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Sportpolitik: Stiftung Sport: Mit 50.000 Mark fing es an

Sportpolitik : Stiftung Sport: Mit 50.000 Mark fing es an

Der Geburtshelfer war prominent: Heute auf den Tag genau vor 25 Jahren unterzeichnete Dr. Eberhard Munzert in Vertretung des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Schnoor die Genehmigung für die "allgemeine selbständige Stiftung Sport im Kreis Neuss mit Sitz in Neuss".

Munzerts Unterschrift – er war von 1985 bis '88 Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes – vom 24. März 1986 brachte einen Mann zum Strahlen: Alfons Kranz. Der Kreistagsabgeordnete aus Glehn hatte ein Jahr zuvor die Gründung der damals bundesweit einmaligen Stiftung auf den Weg gebracht – mit einem Antrag an den Kreis-Finanzausschuss, der Kreis möge 50 000 Mark für die Gründung einer Stiftung zur Förderung des Leistungssports bereitstellen. Seine Begründung: "Die hervorragende Entwicklung des Sports im Kreis Neuss – insbesondere des Breitensports – hat das Abwandern von Spitzensportlern zu leistungsstarken Großvereinen in den Nachbarstädten leider nicht verhindern können." Es sei deshalb "an der Zeit, die Förderung des Leistungssports zu intensivieren und als gesellschaftspolitische Aufgabe besonderen Ranges anzuerkennen."

Die Früchte seiner Bemühungen kann Alfons Kranz heute Abend erleben: 117 Sportlerinnen und Sportler, allesamt Deutsche Meister oder Platzierte bei Welt- und Europameisterschaften, haben sich für die Kreis-Sportlerehrung angesagt, in deren Rahmen auch das 25-jährige Bestehen der "Stiftung Sport" gefeiert wird. Hinzu kommen 22 (von insgesamt 40) Teilnehmer der Olympischen Spiele von 1960 bis 2008, von denen 13 durch die Stiftung Sport gefördert worden sind. So wie Thomas Becker. Der Slalom-Kanute vom WSC Bayer Dormagen war bei den Spielen in Seoul (1988), Barcelona (1992) und Atlanta (1996) dabei: "Ohne die Unterstützung der Stiftung Sport wäre es deutlich schwerer geworden. Durch die finanzielle Absicherung konnte ich mich zu 100 Prozent auf meinen Sport konzentrieren und hatte nicht immer die Sorgen im Kopf, wie ich den nächsten Monat finanziert bekomme", sagt der 43-Jährige, inzwischen Lehrer an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Nievenheim, rückblickend.

Dabei waren die Anfänge bescheiden. Im ersten Jahr wurden 71 700 Mark, ermöglicht durch Kreismittel sowie Spenden der Kreissparkasse Grevenbroich und der Stadtsparkasse Neuss, an 62 Sportlerinnen und Sportler ausgeschüttet – darunter bekannte Namen wie Andreas Beikirch, Michael Faller und Wolfgang Dittrich.

Lebte die "Stiftung Sport" anfangs von der Hand in den Mund, änderte sich das 1992 durch eine Zustiftung der Kreissparkasse von zwei Millionen Mark, mit der sich das Stiftungskapital auf 2,05 Millionen Mark erhöhte. Inzwischen beträgt es 3,1 Millionen Euro, hat die "Stiftung Sport" in 25 Jahren 3,6 Millionen Euro Fördergelder ausgeschüttet. Gut angelegtes Geld, wie ihr "Gründungsvater" findet: "Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn sich sehe, zu welchen Persönlichkeiten sich junge Sportler bereits entwickelt haben", sagt Alfons Kranz. Davon kann er sich heute Abend wieder überzeugen.

Info Die Geschichte der Stiftung Sport gibt es als 50-seitiges Buch, kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle, Lindenstraße 16, in Grevenbroich, Tel. 0 21 81/601 40 60

(NGZ)