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Leichtathletik: Steffi Platt trotzt allen Widrigkeiten

Leichtathletik : Steffi Platt trotzt allen Widrigkeiten

Trotz undankbarer Witterungsbedingungen und Verkehrsproblemen im Vorfeld der Veranstaltung war der mittlerweile 29. Nikolauslauf der TG Neuss im Jahnstadion wieder ein Erfolg. "Der Beginn war ein Fiasko, im Endeffekt bin ich aber hochzufrieden", resümierte Organisator Hans-Peter Heinen, der wochenlang mit Hockdruck an der Cross-Veranstaltung gearbeitet hatte.

Die drohte gegen Mittag, buchstäblich ins Wasser zu fallen, schlimmere Regengüsse blieben danach aber aus. Zudem verzögerte ein Verkehrschaos auf den umliegenden Autobahnen die Ankunft vieler Teilnehmer, so dass Heinen alle Läufe gezwungenermaßen um eine halbe Stunde verschob. Nachteil: Während es schon beim Hauptlauf der Frauen sowie der männlichen Jugend über 300 Meter so langsam düster wurde, starteten die Männer über 500 Meter in nahezu vollständiger Dunkelheit — gerade beim Crosslauf ein nicht zu unterschätzendes Risiko. "Wir hatten im Vorfeld ein paar Lampen an der Strecke aufgebaut, für das nächste Jahr müssen wir uns aber etwas einfallen lassen. Verletzt hat sich zum Glück aber niemand", so Heinen.

So konnten die Zuschauer und Unterstützer, die gerade während der Jugendläufe in großer Zahl an die Jahnstraße gekommen waren, kaum noch den packenden Zweikampf zwischen dem Aachener Polizisten Marcel Bischof und dem Top-Talent des TSV Bayer Dormagen, Carl Philip Heising, begutachten. Über 5000 Meter lieferten sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Bischof schließlich mit einem beherzten Antritt nach gut 3500 Metern für sich entschied. Er kam in 16:35 Minuten 21 Sekunden vor Heising ins Ziel. Der versuchte zwar vor allem zu Beginn der zweiten Runde alles, es war aber deutlich zu erkennen, dass kürzere Strecken dem Sprinter eher liegen.

Besser machte es seine Vereinskameradin Stephanie Platt, die als Favoritin über 300 Meter überzeugte. Als Erste überquerte sie die Ziellinie zwar nicht, das lag aber am zeitgleichen Start der männlichen Jugend. Sechs ihrer männlichen Kollegen musste Platt den Vorzug lassen, in 10:40 Minuten kam sie aber klar vor ihren Mitstreiterinnen ins Ziel, Zweite wurde die Düsseldorferin Madlen Muschert in 12:04 Minuten. Mit ihrer Leistung war die 20-Jährige zufrieden: "Das Rennen ist gut gelaufen, die Strecke war in hervorragendem Zustand. zum Glück konnten wir noch im Hellen starten." Für Platt war es der letzte Lauf des Jahres, "jetzt möchte ich fit bleiben und im nächsten Jahr wieder angreifen."

Dass Heinen sich über 440 Starter freuen konnte, hatte aus seiner Sicht einen simplen Grund: "Die sind doch alle nur wegen der leckeren Weckmänner hier."

(NGZ)