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Starke Premiere für inklusive Handballer aus Neuss​

Special Olympics Landesspiele : Starke Premiere für inklusive Handballer aus Neuss

Erst seit Juni gibt es das Handball-Team Tandem Neuss, doch bei den Special Olympics Landesspielen in Bonn holte es gleich den Turniersieg. Auch für die anderen Teilnehmer aus dem Rhein-Kreis gab es viele erfreuliche Ergebnisse.

Die NRW-Landesspiele von Special Olympics in Bonn begeisterten Athleten, Trainer und Zuschauer durch zahlreiche Highlights und besondere Erlebnisse. Die 91 Sportler aus dem Rhein-Kreis Neuss hatten daran einen großen Anteil. Viele kleine und große Momente der Neusser Teilnehmer sind ein Beleg für „rundum gelungene Landesspiele“, wie Thomas Gindra aus dem Organisationsteam resümierte.

Im Tischtennis schafften es die Athletinnen Steffi Stockmann und Beate Heydorn von den Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) in der höchsten Leistungsklasse bis ins Endspiel. Dort lieferten sie sich ein hochklassiges und spannendes Duell und zogen damit die Zuschauer in ihren Bann. Am Ende gewann sie trotz eines Durchhängers im Entscheidungssatz den Titel. „Ich bin happy, dass ich das Ruder noch rumreißen konnte“, sagte sie.

In der Leichtathletik wurde der Rhein-Kreis durch die Schule am Nordpark vertreten. Gleich bei ihren ersten Landesspielen errang Melina Benk den zweiten Platz im Standweitsprung. „Dass ich Silber gewonnen habe, ist für mich überraschend“, sagte die Neusserin, „aber jetzt bin ich sehr glücklich darüber.“ Die ganzen Spiele beschreibt die Schülerin als „cooles Erlebnis“. Für das Handball-Team Tandem Neuss waren es die ersten Landesspiele. Mit zahlreichen Siegen, bei einem Unentschieden und keiner einzigen Niederlage, holte sich die inklusive Mannschaft um Trainer Wolfgang Spangenberger als bestes Team des Turniers verdient die Goldmedaille. „Die Sportler waren hoch motiviert und haben sich sehr über Gold gefreut“, sagte Spangenberger, der zugleich jedoch betonte, dass das sportliche Ergebnis für ihn nur nebensächlich war, sondern das Miteinander im Vordergrund stand. „Alle waren mit viel Begeisterung und Engagement dabei. Jedes einzelne Tor wurde bejubelt.“ Das Handballteam war erst im Juni als Gemeinschaftsprojekt der Tandem Stiftung Burkhard Zülow, des Neusser Handballvereins und der DJK Rheinkraft Neuss ins Leben gerufen worden. Seitdem trainieren die Sportler mit und ohne geistige Behinderung wöchentlich. Dass die Handballer ihre Medaille von Weltmeistertrainer Heiner Brand überreicht bekamen, war dabei noch das Sahnehäubchen.

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Auch die Neusser Tennisspieler bekamen besonderen Besuch: Andreas Mies, zweimaliger French-Open-Gewinner im Doppel und Tennis-Botschafter von Special Olympics NRW, hinterließ bei den Sportlern mit einem Show-Training nachhaltigen Eindruck. Sowohl im Einzel als auch im inklusiven Unified-Doppel erreichten die Teilnehmer aus der Quirinusstadt zahlreiche Platzierungen auf dem Siegertreppchen. Medaillenhoffnung Patrick Haberland von Grün-Weiß Neuss musste sich wie schon bei den nationalen Spielen von Special Olympics in Berlin erst im Match-Tiebreaks des Endspiels geschlagen geben und gewann Silber in der höchsten Leistungsklasse. Grün-Weiß-Delegationsleiter Achim Schell zog ein positives Fazit: „Wir haben tollen Sport auf hohem Niveau gesehen, auch die Stimmung war bestens.“ Auch abseits der Sportarten hatten die Spiele einiges zu bieten. Bei der Eröffnungsfeier im Bonner Telekom Dome wurde bei ausgelassener Stimmung gemeinsam gesungen und getanzt. Der Neusser Tennisspieler Christoph Schmitz durfte als stellvertretender Athletensprecher von Special Olympics NRW die olympische Fahne mit hereintragen.

Während der Wettkampftage konnten auf einer Erlebnismeile verschiedene Sportspiele ausprobiert werden. So boten zum Beispiel Kreissportbund, Stadtsportverband und die Tandem-Stiftung in einer Gemeinschaftsaktion die Möglichkeit zum Minigolf und Tandem-Radfahren. Daneben fand bei den Beteiligten ein reger Ideenaustausch zum Inklusionssport statt. „Es gibt hier viele gute Gespräche, wie man Inklusion vorantreiben kann. Man hat das Gefühl, dass ein immer größeres Netzwerk entsteht“, stellte Martin Limbach vom Kreissportbund erfreut fest.