Krefeld und Dortmund warten noch auf den Spitzenreiter: Stoppen kann die Elephants wohl keiner mehr

Krefeld und Dortmund warten noch auf den Spitzenreiter: Stoppen kann die Elephants wohl keiner mehr

Die Konkurrenz verneigt sich in Ehrfurcht. "Grevenbroich ist einfach eine Klasse besser als alle anderen Mannschaften der Liga." Für Hubert Beck, Coach des FC Schalke 04, stand nach bereits der 58:90-Abfuhr im Spitzenspiel am 25. Januar in Gustorf fest: Er hatte den Meister der Basketball-Regionalliga gesehen. Wenn die Elephants Grevenbroich um John Bynum (Mitte) am 8. März zum wiedererstarkten SVD Dortmund fahren, könnte es noch mal eng werden für den Spitzenreiter. Ansonsten ist das Restprogramm jedoch machbar. NGZ-Foto: H. Jazyk -->

Die Konkurrenz verneigt sich in Ehrfurcht. "Grevenbroich ist einfach eine Klasse besser als alle anderen Mannschaften der Liga." Für Hubert Beck, Coach des FC Schalke 04, stand nach bereits der 58:90-Abfuhr im Spitzenspiel am 25. Januar in Gustorf fest: Er hatte den Meister der Basketball-Regionalliga gesehen. Wenn die Elephants Grevenbroich um John Bynum (Mitte) am 8. März zum wiedererstarkten SVD Dortmund fahren, könnte es noch mal eng werden für den Spitzenreiter. Ansonsten ist das Restprogramm jedoch machbar. NGZ-Foto: H. Jazyk -->

Ernsthafte Zweifel am Aufstieg der Elephants in die Zweite Bundesliga hegt spätestens nach deren 95:81- Heimsieg am vergangenen Samstag über die Hertener Löwen vor mehr als 1000 Zuschauern allenfalls noch Erfolgscoach Raphael Wilder, dem selbst ein Sechs-Punkte-Polster auf Krefeld und Dortmund noch nicht genug ist. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

Sein "Worst-Case"-Szenario: Nach einer Niederlage am Wochenende im Gipfelkampf bei den Krefeld Panthers schmilzt der Vorsprung auf vier Zähler zusammen. Und weil die Elephants auch den direkten Vergleich mit den Seidenstädtern verloren hätten, würde sie eine weitere Schlappe in arge Nöte versetzen. Wilder: "Ich möchte am letzten Spieltag in Uerdingen nicht unbedingt gewinnen müssen, dann lastet aller Druck auf uns. Lieber wäre es mir, wir würden die Sache schon eine Woche vorher zuhause gegen Recklinghausen regeln."

Sieben Spiele stehen noch aus, fünf davon müssen die Elephants gewinnen - um ganz sicher zu gehen. Doch welcher Klub ist ernsthaft in der Lage, Whitney Harris & Co. ein Bein zu stellen? Ein Blick aufs Restprogramm sorgt für Aufklärung:

- Krefeld Panthers (88:107 im Hinspiel): Die US-Auswahl fügte den Elephants die bislang einzige Saisonniederlage zu, hat personell weiter aufgerüstet. Ex-Bundesligastar Steven Key (Trainer beim Zweitligisten ART Düsseldorf) läuft zwar nicht mehr für die Panthers auf, doch seit einigen Wochen geht Dortmunds erstligaerfahrener Spielmacher Zuri Williams für das Team von Coach Chris Cummings auf Punktejagd. Unterstützt wird er von Ali Thomas und Steve Moyer, der zuletzt beim 102:69-Sieg in Leverkusen 37 Punkte (elf Dreier!) markierte. Unter den Körben räumen Duez Henderson und der holländische Centerriese Henk Pieterse auf. Sicherlich der härteste Gegner.

- SV Union Opladen (85:66): Der Tabellenelfte wird seit Beginn der Rückrunde von dem spielenden Trainergespann Steven St. Martin und Pete Jarchow betreut (haben Ralf Luckmann ersetzt). St. Martin, vor zwei Jahren auch mal beim SV Uedesheim im Gespräch, verfügt über Regionalliga-Erfahrung, Dirk Schiele ist an guten Tagen für mehr als 20 Punkte gut. Eine Gefahr für die Elephants ist der Neuling indes nicht.

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- SVD 49 Dortmund (71:58): Nach den Abgängen von Trainer Peter Kortmann sowie der Leistungsträger Arndt Severing (Schalke), Jason Rueter (Hilden) und Zuri Williams (Krefeld) schien der finanziell arg gebeutelte Ex-Bundesligist aus dem Rennen. Doch unter Spielertrainer Peter Radegast läuft's prima. Die erfahrene Crew um Kai Friedrich (29 Punkte gegen Schalke) überraschte mit Siegen über Salzkotten (93:75) und Schalke 04 (91:76). Vorsitzender Gerd Gräf hält die Zweite Bundesliga mittelfristig für machbar, langfristig ist die Rückkehr ins Oberhaus geplant. Dortmund könnte sich als letzte harte Nuss erweisen.

- BSV Wulfen (92:63): Der Dino der Liga ist komplett abhängig von der Form seines Spielertrainers Rob Stearns. Im Hinspiel machte er gegen John Bynum kaum einen Stich. Der zweite "Ami" Luke Condill ist nicht stark genug, um das Team im Alleingang zu führen. Ergo: Wulfen dürfte in Gustorf keine Chance haben.

- TGH Wetter (102:79): Der Aufsteiger machte zuletzt mit einem Sieg über Uerdingen (97:88) einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. Im Hinspiel leisteten Tobias Wiesner, Marcus Höhn und Martin Wasilewski Grevenbroich gehörigen Widerstand. Nette Jungs, die freilich keine Angst verbreiten.

- OD Recklinghausen (120:76): Schon mit dem inzwischen gefeuerten Yancey Taylor kaum mehr als ein Sparringspartner. Auch Trainerwechsel - Berthold Ulrich wurde abgelöst von Donato Briganti, der wiederum Platz machte für Ingo Brohl/Pit Lüpscher - brachten dem überforderten Schlusslicht nichts. Einziger Saisonsieg gelang am 12. Oktober (90:87 gegen Wetter).

- Bayer Uerdingen (87:77): Läuft alles "normal", ist Grevenbroich am letzten Spieltag längst Meister. Wenn nicht, wird's noch mal hart gegen die Herren Witt, Rimarcuk, Drijencic, Koch und Lickfeld. Dirk Sitterle

(NGZ)
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