Korschenbroich: Sportvereine suchen dringend Ehrenamtler

Korschenbroich: Sportvereine suchen dringend Ehrenamtler

Viele Korschenbroicher Sportvereine haben Schwierigkeiten, ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. Noch immer sucht der Stadtsportverband nach einem neuen Vorsitzenden – vergebens.

Viele Korschenbroicher Sportvereine haben Schwierigkeiten, ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. Noch immer sucht der Stadtsportverband nach einem neuen Vorsitzenden — vergebens.

Rainer Türke ist zweiter Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV). Seit fast drei Jahren wird schon ein Nachfolger für sein Amt gesucht, das der 66-Jährige wohl bald niederlegen wird. Auch das Amt des ersten Vorsitzenden soll neu vergeben werden. "Das ist ein Riesenproblem, aber wir sind nicht der einzige Verein, der über solche Schwierigkeiten klagt", sagt Türke. Das Problem resultiert laut dem Vorsitzenden des Glehner Turnvereins aus der fehlenden Zeit. Gerade junge Menschen hätten berufsbedingt immer weniger Freiraum, dementsprechend schlecht stünden die Chancen auf ein ehrenamtliches Engagement.

Um gegen das Problem vorzugehen, ziehen die Verantwortlichen des SSV strukturelle Änderungen in Erwägung. "Wir überlegen, die Besetzung zu verkleinern, also die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. So können wir einige Stellen einsparen", sagt Rainer Türke.

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Peter Baukloh möchte nicht gleich schwarzmalen, wenn er über das Thema spricht. "Die Situation hat sich zumindest nicht verschlechtert", sagt der erste Vorsitzende der Sportfreunde Neersbroich vorsichtig optimistisch. Der 68-Jährige, der seit vier Jahren zudem Geschäftsführer des Stadtsportverbandes ist, muss sich jedoch eingestehen, dass es auch nicht leichter geworden ist, ehrenamtliche Kräfte für seinen Verein zu generieren. Er bezeichnet die Situation als "generelles Problem, das viele Vereine betrifft". "Wir stellen eine sehr hohe Bereitschaft fest, wenn es darum geht, uns bei einer bestimmten Veranstaltung unter die Arme zu greifen. Schwierig wird es jedoch immer dann, wenn ein Amt mit regelmäßigen Aufgaben über einen längeren Zeitraum besetzt werden soll", sagt Baukloh. Trainer- oder Betreuerjobs zu besetzen, sei hingegen kein Problem. Es gäbe genug Eltern oder Sportler aus der eigenen Jugend, die die Tätigkeit ausüben wollen.

Der Abteilungsleiter der Handballer vom TV Korschenbroich, Walter Hintzen, macht besonders auf die Schwierigkeiten bei Jugendwarten aufmerksam. Problem seien die unbeliebten Aufgaben, die mit dem Amt verbundenen sind. "Ein Jugendwart muss eben auch mal Probleme innerhalb der Mannschaft lösen, zudem sollte er die Vereinsstruktur kennen und sich im Handball ein wenig auskennen."

Sei dies nicht der Fall, wäre es laut Hintzen jedoch kein Grund für eine Ablehnung: "Wir freuen uns über jeden Freiwilligen, der sich dazu bereiterklärt. Viele der Dinge sind erlernbar." Zurzeit kümmert sich Brigitte Becker um die gesamte Jugendabteilung der Handballer. "Das ist schon ein Fulltime-Job", gibt Hintzen zu.

(NGZ)