Leichtathletik Tolles Comeback zum Silberjubiläum

Straberg · Nach zwei Jahren corona-bedingter Pause nahmen bei der 25. Auflage des Straberger Crosslaufs mehr als 200 Sportler und Sportlerinnen die durchaus anspruchsvolle, aber bildschöne Strecke im und am Walddorfstadion unter die Füße.

 Start zum Mittelstreckenrennen über 3750 Meter mit den Siegern Jakob Nowicki-Koth (l./Nummer 249) und Romy Winzen (r./196).

Start zum Mittelstreckenrennen über 3750 Meter mit den Siegern Jakob Nowicki-Koth (l./Nummer 249) und Romy Winzen (r./196).

Foto: Federwisch/FC Straberg

Der gemeine Fußballer ist eher lauffaul. Von Philipp Lahm, Kapitän der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 2014, ist die Aussage überliefert: „Ich liebe den Fußball, aber ich hasse es zu laufen.“ Paul Mertes tickt da komplett anders. Der mit aktuell 18 Treffern beste Torjäger des in der Kreisliga B hart auf Kurs Richtung Aufstieg steuernden FC Straberg sprintete beim 25. Straberger Crosslauf auf der Mittelstrecke (3750 Meter) in blitzsauberen 14:07 Minuten auf Platz drei – und war damit schnellster Teilnehmer aus dem Rhein-Kreis.

Nur eine von vielen Geschichten beim strahlenden Silberjubiläum. Nach zwei Jahren corona-bedingter Unterbrechung hatten sich der 20-Jährige und seine Kicker-Kollegen aus der Kreisliga im Walddorfstadion gemeinsam mit 200 Aktiven den Prüfungen der Bilderbuch-Crossstrecke gestellt. Drei künstliche Hügel und ein Strohballen-Hindernis auf dem Wiesenparcours sowie anspruchsvolle Bodenwellen auf dem Streckenabschnitt durch den Mühlenbusch verlangten den Läuferinnen und Läufern alles ab – das unrhythmische Laufen auf dem schwierigen Kurs kostete Körner und Sekunden. Genau so und nicht anders soll es beim Querfeldeinlaufen sein.

Die Fußballer des FC Straberg, die den Aufstieg in die Kreisliga A anpeilen, nutzten das Crosslauf-Heimspiel zum Start in die Rückrundenvorbereitung: (v.l.) Julius Gerhards, Max Neuen und Konrad Schwarz.

Die Fußballer des FC Straberg, die den Aufstieg in die Kreisliga A anpeilen, nutzten das Crosslauf-Heimspiel zum Start in die Rückrundenvorbereitung: (v.l.) Julius Gerhards, Max Neuen und Konrad Schwarz.

Foto: Federwisch/FC Straberg

Jeweils überlegene Siege feierten Jonathan Homberg (Blau-Weiß Bochum) in 27:28 Minuten über 7500 Meter und Jakob Nowicki-Koth (SFD 75 Düsseldorf) in 13:09 Minuten auf der halb so langen Mittelstrecke. Bei den Frauen triumphierten Astrid Burghart (ASV Duisburg/33:03) und Romy Winzen (LAZ Mönchengladbach/14:56).

Die besten Ergebnisse der Läufer aus dem Rhein-Kreis erzielten mit jeweils dritten Plätzen der Kleinenbroicher Kai Ballmann in 29:45 Minuten über die Langstrecke und die unverwüstliche Ute Jenke (DJK Novesia Neuss/37:10). Der mit 80 Jahren älteste Teilnehmer Alfred Karstens wurde nach 49 Minuten auf den letzten 100 Metern der Langstrecke von Vereinsfreunden der SG Neukirchen/Hülchrath ins Ziel begleitet. Ein wunderschöner Abschluss für das Straberger Crosslauf-Comeback mit seiner gelungenen Mischung aus Wettbewerben für alt und jung. Zum Auftakt hatte die siebenjährige Mila Grubusch (FC Straberg) über 800 Meter sogar die gleichaltrigen Jungs hinter sich gelassen.

Im neu geschaffenen Nachwuchs-Cross-Cup des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (Altersklassen U14 bis U18) gab es derweil nur „Auswärtssiege“ – mit einer Ausnahme: Sydney von Zons (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) überspurtete den Zielstrich in der Altersklasse U14 nach 1250 Metern in 4:30 Minuten gleichauf mit Robert Biesner (ASV Köln). Dessen Trainerin ist die 63-malige Deutsche Meisterin Brigitte Kraus, was ihrem Lob für die Strecke Gewicht verschaffte. „Wir sind froh über den gelungenen Wiederbeginn und die vielen begeisterten Kommentare der Aktiven“, zog Organisationsleiter Jürgen Cziommer zufrieden Bilanz. Die Teilnehmerzahl (245 Anmeldungen und 198 Finisher) lag über dem Durchschnitt der letzten Jahre vor der Covid-Pandemie.

Cziommer hofft, „dass das positive Echo auf den Crosslauf auch auf den Drittel-Marathon einzahlt, den wir erstmals am 1. September veranstalten wollen.“ Der anstelle des Mai-Volkslaufs nun für den Spätsommer geplante Straßenlauf über 14,065 Kilometer soll Langstrecklern ein ideales Vorbereitungsrennen für den vier Wochen später stattfindenden Köln-Marathon bieten. Vielleicht kommt dann ja auch Philipp Lahm nach Straberg. Der Ex-Profi bekannte nämlich: „Einen Marathon zu laufen, das ist schon eine Horrorvorstellung für mich.“

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