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Starker Konkurrenz für Aktivbe aus dem Rhein-Kreis Neuss bei U20-WM

Ringen : Bärenstarke Konkurrenz bei der U20-WM

Die Weltmeisterschaften in Sofia begannen am Montag aus Sicht des KSK Konkordia Neuss nicht gerade positiv. Zwei Freistilringer schieden früh aus. Am Mittwoch beginnen die Frauen, griechisch-römisch geht’s am Freitag los.

Wenn Hermann J. Kahlenberg auf einige Staaten der ehemaligen Sowjetunion und deren Expertise in Sachen Ringen schaut, dann gerät er regelrecht ins Schwärmen. „Das ist einfach Wahnsinn, wie viele starke Ringer es dort gibt“, wiederholt der Ehrenvorsitzende des KSK Konkordia Neuss gebetsmühlenartig, um deutlich zu machen, wie schwer es die Jungs aus dem eigenen Stall bei großen internationalen Meisterschaften haben. Zum Beispiel vor den U20-Europameisterschaften Ende Juni in der italienischen Hauptstadt Rom sagte er das. „Und jetzt kommen noch bärenstarke Iraner, Ägypter, Inder und Amerikaner dazu“, erklärt Kahlenberg mit Blick auf die U20-Weltmeisterschaften, die am Montag im bulgarischen Sofia begannen.

In Rom hatte es für die Aktiven aus dem Rhein-Kreis Neuss allerdings ganz gut geklappt, sich der kontinentalen Konkurrenz zu erwehren. Damals gab es im griechisch-römischen Stil durch das Neusser Eigengewächs Deni Nakaev (77 kg) eine Bronzemedaille, sein Vereinskamerad Arslanbek Salimov (63 kg), der für Polen startet, holte sogar Silber. Weiteres Edelmetall für den Rhein-Kreis gewann Jennifer Rösler (72 kg) vom AC Ückerath, die sich bei den Frauen Bronze umhängen durfte. Im Freistil fuhr der in Neuss ausgebildete und dort in der Bundesliga tätige, aber international für Belgien startende Ayub Musaev (65 kg) Silber ein. Der Italiener Simone Pirodou (57 kg) aus dem KSK-Bundesligakader holte sogar Gold. Und Pirodou ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass ein solcher Erfolg keine Garantie für ein gutes Abschneiden bei einer WM ist. Denn für ihn war am Montag schon in der Qualifikation Feierabend. Er unterlag dem Iraner Ahmad Masoud Mohammadnezhadjavan mit 0:5. Und die Chance auf die Trostrunde war auch dahin, als der Iraner seinerseits in der Runde darauf am US-Amerikaner Jore Russell Volk scheiterte. Ayub Musaev kämpfte sich zwar ins Viertelfinale, doch dort hatte er gegen den Inder Sujeet Sujeet nicht den Hauch einer Chance. Und weil Sujeet anschließend sein Halbfinale verlor, war auch Musaev endgültig aus dem Rennen. Ein Eisen in Feuer haben die Neusser im Freistil noch, Kiril Kildau (92 kg), in der Mannschaft für Witten aktiv, geht erst am Dienstag ins Rennen, sein Gegner im Achtelfinale ist der Georgier Andro Margishvili.

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Die Frauenwettbewerbe beginnen am Mittwoch, bei ihrer WM-Premiere geht Jennifer Rösler in der Gewichtsklasse bis 72 Kilogramm aber erst am Donnerstag auf die Matte. Die 20-Jährige fühlt sich gut: „Die Vorbereitungen wurden so abgestimmt, dass ich noch mal meinen Puls hochbringen konnte und auch Ruhephasen genießen konnte.“ Rösler ist zurzeit sehr gut drauf, sowohl physisch als auch körperlich fühlt sie sich sehr gut. Bei ihrem ersten WM-Auftritt fällt es ihr schwer, die Chancen richtig einschätzen. Ihre Einstellung ist aber sehr positiv: „Ich werde in Sofia gelassen in den Wettkampf reingehen und versuchen, meine Techniken durchzuziehen.“

Für die Griechisch-Römisch-Ringer beginnt der Ernst der WM am Freitag, dann sind gleich vier Aktive des KSK Konkordia Neuss gefordert. Deni Nakev (77 kg) und Aron Bellscheidt (72 kg), Achter bei den Europameisterschaften, sind Teil der deutschen Nationalmannschaft. Mairbek Salimov (67 kg) geht genau wie sein Bruder Arslanbek (63 kg) für Polen an den Start. Bei den Neusser Eigengewächsen ist es so, dass Aaron Bellscheidt schon auf die Erfahrungen einer Kadetten-WM (2018) und einer Junioren-WM (2021) zurückgreifen kann, während Deni Nakaev zuvor noch nie bei einer Weltmeisterschaft dabei war. „Das Können haben beide, um weit nach vorne zu kommen. Aber bei der enorm starken Konkurrenz hängt auch viel vom Losglück ab. Denn im K.o.-System kann sonst ganz schnell Schluss sein“, weiß Hermann J. Kahlenberg. Wie schon bei der U20-EM haben die Neusser keine Kosten gescheut, um ihren Jungs optimale Voraussetzungen zu verschaffen. Der Verein hat KSK-Trainer Oleg Dubov die Reise nach Sofia finanziert, so dass er neben Bundestrainer Maik Bullmann eventuell die entscheidenden Tipps geben kann.