Sportfamilie Otten ist Deutscher Meister im Skaterhockey

Skaterhockey : Arbeitsteilung im Skaterhockey-Haushalt

Vater Georg und die Söhne Moritz und Lennart sind mit den Crash Eagles Deutscher Skaterhockey-Meister, Bennet eifert ihnen nach.

Nein, sagt Georg Otten lachend, „bei uns zu Hause wird manchmal auch über etwas anderes als Skaterhockey gesprochen.“ Über Schule zum Beispiel, schließlich ist Nicole Otten Lehrerin am Berufskolleg in Hilden. Doch auch die Frau im Hause Otten hat eine leistungssportliche Vergangenheit – als sie noch Prehn hieß, war sie zusammen mit ihrer Schwester Nadine erfolgreiche Kanutin bei der Holzheimer SG. Und ihr Vater Lothar stieg 1975 gemeinsam mit Friedhelm Funkel im Trikot von Bayer 05 Uerdingen in die Fußball-Bundesliga auf. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn Georg Otten und seine drei Söhne zusammen hocken, dreht sich hingegen fast alles um Skaterhockey. Genauer gesagt um die Crash Eagles. Schließlich ist Georg Otten nicht nur Vorsitzender des 350 Mitglieder umfassenden Vereins, sondern auch Trainer des Bundesliga-Teams. Das wurde vor zwei Wochen zum zweiten Mal in Folge Deutscher Meister. Mit dabei: Moritz (20) und Lennart Otten. Dem 17-Jährigen gelang am gleichen Wochenende sogar das Double, schließlich holten auch die Junioren den nationalen Titel nach Kaarst. Dass er kurz zuvor mit Deutschland Junioren-Europameister wurde, sei nur am Rande erwähnt.

Bennet Otten kann da nicht ganz mithalten. Noch nicht. Mit der Schülermannschaft der Eagles belegte der Zwölfjährige Platz vier bei den Deutschen Meisterschaften. Früh übt sich .... Der Jüngste aus dem Otten-Clan schnürt außerdem die Schlittschuhe für die Düsseldorfer EG. Das haben seine älteren Brüder auch getan, bevor sie sich auf Skaterhockey verlegt haben – Lennart schaffte auf dem Eis sogar den Sprung in die deutsche U16-Nationalmannschaft. „Mal sehen, wie er sich entscheidet,“ sagt Georg Otten mit Blick auf seinen jüngsten Spross. Druck, versichert der Trainer-Vater, gäbe es in dieser Hinsicht keinen. Und nennt als Beispiel seinen Sohn Moritz, der sich zur Zeit zum Groß- und Außenhandelskaufmann ausbilden lässt und danach ein Studium anhängen möchte. Er hat seine sportliche Karriere auf dem Hockeyfeld beim HTC Schwarz-Weiß Neuss begonnen – „bis er irgendwann gesagt hat: Ich will das machen, was der Papa macht.“

Dass „der Papa“ zu den Crash Eagles fand, verdanken die Kaarster einem Zufall. Oder genauer gesagt: einem Artikel im „Stadtkurier“ über die Eagles. Das war 1987. Bis dahin hatte Georg Otten neben Fußball beim SV Rosellen und TSV Norf „Rollhockey in diversen Straßenmannschaften des Neusser Südens“ gespielt. Als er über die Eagles las, fuhr er nach Kaarst – und blieb. Zwanzig Jahre lang, bis 2007, trug er das gelb-schwarze Trikot, holte als Spieler die ersten beiden nationalen Titel (1997 und 1998) und drei Mal den Deutschen Skaterhockey-Pokal (1997, 1999, 2004) nach Kaarst.

Als Trainer zieren bislang zwei Deutsche Meistertitel und eine Vize-Meisterschaft sein Portfolio. Trotzdem will Otten, der als Anlageberater bei der Commerzbank in Düsseldorf tätig ist, künftig sportlich ein wenig kürzer treten. Von der Trainerbank der Herren wechselt er zu der der Junioren. „Ich möchte wieder mehr mit dem Nachwuchs arbeiten,“ begründet er seinen „Ausstieg“. Der keiner ist, denn dass er sich nicht anschaut, wie Moritz und Lennart ab 9. März die erneute Titelverteidigung versuchen, ist schwer vorstellbar. Zumal der Vorsitzende auch weiter die (im Übrigen vorbildliche) Pressearbeit der Eagles erledigen will. „Mit meiner Frau als Lektor“, sagt er lachend. Denn ohne Arbeitsteilung würde so ein Sport-Haushalt kaum funktionieren. „Bei uns gibt es immer viel zu planen, das koordiniert alles unsere Mutter,“ sagt Lennart.

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