Konjunkturpaket II : Stolpergefahren bannen

In Steinhausen werden die ersten Mittel aus dem Konjunkturpaket II eingesetzt – Bordsteine werden abgesenkt. Barrierefreiheit an 128 Stellen im Stadtgebiet ist geplant. Dafür bekommt die Stadt 517 000 Euro.

In Steinhausen werden die ersten Mittel aus dem Konjunkturpaket II eingesetzt — Bordsteine werden abgesenkt. Barrierefreiheit an 128 Stellen im Stadtgebiet ist geplant. Dafür bekommt die Stadt 517 000 Euro.

Steinhausen Mehr Barrierefreiheit für Korschenbroich — das Konjunkturpaket II macht's möglich: Die Stadt hat unverzüglich reagiert, in Steinhausen ist bereits ein Bagger der Mönchengladbacher Firma HKB vorgefahren, drei Mitarbeiter sind damit beschäftigt, Bordsteine abzusenken und so genannte Blindenplatten als Orientierungshilfe zu verlegen.

Auf der Hildegundisstraße in Höhe der Kindertagesstätte und des Gemeindehauses wird es zurzeit für Autofahrer ganz schön eng, weil dort ein Bagger parkt. Dort werden die ersten "Gehwegabsenkungen", wie es im Fachjargon heißt, vorgenommen. Jürgen Sebralla von HKB sorgt dafür, dass sich die Unannehmlichkeiten für die Anwohner in Grenzen halten: "Wir fangen erst um acht Uhr an, damit die Leute nicht so früh geweckt werden." Die Flächen, die auf dem Gehweg mit gelber Farbe markiert wurden, werden bis auf zwei Zentimeter über Straßenniveau abgesenkt.

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Bevölkerung wird älter

Bürgermeister Heinz Josef Dick ist schon ein bisschen stolz darauf, dass die Stadt Korschenbroich so schnell reagiert hat: "Wir sind eine der ersten Gemeinden, die Mittel aus dem Konjunkturpaket II einsetzt." In den vergangenen Jahrzehnten habe Barrierefreiheit keine große Bedeutung gehabt. Bei Neubaumaßnahmen werde sie jedoch von vornherein umgesetzt.

"Die Bevölkerung wird älter, die Gehwegabsenkungen nützen deshalb nicht nur Behinderten", gab Dick jetzt vor Ort zu verstehen. Tiefbauamtsleiter Christoph Herchner verriet, nach welchen Kriterien die zu bearbeitenden Gehweg-Segmente ausgesucht wurden: "Wir werden vornehmlich vor Kindergärten, Schulen und Ärztehäusern aktiv." In Korschenbroich gebe es zwar keine Unternehmen, die in der Lage seien, entsprechende Arbeiten auszuführen, trotzdem wollte man im Rathaus die Region stärken: "Wir haben die Leistungen beschränkt ausgeschrieben, damit Firmen in der Region profitieren können", erklärte der Bürgermeister.

In Liedberg werden zwölf Maßnahmen umgesetzt, in Glehn 19. Dann geht es Schritt für Schritt weiter — kein Wunder, dass Siegbert Schmitz, der Behindertenbeauftragte der Stadt, am Mittwoch mit der Arbeit der Verwaltung sehr zufrieden war.

Theoretisch kann ein Blinder bald dank der Absenkungen und der an überdimensionierte Legosteine erinnernden Tastleisten vom Gemeindehaus an der Hildegundisstraße bis zur Liedberger Schule gehen, um nur ein Beispiel zu nennen.

In drei Wochen werden die entsprechenden Arbeiten für einen Teilbereich von Kleinenbroich ausgeschrieben, Ende des Jahres könnte dann mit den Absenkungen dort begonnen werden. In 2010, so ist es geplant, wird die Maßnahme abgeschlossen.

(RP)
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