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Jüchen: Stilles "Aus" für den Jüchener Werbering

Jüchen : Stilles "Aus" für den Jüchener Werbering

Die Händlergemeinschaft hat sich aufgelöst; sie konnte keinen neuen Kassierer finden. Deshalb fällt auch das Sommerfest aus.

Wer Anfang Juli auf das Sommerfest des Werberings Jüchen gewartet hat, hat dies vergeblich getan. Denn der Zusammenschluss existiert nicht mehr. Nachdem Kassiererin Lydia Meuter aus persönlichen Gründen ihren Posten aufgegeben hatte, fand sich laut Pressesprecher Werner Hüsselmann kein Nachfolger. "Es waren nur sechs Mitglieder bei unserer letzten Versammlung. Keiner wollte den Posten übernehmen", sagt Hüsselmann. Deshalb habe sich der Vorstand um den Vorsitzenden Michael Ermer entschlossen, den Verein endgültig aufzulösen.

Im Jahr 2011 gründeten Händler den Werbering neu. Jetzt wurde er erneut aufgelöst. Auch das Sommerfest findet nicht mehr statt. Foto: M. Reuter

Olivia Dietrich, Wirtschaftsförderin der Gemeinde, beobachtet dies mit Sorge: "Die finanziellen und personellen Möglichkeiten eines jeden Einzelnen, etwas zu bewegen, sind begrenzt. Daher ist ein Zusammenschluss der Gewerbetreibenden, Gastronomen und Dienstleister vor Ort unheimlich wichtig." Wichtiger als die Form sei aber das Ergebnis: "Es muss etwas dabei herauskommen."

Vor zwei Jahren hatte sich der Werbering neu formiert. Er ging mit einem neuen Logo und einem neuen Slogan an den Start, wollte sich für den Handelsstandort Jüchen einsetzen. Doch die Mitgliederzahl von 21 sank unaufhaltsam: "Einige Geschäfte haben geschlossen. Andere Unternehmer hatten zu wenig Zeit", sagt Hüsselmann. Auch der Monatsbeitrag von 20 Euro sei Kündigungsgrund gewesen. Doch innerhalb der Händlergemeinschaft hat es nach NGZ-Informationen immer wieder Kritik am Führungsstil von Michael Ermer gegeben. Er soll sich, so ein Vorwurf, bei Veranstaltungen zu sehr um die Fläche vor seinem Rewe-Markt gekümmert haben. Zudem sei der Informationsfluss schlecht gewesen. Michel Ermer war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Werner Hüsselmann bestätigt zwar die Kritik, will sie aber nicht teilen: "Michael Ermer ist jemand, der etwas bewegt. Ich habe immer gern mit ihm zusammengearbeitet."

Was Hüsselmann enttäuscht hat: "Die mangelnde Einsatzbereitschaft. Es waren immer dieselben, die etwas getan haben." Besonders das Sommerfest 2011 — kombiniert mit dem Niederrheinischen Radwandertag — wertet er als Erfolg. Obwohl die Schützen in Priesterath/Stolzenberg kritisierten, dass es parallel zu ihrem Heimatfest lag. Die Jüchener müssen nicht nur aufs Sommerfest verzichten: Auch in Priesterath wurde erstmals keine Hahnenkirmes gefeiert. Im Verein waren Vorstandsposten vakant.

Olivia Dietrich hofft jetzt auf einen neuen Stammtisch — ein Ergebnis der Händlergespräche: "Ein Stammtisch der Gewerbetreibenden zur Ideenfindung und Umsetzung wurde ins Leben gerufen und trifft sich erstmalig nach den Sommerferien — eine positive Entwicklung."

(NGZ)