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Korschenbroich: Stadtrat lehnt einen Seniorenbeirat ab

Korschenbroich : Stadtrat lehnt einen Seniorenbeirat ab

Mit der Idee, in Korschenbroich über die Politik einen Seniorenbeirat zu installieren, erlitten die Bündnisgrünen eine Bruchlandung.

Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht. Diese Erfahrung musste Wolfgang Houben im Stadtrat machen. Der Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen hatte sich — mit Blick auf den demografischen Wandel — für die Einrichtung eines Seniorenbeirates starkgemacht. Ohne Erfolg. Houben konnte sich weder bei der Politik durchsetzen, noch bei den Senioren punkten. Er hatte in seinem Antrag gezielt die ZWAR-Gruppen (Zwischen Arbeit und Ruhestand) aufgeführt, so dass der Eindruck entstehen konnte, die fünf unpolitischen Beiratsmitglieder würden von den fünf ZWAR-Gruppen gestellt.

Und genau diese Interpretationsmöglichkeit bereitete den ZWAR-Gruppen ein Problem. "Die Formulierung ist nicht im Sinne von ZWAR", drückte Dr. Heidi Michel ihr Befremden aus. Sie war extra in die Ratssitzung gekommen, um den Fraktionen vor Sitzungsbeginn diesen deutlichen Hinweis zu geben. Sie monierte auch, dass andere Vereine, die im Stadtgebiet vorbildliche Seniorenarbeit leisteten, nicht erwähnt worden seien.

"ZWAR soll nur die Startgruppe sein, die den Seniorenbeirat ins Leben bringt", erklärte Houben. Zudem erinnerte er an die ZWAR-Veranstaltung vom 6. März: "In dem Rahmen wurde die Gründung eines Beirates ausdrücklich gewünscht."

Für Marc Venten (CDU) machte der Antrag wenig Sinn: "Wir sind nicht in Köln, Berlin oder Hamburg. Wir haben hier als gewählte Ratsvertreter den direkten Kontakt zum Bürger und können seine Probleme entsprechend aufgreifen." Der CDU-Fraktionschef machte ohne Umschweife deutlich: "Ich halte den Seniorenbeirat für überflüssig. Ich kann nicht für jedes Thema einen Beirat gründen." In dem Zusammenhang lobte Venten auch das Engagement der Seniorenbeauftragten: "Petra Köhnen leistet tolle Arbeit und ist immer ansprechbar."

"Nein" sagt zunächst auch die SPD-Fraktion. Ulrich Afflerbach erklärte im Rat: "Das bedeutet aber nicht, dass sich die SPD gegen die Arbeit eines Seniorenbeirates ausspricht." Afflerbach erinnerte an den Arbeitskreis Demografie, den die Sozialdemokraten aktiv begleitet hätten. Er stufte den Antrag der Bündnisgrünen als "Schnellschuss" ein. Stattdessen regte er an, die engagierte Seniorenbeauftragte einzubeziehen. "Sie kann über die Möglichkeit informieren und abfragen, ob und in welcher Form ein Beirat gewünscht sei." Für Hanne Wolf-Kluthausen (FDP) war die Notwendigkeit nicht erkennbar: "Es wird viel für Senioren gemacht." Hanns-Lothar Endell (Aktive) lehnte den Beirat aus Kostengründen ab. Und Bürgermeister Heinz Josef Dick merkte verschmitzt an: "Ich habe nicht den Eindruck, dass Senioren im Rat unterrepräsentiert sind."

(NGZ/ac)