Herrenshoffer Junggesellen kämpften für "eigene Kirche": Stumpen spendierte den Bauplatz Herrenshoff

Herrenshoffer Junggesellen kämpften für "eigene Kirche": Stumpen spendierte den Bauplatz Herrenshoff

Wenn in gut drei Wochen die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Herrenshoff im Festzelt ihr 75-jähriges Jubiläum feiert, kann auch die Katholische Pfarrgemeinde Herz Jesu im engeren Rahmen einen besonderen Geburtstag feiern. Immerhin wurde die Herz-Jesu-Kapelle (heute Pfarrkirche) vor 88 Jahren erbaut. Nach Startschwierigkeiten: Sie wurde vor 88 Jahren erbaut, die Herz-Jesu-Kapelle Herrenshoff. -->

Wenn in gut drei Wochen die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Herrenshoff im Festzelt ihr 75-jähriges Jubiläum feiert, kann auch die Katholische Pfarrgemeinde Herz Jesu im engeren Rahmen einen besonderen Geburtstag feiern. Immerhin wurde die Herz-Jesu-Kapelle (heute Pfarrkirche) vor 88 Jahren erbaut. Nach Startschwierigkeiten: Sie wurde vor 88 Jahren erbaut, die Herz-Jesu-Kapelle Herrenshoff. -->

Allerdings musste von den Herrenshoffer Junggesellen eine 25-jährige Vorarbeit geleistet werden, bis die Kirchenbehörde und die Zivilgemeinde davon überzeugt waren, dass die Gläubigen der drei Honschaftsgemeinde (Herrenshoff, Herzbroich und Raderbroich) das Anrecht auf eine eigene Kapelle hatten. Immerhin zählte Herrenshoff damals zur Korschenbroicher Pfarrgemeinde St.Andreas.

Dass die Korschenbroicher nur ungern die Herrenshoffer aus ihrer Gemeinschaft ziehen ließen, ist selbst heute noch nachvollziehbar. Wie der Heimatchronist Dr..Jakob Bremer heraus fand, war es Anno 1888-1890 eine Gruppe von Junggesellen, die sich wöchentlich um Wilhelm Schlechtriem auf dem Schippershof trafen und sich für den Bau einer Kapelle in Herrenshoff stark machten. Denn das Verlangen nach einem eigenen Gotteshaus war in jener Zeit ein nicht enden wollendes Dorfgespräch. Die Gruppe begann unter sich Geld zu sammeln und einen Arbeitskreis zu gründen.

Offiziell erhielt der Ausschuss vom Bürgermeister die Erlaubnis, für den Kapellenbau Geld zu erbitten, und es bei der Gladbacher Sparkasse anzulegen. Aus dem Ausschuss wurde schließlich der Kapellenbauverein, der auch zu Gunsten des Vorhabens Theater spielte. Letztlich hatte man an die 3.000 Mark angespart. Als schließlich Johann Matthias Stumpen einen entsprechenden Bauplatz für die Kapelle (an der heutigen Schaffenbergstraße) zur Verfügung stellte, wandte sich der Vorsitzende des Bauvereins, Friedrich Kreutzer, an den zuständigen Dechanten in Odenkirchen, der den Herrenshoffer Wunsch an das erzbischöfliche Generalvikariat in Köln weiterreichte.

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In Köln lobte man zwar das Verlangen der Herrenshoffer, machte aber Anno 1893 bürokratisch geltend, dass das zur Verfügung stehende Baugelände nach "den gesetzlichen Bestimmungen" in das Eigentum der Pfarrkirche Korschenbroich überschrieben werden muss. Zusätzlich verlangte die Zivilgemeinde Korschenbroich den "Nachweis des Bedürfnisses" einen genauen Bebauungsplan und natürlich auch eine Kostenkalkulation. Um alle Forderungen zu erfüllen, gingen einige Jahre ins Land, so dass Anno 1904 viele Herrenshoffer die Hoffnung aufgaben.

Erst im Frühjahr 1909 sorgte der Hauptlehrer Vosdellen für einen neuen Anlauf. Es wurden neue Gelder gesammelt, so dass am Ende 25.000 Mark zur Verfügung standen. Ein Jahr später waren die letzten bürokratischen Hürden genommen, dennoch wurde erst 1912 die Baugenehmigung erteilt. Der Korschenbroicher Maurermeister Bösch erhielt für 27.000 Mark den Bauauftrag. Die in den Grundstein niedergelegte lateinische Urkunde lautete in der Übersetzung: "Zur größeren Ehre des dreifaltigen und dreieinigen Gottes und zur Verehrung des heiligsten Herzens Jesu. Der Bauplan dieses Gotteshauses stammt von dem Architekten Wilhelm und Paul Sültenfuß in Düsseldorf."

Vier Tage vor Heiligabend Anno 1913 weihte der Korschenbroicher Pfarrer Otto die Herz-Jesu-Kapelle unter großer Beteiligung der Herrenshoffer Bürgerschaft ein und zelebrierte das erste Hochamt in Herrenshoff. Der Innenraum des kleinen Gotteshauses betrug 154 Quadratmeter. Während 1925 das Pfarrhaus gebaut werden konnte, fügte 1956 ein Kreis von engagierten Gemeindemitglieder das Kirchenschiff hinzu. Um diesen Bau zu ermöglichen, brachte die Glaubensgemeinschaft wieder manches Opfer.

Seit Jahresbeginn ziert die Denkmaltafel des Landes Nordrhein-Westfalen das zwischenzeitlich zur Pfarrkirche erhobene Gotteshaus an der Schaffenbergstraße. Die Herz-Jesu-Pfarrgemeinde hat allen Grund auf ihre Kapellen-Kirche stolz zu sein und zum Jubiläumsfest der Hubertus-Schützenbruderschaft festliche Flagge zu zeigen. P. Mabe

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