Jüchen : Stadttor: Wer trägt Folgekosten?

Am geplanten Kreisel zur Robert-Bosch-Straße soll das "Stadttor" von Horst Lerche errichtet werden. Dies hat der Rat beschlossen. Die FWG will geklärt haben, wer die Folgekosten für das umstrittene Stahlkonstrukt trägt.

Eigentlich ist es schon beschlossene Sache: In den neuen Kreisverkehr an der Neusser Straße/Robert-Bosch-Straße soll das eiserne "Stadttor" von Horst Lerche errichtet werden. Dafür haben die Mitglieder des Gemeinderats mehrheitlich votiert. Eine Fraktion kämpft trotzdem vehement dagegen — die FWG um Gerolf Hommel. "Wir wollen dieses Kunstwerk verhindern", sagt Hommel. Sein Argument: die Folgekosten. "Was passiert, wenn das Werk durch einen Unfall oder Vandalen zerstört wird?", fragt der Politiker aus Hochneukirch. Er meint: "Es wäre den Bürgern nicht zu vermitteln, wenn sie für die Folgekosten der Stahlkonstruktion aufkommen müssten — und deshalb Zuschüsse für Kinder an St. Martin oder für die Büchereien gestrichen werden."

Werden Zuschüsse gestrichen?

Seit sechs Jahren will der Künstler Horst Lerche seiner Heimat ein Geschenk machen — ein rund drei Meter hohes Stahlkonstrukt im typischen Lerche-Blau, das das Wappen der Gemeinde trägt. Seit 2006 diskutieren die Politiker in unterschiedlichen Gremien immer wieder über die Realisierung. Gefallen ist die Entscheidung bei der Juli-Sitzung 2012 des Gemeinderates mit Mehrheit. Proteste gab es von Gerolf Hommel — und auch von Werner Hüsselmann (CDU), der seiner Fraktion nicht folgt. Auch Bürgermeister Harald Zillikens signalisierte seine Zustimmung: "Unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde dafür kein Geld ausgeben muss."

Zu den Ideengebern und Unterstützern gehört die FDP. Wilfried Unrein, der Vorsitzende des Kultur- und Partnerschaftsausschusses, kündigte an, für das neue Kunstwerk Sponsoren zu finden — keine einfache Aufgabe. Denn obwohl Lerche auf ein Honorar verzichtet, fallen Kosten in Höhe von rund 8000 Euro an.

"Überregionale Wirkung erzielen"

Simon Kell, Fraktionsgeschäftsführer der Liberalen, teilt zwar den Satz, "dass man trefflich über Kunst streiten kann", aber: "Eine Sache ist für mich vollkommen klar: Das Kunstwerk schafft Identität. Es präsentiert allen Vorbeifahrenden das Jüchener Gemeindewappen — ein Zeichen, das für uns alle für Heimat und Verbundenheit mit dieser stehen sollte." Kell hofft auf Aufmerksamkeit: Das Ziel einer kleinen Gemeinde wie Jüchen müsse es sein, überregionale Wirkung zu erzielen, um Auswärtige anzulocken: "Mit Polo ist uns dazu ein wichtiger Schritt gelungen, auch 3M mit seinen beiden Hallen trägt dazu bei. Würde sich ein Kunstwerk, wie Horst Lerche es vorgeschlagen hat, nicht in die Köpfe der Besucher einbrennen? Würden sich diese nicht an das Werk und damit auch an Jüchen erinnern?"

(NGZ)