Jüchen : Start für Einkaufs-Studie

Drei Wochen werden mit Lasergeräten und Fragebögen Daten für das erste Einzelhandelsstandort-Konzept gesammelt. Alle Geschäftsleute werden besucht. In rund acht Monaten soll der Gemeinderat darüber entscheiden.

Wenn Jüchener Einzelhändler in den kommenden drei Wochen nach bestimmten Produkten gefragt werden, dann sind das keine neugierigen Kunden. Bis zum 21. Mai besuchen Mitarbeiter des Dortmunder Büros "Stadt + Handel" alle Händler im Gemeindegebiet, um Daten über Sortiment und Geschäftsgröße zu sammeln. Diese Analyse bildet die Grundlage für das erste Einzelhandelsstandort-Konzept in Jüchen. Rund 11 000 Euro wird die Verwaltung dafür ausgeben. In spätestens acht Monaten soll das Gutachten zur Abstimmung im Gemeinderat vorliegen.

Jüchen befindet sich jetzt im Kreis der Großstätte Duisburg, Ratingen, Recklingenhausen oder Xanten. Auch sie gehören zu den Auftraggebern, für die das zwölfköpfige Team Einzelhandels- und Zentrenkonzepte erstellt hat. "Wir sind NRW-weit aktiv", erläutert Ingenieur Stefan Wessels, Projektmanager vom Bürp "Stadt und Handel". Großstädte würden ebenso zum Untersuchungsgebiet gehören wie kleinere Kommunen, zu denen auch Jüchen zähle.

Für die nun beginnende Datenanalyse nutzen die Planer eine moderne Ausstattung, weiß Peter Hoffmann (32) vom Amt für Gemeinde-Entwicklung: "Um die Größe eines Geschäfts zu ermitteln, werden etwa Lasergeräte eingesetzt. Damit kann die Fläche quadratmillimeter -genau ermittelt werden." Interviews würden mit den Jüchener Händler nicht geführt werden. Neben den Ladenflächen sei das jeweilige Sortiment von Interesse.

Warum das Standort-Konzept wichtig sei: "In Jüchen fehlt so etwas bisher", sagt Peter Hoffmann. "Auf der Grundlage dieses Konzepts wird der Einzelhandelsstandort Jüchen weiter entwickelt werden", erläutert Rathaus-Sprecher Norbert Wolf. So sollen die drei Zentren Jüchen, Hochneukirch und Bedburdyck-Gierath geschützt, aber auch gestärkt werden. Bürgermeister Harald Zilikens hatte als Beispiel in diesem Zusammenhang die Entwicklung des Gewerbegebiets Robert-Bosch-Straße genannt. Seit Januar könnten hier Firmen investieren, bisher wurde aber noch kein einziger Vertrag unterschrieben. Mit einem Standortkonzept könnten sich dort auch Anbieter für "weiße Ware" oder Babyfachmärkte ansiedeln — bisher ist das nicht möglich.

"Das Gutachten soll dazu dienen, Mängel oder Überangebote aufzuzeigen", sagt Peter Hoffmann. Wann man — im Verhältnis zur Einwohnerzahl — von einem Überhang sprechen könne, diese Frage konnte Stefan Wessels allgemein nicht beantworten: "Das ist individuell unterschiedlich. In Jüchen beginnen wir erst mit unserer Arbeit."

(NGZ)