Jüchen : „Statt Kaffee gab es Espresso“

Jüchen (S.M.) Mit der zweiten Krönung eines Königspaars innerhalb von zwei Monaten endete jetzt das Jüchener Schützenfest. Auch wenn alles andere als Kaiserwetter herrschte, ließen sich die Schützen und ihre Gäste die Stimmung durch das schlechte Wetter nicht verhageln, wie der Rückblick von Präsident Hans-Hubert Krall deutlich machte.

Um Punkt 22.27 Uhr war die Inthronisierung des neuen Königspaars Frank und Andrea Venis abgeschlossen und die ausgedehnte Gratulationscour konnte beginnen. Der neue Schützenkönig des Bürgerschützen- und Heimatvereins (BSHV) hatte schon 2005 damit geliebäugelt, die Regentschaft zu übernehmen, wie Präsident Hans-Hubert Krall in seiner Laudatio verriet.

Mit dem gebürtigen Jüchener Frank Venis stellt der Schützenzug "Wallenstein" erstmals überhaupt den Jüchener König. Dem Zug gehört Frank I. seit 1990 an - 1983 zählte er zu den Mitgründern der Marine III. Königin Andrea stammt aus Herne, war dort im Karneval engagiert und bringt somit einschlägige Erfahrungen aus dem Vereinsleben mit. Gemeinsam mit ihren Eltern freuen sich die drei Prinzen Maximilian, Leon und Paul auf das bevor stehende Königsjahr.

Mit stehenden Ovationen hatten die Schützen und ihre Gäste zuvor das Königspaar Bernd und Simone Antweiler verabschiedet. Erst im Januar hatten sie den Thron übernommen und waren eine Woche vor Ostern gekrönt worden. Margarete Kranz würdigte die beiden als "ein Königspaar, das die Herzen der Bevölkerung im Sturm erobert hat" und attestierte ihnen, "ein Königspaar für ihr Volk" gewesen zu sein.

Für den scheidenden König gab es den Orden der Gemeinde und für die Königin einen Strauß Blumen als Anerkennung für die Anstrengungen der vergangenen fünf Monate. "Äußerlich ruhig, locker und souverän" habe das Königspaar seine Aufgaben gemeistert, betonte Hans-Hubert Krall. Bernd und Simone Antweiler hätten mit der unerwarteten Amtsübernahme "ein Zeichen gesetzt und ein Höchstmaß an Verantwortung gezeigt", stellte der BSHV-Präsident fest, womit er in sein Lob auch die "Kaiserschützen" und deren Frauen einbezog.

Die nahe liegende Frage, ob die Zeit als Königspaar nicht womöglich zu kurz gewesen sei, verneinte Bernd Antweiler ausdrücklich: "Statt Kaffee gab es Espresso - weniger Flüssigkeit, dafür voller und intensiver Geschmack." Aus seiner Begeisterung über den mit Blick auf die Akzeptanz in der Bevölkerung erlebten "Triumphzug" machte der scheidende König kein Hehl: " Für mich wurde ein Traum wahr, den ich vorher noch nie so richtig geträumt habe." Insbesondere dankte er den ihn und seine Frau unterstützenden Schützen, die "Herz und Seele dieses tollen Fests" seien "Wenn ihr wollt, ist das Jüchener Schützenfest in jedem Jahr ein Triumphzug, der seinesgleichen sucht", verabschiedete sich der König Bernd Antweiler.

Ein Abschied war das Schützenfest auch für General Manfred Wirtz, der die Truppe letztmals beim Festzug angeführt hat. Sein Adjutant Klaus Wawer verband das Bedauern darüber, dass es das "Gespann W/W" nach 15 Jahren nicht mehr geben werde, mit der Hoffnung auf weitere gemeinsame Reitstunden. Ihren neuen Regimentschef werden die Schützen bei einer außerordentlichen Generalversammlung im September wählen. Eine der letzten "Amtshandlungen" von Manfred Wirtz bestand darin, den Gewinner des Preisrätsels bekannt zu geben: 20 Liter Bier gehen an Hermann Horvath, wobei Wirtz überzeugt war, dass dieser Preis angesichts der bevorstehenden Pfingstkirmes sehr passend sei.

(NGZ)