste Unachtsamkeit der Grevenbroicher Abwehr aber prompt zum Ausgleich (45.).

Nach der Pause wurde die Begegnung zunehmend nervöser und hektischer. Stockfehler beim 1. FC häuften sich, Alexander Hermel hätte sich nach 60 Minute nicht beschweren können, wenn es nach seinem Rempler gegen Tobias Laßmann Strafstoß gegeben hätte. Kurz darauf hatte Köktürk die Entscheidung auf dem Fuß, sein Freistoß klatschte aber an den Pfosten. Eine Rheydter Riesenchance, fünf gelbe Karten und einen Platzverweis gegen Christian Bläsen (90.) später verwandelte Schiedsrichter Jannis Hedwig die Südanlage mit Abpfiff in ein Tollhaus. "Es ist verrückt, vor 15 Jahren stand ich hier in der gleichen Situation. Damals wie heute hat die Mannschaft die Nerven behalten und verdient die Klasse gehalten", fand Hanschmann.

(NGZ/anch)