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Korschenbroich: Stadt erwägt Neubau für Asylbewerber

Korschenbroich : Stadt erwägt Neubau für Asylbewerber

Die Stadt unterhält fünf Übergangswohnheime. Seit August hat sich die Zahl der dort lebenden Asylbewerber um 33 erhöht. Die Unterkunft in Herrenshoff ist längst marode. Die Stadt denkt jetzt an einen Neubau.

Wenn die Ratsfraktionen von CDU und SPD heute und am Montag zu ihren Klausurtagungen zusammenkommen, ist großflächiges Sparen angesagt. Allerdings gibt es auch Pflichtaufgaben, an denen die Politik nicht vorbeischauen kann. Bereits in der jüngsten Ratssitzung hat Kämmerer Bernd Dieter Schultze in seiner Haushaltsrede den "Neubau eines Übergangswohnheimes" in Herrenshoff als notwendige Investition eingestuft. Kosten: rund 500 000 Euro. Diese Forderung unterstützt Michael Deprez (46). Der Technische Leiter im Gebäudemanagement der Stadt hofft auf "grünes Licht" von der Politik. "Sobald das Geld im Haushalt 2013 veranschlagt ist, können wir durchstarten."

Für Deprez gibt es zu einem Neubau an gleicher Stelle keine Alternative. "Der Gebäudekomplex an der Schaffenbergstraße ist total verwohnt. Die Bausubstanz gibt nichts mehr her", spricht er starke Abnutzungserscheinungen an und geht dabei ins Detail: "Das Dach ist undicht, die Fenster sind defekt und die Böden müssen erneuert werden." Für den Fachmann steht fest: "Eine Sanierung ist nicht mehr wirtschaftlich."

Für Deprez wäre ein Ersatzbau an gleicher Stelle die beste Lösung, auch wenn die Stadt damit vor eine logistische Herausforderung gestellt würde. "Die Bewohner müssten für drei Monate anderenorts untergebracht werden."

Doch selbst wenn die Politik im Stadtrat am 29. November der Investition zustimmt, kann frühestens im Spätherbst 2013 gebaut werden. "Wir müssen auch als Stadt den offiziellen Weg einhalten", spricht Michael Deprez Bauantrag, Baugenehmigung, die öffentliche Ausschreibung und das Vergabeverfahren an. Der Abriss der 452 Quadratmeter großen Unterkunft mit den acht Wohnungen sei schnell erledigt. Für Abriss und Ersatzbau kalkuliert er drei Monate.

Die Stadt unterhält insgesamt fünf Übergangswohnheime: an der Horster Straße in Steinhausen, an der Schiefbahner Straße in Kleinenbroich, an der Lehmstraße in Liedberg, an der Schulstraße in Glehn und an der Schaffenbergstraße. "Die Unterkunft in Herrenshoff ist die älteste", sagt Deprez und verweist auf die Inbetriebnahme 1993.

Für die Unterbringung der Asylbewerber ist Christa Beeck (56) zuständig. Die Ordnungsamtsleiterin hofft auf einen Neubau: "Die aktuelle Unterbringung ist grenzwertig." Verzichten kann Christa Beeck auf den Standort Herrenshoff nicht. Die Zahl der Asylbewerber steigt ständig. "Allein in den drei zurückliegenden Monaten hat sich die Zahl der von uns unterzubringenden Personen um 33 auf 129 erhöht." Die meisten der Neuzugänge kommen aus Serbien und Mazedonien und mussten im Wege der sogenannten Rückübernahme aufgrund des Asylfolgeverfahrens aufgenommen werden. "Die Mehrzahl kommt aus wirtschaftlichen Gründen", sagt Beeck. "Wir dürfen keine Asylbewerber abweisen. Wir haben die Unterbringungspflicht. Der Kreis entscheidet über den Asylantrag."

(NGZ/ac)