2. Handball-Bundesliga Starke Leistung, ganz bittere Niederlage für Dormagen

Dormagen · Dormagens Zweitliga-Handballer agierten beim Titelkandidaten ASV Hamm-Westfalen auf Augenhöhe, konnten sich angesichts einer knappen Niederlage aber nicht belohnen. Zudem ergaben sich aus der Partie neue Personalsorgen.

 Patrick Hüter sah in Hamm die Rote Karte.

Patrick Hüter sah in Hamm die Rote Karte.

Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Zum Glück für die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen gehört die Fahrt zum ASV Hamm-Westfalen zu den kürzeren im Saisonverlauf. Dementsprechend überschaubar war die Rückreise am Sonntagabend, so dass Spieler und Stab von Bayer nach der unglücklichen 27:28 (14:16)-Niederlage beim Erstliga-Absteiger und Titelkandidaten nicht allzu lange die eher bedrückende Stimmung im Bus ertragen mussten. „Nach diesem Spiel fällt es mir wirklich extrem schwer, mich mit der Niederlage abzufinden. Denn unsere Leistung stimmte, in der Schlussphase kam aber irgendwie alles zusammen, was gegen uns laufen konnte“, sagte TSV-Coach Matthias Flohr.

Angefangen hatte es damit, dass U21-Weltmeister Sören Steinhaus, am Ende mit fünf Treffern Dormagens zweitbester Torschütze, etwa sieben Minuten vor dem Ende nach einem Schlag aufs Knie nicht mehr einsatzbereit war. Nachdem Jan Reimer in der 58. Minute auf 25:26 verkürzt hatte, sah dann Abwehrchef Patrick Hüter nach einer unglücklichen Aktion die Rote Karte, so dass klar war, dass der TSV die restliche Partie in Unterzahl würde bestreiten müssen. Dass machten seine Mannschaftskameraden aber so gut, dass nach dem 27:27 durch den bärenstarken Ian Hüter zwanzig Sekunden vor Schluss zumindest ein Punkt zum Greifen nahe war. Doch mit dem letzten Angriff nach einer Auszeit erzielten die Gastgeber nicht nur den Siegtreffer durch Jan von Boenigk, der Halbrechte traf bei seiner Abschlussaktion auch den ihm in den Weg fallenden Ian Hüter so unglücklich am Kopf, dass der auch nach dem Schlusspfiff benommen liegen blieb und mehrere Minuten behandelt werden musste. Der zur Hilfe geeilte ASV-Mannschaftsarzt Dr. Andreas Kilhey organisierte wegen einer Platzwunde an der Schläfe schnell eine Behandlung in der Hammer Barbara-Klinik. „Die Wunde wurde genäht, aber ob Ian auch eine Gehirnerschütterung hat, war zunächst noch unklar. Ob er mir am Mittwoch zur Verfügung steht, ist sehr fraglich“, erklärte Matthias Flohr. Gleiches gilt mit Blick auf den zweiten Teil der englischen Wochen, am Mittwoch ist der TV Hüttenberg zu Gast, auch für Sören Steinhaus.

Der Zweitliga-Kader der Saison 2023/2024
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Foto: TSV Bayer Dormagen

Angesichts der für den Abstiegskampf sicher bedeutsameren Partie gegen die Mittelhessen, ist es umso ärgerlicher für die Dormagener, dass sie bei den nun zu Hause weiter verlustpunktfreien Westfalen nicht eine Überraschung schafften und zumindest einen Punkt mitbrachten. Denn möglich wäre der für die junge TSV-Mannschaft gegen den individuell deutlich namhafter besetzten Favoriten dank einer konstant guten Leistung allemal gewesen. „Das Spiel hatte eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt“, bestätigte auch ASV-Coach Michael Lerscht den Gästen eine gute Vorstellung.

Vom Start weg agierte der TSV sehr konzentriert auf Augenhöhe. In der Abwehr gelang es, die gefährlichen Rückraumschützen des ASV weitgehend in Schach zu halten, während im Angriff viele gute Chancen herausgearbeitet wurden. Das Problem war allerdings, dass die Dormagener über das gesamte Spiel gesehen ein paar zu viel davon nicht nutzten, gerade in der ersten Hälfte zu oft mit freien Würfen am starken ASV-Keeper Felix Hertlein scheiterten. Auch wenn in Hälfte zwei der beim TSV neu ins Spiel gekommene Martin Juzbasic zum auffälligsten Torwart avancierte, standen bei seinem Team mehr Fehlwürfe (21) zu Buche als bei den Gastgebern (16.).

Dass die Dormagener in der zweiten Hälfte nie mehr als zwei Tore zurücklagen und bis in die Schlussphase dranblieben, hatte auch damit zu tun, dass sie sich auch von der Umstellung des ASV auf eine 5:1-Abwehr nicht aus der Fassung bringen ließen. „Darauf hatten wir uns im Vorfeld gut vorbereitet und die Jungs haben es echt gut umgesetzt“, sagte Matthias Flohr, der schon kurze Zeit später Hüttenberg in den Fokus nahm.

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