Jüchen : Stiftung sammelt Geschenke

Zum zweiten Mal organisiert die Bürgerstiftung Jüchen ab November die Weihnachtswunschbaumaktion. Die Zahl der Kinder aus armen Familien ist deutlich gestiegen. Deshalb sollen auch mehr Präsente gesammelt werden.

In Jüchen leben heute mehr Kinder in beengten finanziellen Verhältnissen als 2010. Dies sagt Annerose Böhm-Weyerstrass, Leiterin des Sozialamtes der Gemeinde. Zudem gibt es mehr Familien, in denen trotz Arbeit das Geld für Weihnachtsgeschenke eher knapp ist. Ein Einsatz für die Bürgerstiftung Jüchen.

Die Ehrenamtler wollen mit der zweiten Weihnachtswunschbaumaktion dafür sorgen, dass sich Mädchen und Jungen aus sozial schwachen Familien über ein Päckchen freuen können. "Bei der Premiere waren wir von der Großzügigkeit der Jüchener überwältigt", sagt Andrea Waßenberg, Mitglied der Bürgerstiftung. In wenigen Tagen waren alle Wünsche vergriffen. Jetzt sollen mehr als 200 Weihnachtsgaben gepackt werden.

Und so können die Jüchener Kindern eine Freude machen: In den drei Sparkassen-Filialen in Jüchen, Hochneukirch und Bedburdyck werden Tannenbäume aufgestellt. Deren Zweige sind mit Postkarten dekoriert, auf denen Name, Alter und Geschenkwunsch eines Kindes stehen. Ganz oben auf der Wunschliste 2010: Kleidung, Spiele, Lego.

"Wer einen Wunsch vom Baum pflückt, wird in eine Liste eingetragen und gestrichen, sobald er das Präsent abgibt", erläutert Andrea Waßenberg. Der Adressatenkreis wurde deutlich erweitert: Nicht nur Wünsche von Empfängern staatlicher Leistungen wurden gesammelt, sondern Wünsche von ärmeren Familien aus den Kindergärten St. Martinus und Hochneukirch.

"Viele Menschen waren so enttäuscht, niemandem eine Freude machen zu können. Ihnen schien es so wichtig zu sein, für andere Jüchener etwas zu tun", so Waßenberg. — "Nicht nur die Kinder, auch die Schenker beschenkten sich selbst — durch die Freude, die sie bereiteten", ergänzt Annette van Dorp, Sprecherin der Stiftung. Konkrete Hilfe vor der eigenen Haustür zu leisten — darin sehen Waßenberg und van Dorp auch den Grund für die unerwartet große Resonanz.

Mehr Spender als Empfänger

Zunächst hatten die Stiftungsmitglieder überlegt, mehr Tannenbäume für die Kinderwünsche aufzustellen, sich aber dagegen entschieden: "Mit Jüchen, Hochneukirch und Bedburdyck ist die Fläche von Jüchen gut abgedeckt", sagt Andrea Waßenberg. Sollte es wieder mehr Spender als Wünsche geben, werde das Geld für die Kinder verwendet: Sie würden dann — zusätzlich zu ihrem persönlichen Wunsch — noch eine Weihnachtstüte mit Süßigkeiten erhalten.

(NGZ/rl)
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