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Korschenbroich: St.-Andreas-Chor feiert 150-jähriges Bestehen

Korschenbroich : St.-Andreas-Chor feiert 150-jähriges Bestehen

Dieses Jahr blickt der St.-Andreas-Chor Korschenbroich auf eine sehr lange Tradition zurück – gefeiert wird mit Jubiläumskonzerten.

Als der St.-Andreas-Chor im Jahr 1863 gegründet wurde, waren die Stimmen ein wenig tiefer als heute. "Damals war es noch ein reiner Männerchor, Frauenchöre durften nur auf Andachten oder einmal im Monat bei der heiligen Messe singen", erzählt Elisabeth Ropertz, Vorsitzende der Gesangsgruppe.

Die 65-Jährige ist fasziniert von der Geschichte des Chors – startete er unter gewiss schwierigen Voraussetzungen, als der Staat, unter Führung Otto von Bismarcks, zur Zeit des Kulturkampfes den Katholizismus in Deutschland unterdrückte. "Obwohl Orden verboten, Staatsleistungen für Geistliche gestrichen und den Kirchen die Schulaufsicht entzogen wurde, gründeten sie die Zentrumspartei, unterstützten heimlich ihre Pfarrer und gründeten Kirchenchöre", erzählt Ropertz über das Zusammenrücken der Katholiken.

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts spielte der Chorgesang eine wachsende Rolle im Korschenbroicher Kulturleben. Neben dem männlichen Kirchenchor Cäcilia in der Kirchengemeinde St. Andreas trat die Gesangsabteilung der Jungfrauenkongregation 50 Jahre nach der Gründung als Frauenchor zunehmend in Erscheinung.

Geprägt wurde der Chor vor allem durch langjährige Leiter wie Peter Hamacher, Heinrich Heffels und Franzjosef Franzen, der laut Ropertz einen bleibenden Eindruck in der Gemeinde hinterlassen hat. Sie führten den 1948 aus der Cäcilia und dem Frauenchor zusammengeführten Chor, der sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil St.-Andreas-Chor nannte, im 20. Jahrhundert zu einem beachtlichen Niveau. Ein Niveau, das Martin Sonnen gerne oben halten möchte. Seit zehn Monaten ist der 32-jährige Kantor mit A-Examen Chorleiter von St. Andreas. Sonnen bezeichnet die Gruppe zwar als mittelfristig gut aufgestellt, sieht jedoch noch Entwicklungspotenzial. "66 Leute sind es, die jeden Dienstag zum Singen kommen, wir würden uns aber freuen, wenn wir mehr jüngere Menschen dazu bewegen könnten, mitzusingen", sagt der ehemalige Düsseldorfer Musikstudent mit Zusatzstudium in Chorleitung und Orgel.

Er wird den St.-Andreas-Chor durch das Jubiläumsjahr führen. Hauptaugenmerk legt er dabei auf das Einstudieren des Requiems von Giuseppe Verdi, das am 24. November um 17 Uhr in der St.-Andreas-Kirche aufgeführt wird. Zunächst wird das besondere Jahr jedoch mit einem Konzert am kommenden Sonntag um 17 Uhr in der Kirche eingeläutet: Dabei werden Stücke von Francis Poulent und Camille Saint-Saëns präsentiert.

(NGZ)