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Strandfußball: Neusser David Hoeveler ist „King of the Beach“

Strandfußball : Neusser David Hoeveler ist „King of the Beach“

Im Finale der Deutschen Meisterschaft im Strandfußball schlägt der 25-Jährige mit den Beach Royals Düsseldorf die Rostocker Robben mit 4:3.

Ein Neusser ist Fußball-Nationalspieler und gerade erst mit seinem Verein Deutscher Meister geworden. Klingt komisch, ist aber so. Okay, statt auf dem grünen Rasen hat er diese Erfolge im Sand gefeiert. Die Rede ist von David Hoeveler, deutscher Beachsoccer-Nationalspieler und frischgebackener Deutscher Meister mit den Beach Royals Düsseldorf. Am Strand von Warnemünde setzte sich der 25-jährige mit seinem Team die Krone auf. Es war der bisher größte Erfolg in Hoevelers vergleichsweise kurzer Sand-Karriere. Denn bevor er sich 2017 dem Düsseldorfer Team anschloss, kickte er auf den Plätzen im Rhein-Kreis – zuletzt für den SV Uedesheim.

Den Weg zum Beachsoccer fand der in Neuss lebende Sportstudent über eine Verletzung. Während des „Reha-Marathons“ absolvierte er auch einige Einheiten im Sand. Ein Freund brachte ihn dann auf die Idee, es dort auch mal mit dem Ball zu versuchen. Aus einer Idee wurde schnell eine Leidenschaft. Der Weg zum Deutschen Meistertitel war indes kein Marathon, sondern eher ein Sprint. Denn neben den Beach Royals Düsseldorf hatten für die aktuelle Saison der Deutschen Beachsoccerliga, das Äquivalent zur Deutschen Fußball-Bundesliga, nur neun weitere Teams gemeldet. Hoeveler erklärt: „Wie lange die Saison ist, kommt immer auf die Meldungen der Mannschaften an. Letzte Saison waren es beispielsweise mehr Teams, da hatten wir sechs Spieltage. Dieses Jahr hatten wir eine sehr verkürzte Saison mit nur drei Spieltagen.“ Die Spieltage finden immer zentral an einem Ort statt. Dieses Jahr ging der Weg zum Finalturnier nach Warnemünde über Hamburg, Düsseldorf und München.

 Das ist das Ding! David Hoeveler mit der Meisterschale.
Das ist das Ding! David Hoeveler mit der Meisterschale. Foto: Beach Royals Düsseldorf
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Die Hauptrunde schlossen die Düsseldorfer mit Hoeveler auf dem zweiten Platz hinter dem Dauermeister, den Rostocker Robben, ab. Die Truppe von der Ostsee gilt als feste Größe in der Szene, gewann zuletzt sechs DM-Titel in Folge. Eine Dominanz, unter der auch die Beach Royals zu leiden hatten: 2018 und 2019 wurden sie zweimal Vizemeister hinter den Norddeutschen. Erst in diesem Jahr reichte es für den Sprung nach ganz oben: Im Halbfinale gegen die Bavaria Beach Bazis steuerte Hoeveler den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 zum 5:3-Erfolg bei. Im Finale gelang den Düsseldorfern dann die Revanche gegen Rostock.

Der 4:3-Finalsieg bescherte Hoeveler und seinen Mitspielern den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. „Eine Herzenssache, weil wir zusammen alles aufgebaut haben. Ich habe in Düsseldorf angefangen und viel Aufwand reingesteckt. Meine Teamkollegen sind mittlerweile Freunde. Dass das dann alles auch in so einen Erfolg mündet, ist besonders schön.“ Dass die Organisation der Liga weitestgehend ehrenamtlich und eigenverantwortlich läuft und Beachsoccer national kaum Aufmerksamkeit erfährt, schmälert den Erfolg zwar nicht, bringt Hoeveler aber zum Nachdenken: „Im Ausland ist jede Nation in Sachen Beachsoccer weiter als Deutschland. Der DFB hat es mal probiert, aber nach ein paar Jahren aufgegeben. Es wäre schön, wenn man ein wenig mehr Unterstützung erfahren würde, so wie es beispielsweise gerade im Futsal läuft.“

Und deswegen geht nicht nur Hoevelers Blick ins professionellere Ausland, sondern auch Hoeveler selbst. Seit Dienstag befindet er sich im Land des Weltmeisters und spielt um den russischen Pokal. Als Beachsoccer-Spieler darf man nämlich pro Saison in jedem Land in einem Team spielen. Die professionellen Beachsoccer-Spieler wechseln üblicherweise munter die Trikots während einer Saison. Hoeveler streift sich in diesen Tagen das Trikot eines russischen Zweitligisten über und spielt mit Akteuren zusammen, die er vorher noch nie gesehen hat. „Die Teams kommen auf die Spieler zu und unterbreiten Angebote“, so Hoeveler. Und die Angebote aus dem Ausland, speziell aus Italien, Spanien, Portugal oder Russland, sind äußerst lukrativ.

Nach seiner Zeit in Russland ist die Saison dann quasi vor dem Winter vorbei. „Vielleicht gibt es noch eine Art Klub-WM, aber das steht noch in den Sternen“. Russland soll aber nicht der letzte internationale Meilenstein in seiner Beachsoccer-Karriere bleiben. Mit der Nationalmannschaft, zu deren festen Kader er seit rund zwei Jahren zählt, möchte er unter die Top 8 der Welt. Bislang ist Deutschland auf dem internationalen Parkett nur sporadischer Gast. Damit sich das ändert, trainiert Hoeveler fast wie ein Profi. „Wir haben dreimal die Woche Mannschaftstraining im Sand, dazu absolviere ich meist zwei individuelle „Sand-Einheiten“ und gehe nach Möglichkeit noch zweimal in den Kraftraum.“

Seine Ziele sind ganz konkret: „Ich möchte nächstes Jahr den Liga-Titel verteidigen und entweder in der russischen oder italienischen Liga spielen.“