1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Jüchen: Streit um Geld für Sporthallen-Pflege

Jüchen : Streit um Geld für Sporthallen-Pflege

Die 3,7-Millionen Euro-Halle an der Gierather Straße ist noch nicht fertig – schon gibt es Ärger zwischen der Verwaltung und der SG Gierath. Streitpunkt ist die Aufwandsentschädigung, die die Sportler für die Pflege der Halle erhalten sollen.

Die 3,7-Millionen Euro-Halle an der Gierather Straße ist noch nicht fertig — schon gibt es Ärger zwischen der Verwaltung und der SG Gierath. Streitpunkt ist die Aufwandsentschädigung, die die Sportler für die Pflege der Halle erhalten sollen.

Die Bauarbeiten an der neuen Dreifachsporthalle am Sportzentrum zwischen Gierath und Bedburdyck stehen kurz vor dem Abschluss — lediglich einzelne Gewerke im Innern müssen noch ausgeführt werden. Doch gut zwei Monate vor der offiziellen Eröffnungsfeier am 29. September gibt es jetzt bereits den ersten Ärger. Der Grund: Die Sportgemeinschaft (SG) Rot-Weiß Gierath hält die Aufwandsentschädigung, die die Verwaltung für Pflege und Instandhaltung an den Verein zahlen will, für zu gering. Ein weiteres Ärgernis für die SG: Ihr Rhönrad-Herbstpokal am 15. September kann nicht in der neuen Halle, sondern in der Dreifachhalle der Realschule Jüchen stattfinden. Denn es ist unklar, ob bereits zu diesem Termin die Bauabnahme für die neue Halle erfolgen kann.

Doch es geht vor allem ums Geld: "Im Raum steht eine Summe von gerade einmal 6946 Euro brutto, die uns die Gemeinde monatlich zur Verfügung stellen will", erklärte SG-Vorsitzender Heinz Kiefer bei der Mitgliederversammlung. Mit diesem Betrag könnten weder eine Reinigungsfirma, die die Halle in regelmäßigen Abständen auf Vordermann bringt, noch Putzmittel und Sanitärbedarf bezahlt werden. "Und das ist noch nicht alles", sagt Kiefer, "da kommen noch Kosten für Instandhaltung, Reparaturen und die Außenpflege dazu."

Bürgermeister Harald Zillikens wollte die Zahlen auf Anfrage unserer Redaktion aufgrund "laufender Vertragsverhandlungen" nicht bestätigen. Er versprach aber eine "faire Lösung". "Wir wollen gleichmäßige, fair bemessene Maßstäbe setzen und alle Vereine je nach Nutzungsumfang im gleichen Maße fordern", sagt Zillikens.

SG-Vorsitzender Heinz Kiefer würde sich jedenfalls wünschen, dass die in Zukunft anfallenden Arbeiten komplett neu ausgeschrieben werden und so bis September ein Vertrag entsteht, "der uns Ehrenamtlern die Pflege der Halle bezahlbar macht", so Kiefer. Er fürchtet, demnächst nicht mehr in der Lage zu sein, den Sportvereinen eine ordentliche Dreifachhalle mit sauberen Toiletten, intakten Geräten und einem gepflegten Außenbereich bieten zu können. "Wir werden weiter verhandeln", sagt Harald Zillikens, der die Lage entspannt — und alles andere als endgültig entschieden — sieht. — "Ich hoffe, dass wir im Interesse der Sportler rechtzeitig einen gemeinsamen Nenner finden", sagt Kiefer.

Bis der Innenausbau fertig ist, die Bauarbeiten abgenommen und alle Sportgeräte in die neue Halle überführt sind, müssen die Vereine wohl in die anderen Sporthallen der Gemeinde ausweichen. Welche Arbeiten in der neuen Halle jetzt noch verrichtet werden und welche Anregungen der Sportler eventuell noch verwirklicht werden, entscheidet der Arbeitskreis "Dreifachhalle", der sich aus den Architekten, Vereinsvertretern, Kommunalpolitikern und aus der Verwaltung zusammensetzt.

(cka)