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Sportvereine im Rhein-Kreis kehren ganz vorsichtig ins Leben zurück

Freizeit- und Breitensport während der Corona-Krise : Sportvereine kehren ganz vorsichtig ins Leben zurück

Auch weil entsprechende Verordnungen der Landesregierung NRW fehlen oder zu allgemein gehalten sind, agieren viele Klubs recht defensiv.

Der TC Weckhoven geht mutig voran, öffnete die Tennisanlage an der Weckhovener Straße bereits am Donnerstagmittag für seine Mitglieder. Grundlage für die Entscheidung ist der Erlass der Landesregierung Nordrhein-Westfalen vom 6. Mai, den Trainingsbetrieb im kontaktlosen Breiten- und Freizeitsport wieder zu erlauben. „Wir freuen uns sehr, dass auch im Tennissport wieder ein Stück Normalität zurückgekehrt ist“, sagt der Vorsitzende Frank Nordmann, fügt aber pflichtgemäß an: „Damit der Spielbetrieb unter Corona-Bedingungen möglich ist, achten unsere Corona-Beauftragten auf die Einhaltung der strengen Hygiene- und Abstandsvorschriften.“

Gleiches gilt im Neusser Stadtgebiet für den TC Blau-Weiß sowie den HTC Schwarz-Weiß und den TC Grün-Weiß, der sich nach Bekanntgabe der in der Bund-Länder-Runde am Mittwoch beschlossenen Lockerungen noch vorsichtig gezeigt hatte. „Nachdem nun auch von den Neusser Behörden grünes Licht gegeben wurde, haben wir unsere Plätze am Freitag für den Spielbetrieb freigegeben“, sagt Vorsitzender Michael Ritters, hält die Mitglieder jedoch „um die unbedingte Einhaltung der Vorschriften“ an. „Zu beachten ist, dass Polizei und Ordnungsamt immer wieder Kontrollen durchführen werden und es bei Zuwiderhandlung gegen die Vorschriften zur Schließung der gesamten Anlage kommen kann.“

Während die Turngemeinde, mit mehr als 5600 Mitgliedern größter Sportverein in Neuss, schon einen genau Plan präsentiert, wie sie ab Montag in den noch eingeschränkten Trainingsbetrieb (zunächst vor allem Reha-Sport) einsteigt, hieß es auf der Homepage des rund 4500 Mitglieder starken TSV Bayer Dormagen am Freitag: „Wie genau der Neustart im Einzelnen erfolgen kann, hängt von konkreten Landesverordnungen ab, die wir zeitnah erwarten.“ Die nicht ganz einfache Situation bringt Christian Stoffels, als stellvertretender Leiter des Neusser Sportamts erster Ansprechpartner ratsuchender Vereine, auf den Punkt: „Es werden 1000 Fragen gestellt, die wir alle nicht beantworten können.“

Weil entsprechende Verordnungen der Landesregierung NRW fehlen oder zu  allgemein gehalten sind, ist bei den Entscheidungsträgern innerhalb der Vereine oft genug Eigeninitiative gefragt. So hat Klaus Ehren, Geschäftsführer der TG Neuss, in den Bestimmungen des Landessportbundes (LSB) inzwischen eine Angabe zur Kopfstärke der Trainingsgruppen gefunden. „In der Halle sind es zehn, im Freien können es auch mehr sein, wenn ein Abstand von fünf Metern gewährleistet ist.“ Auf diese Weise, hat er ausgerechnet,  könne die Turngemeinde ab Montag auf dem 400 Quadratmeter großen Außengelände an der Schorlemerstraße 40 Personen gleichzeitig betreuen. Indoor-Sport wird es bei der TG indes erstmal noch nicht geben. Zwar steht die infrage kommende Halle nicht auf dem Gelände einer Schule, wo laut Coronabetreuungsverordnung keine außerschulichen Aktivitäten erlaubt sind, doch geht Ehren lieber auf Nummer sicher.

Das deckt sich mit den Erfahrungen, die Stoffels in den Gesprächen mit Vereinsvorsitzenden wie Helmut Schmitz (Holzheimer SG), Hermann-Josef Baaken (TSV Norf) und Martin Eggert (Neusser HV) oder Geschäftsführern wie Willi Mohren (TuS Reuschenberg) gemacht hat. „Die sind fast erleichtert, wenn ich ihnen sagen kann, dass ihre Halle definitiv noch zu ist und verlegen das Training lieber nach draußen.“