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Sport im Rhein-Kreis Neuss: Die Köpfe des Jahres 2020

Rückblick : Köpfe des Jahres 2020

Für diese Menschen aus dem Rhein-Kreis Neuss war das zurückliegende Sportjahr ein ganz besonderes – und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie.

Björn Barthel

Der Geschäftsführer der Handballer des TSV Bayer Dormagen kämpfte in der Vorbereitung der Zweitliga-Saison gleich an mehreren Fronten. Als Triebfeder der Initiative Team-Sport-NRW und als Vertreter der Erst- und Zweitliga-Handballklubs aus NRW setzte er sich erfolgreich für mehr Zuschauer in den Hallen ein, was dann aber mit dem zweiten Lockdown hinfällig war. Zudem lotste er die Bayer-Handballer bislang erfolgreich durch die Saison.

Sarah Voss

Die deutsche Spitzenturnerin aus Dormagen war lange zur Untätigkeit verdammt und wurde dann bei einem A-Kader-Lehrgang positiv auf das Coronavirus getestet. Sie ging zwar in Quarantäne, blieb aber beschwerdefrei. Dass sie weiter von Olympia in Tokio träumt, berichtete sie bei ihrem ersten Auftritt im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF.

Mohamed Hossein Ellahi

Die Mutter Iranerin, der Vater Australier – Ellahi ist schon weit herumgekommen auf der Welt mit seinen gerade mal 23 Jahren. Schon auf vier Kontinenten ist er seinem Traum vom Profifußball hinterhergejagt. Durch einen Zufall und weil die Holzheimer SG einen iranischen Trainer hat, verschlug es ihn in den Neusser Stadtteil, wo er in der Landesliga stürmt.

Vanessa Wistuba

Viele Jahre kickte Vanessa Wistuba bei den SF Uevekoven in der Mittelrheinliga und ein Jahr sogar in der Regionalliga, ehe sie es ruhiger angehen ließ und zur SpVg Gustorf in die Kreisliga wechselte. Doch nach drei Aufstiegen in Folge unter ihrem Ehemann Dirk Wistuba als Trainer ist es in der Niederrheinliga vorbei mit der Ruhe. Mit sieben Toren hat die 36-Jährige großen Anteil daran, dass der Neuling als Vierter in die Corona-Pause ging.

Patrick und Ian Hüter

Die beiden Brüder aus Neuss sind nicht nur Eigengewächse des TSV Bayer Dormagen, sie sind inzwischen auch Leistungsträger des Zweitliga-Handballteams, das sich in der laufenden Saison gut schlägt. Als Teil der US-Nationalmannschaft (ihre Mutter ist Amerikanerin) erleben die beiden im Januar den nächsten Karriere-Höhepunkt. Weil die Qualifikation wegen Corona ausfiel, erhielten die USA vom Weltverband eine Art Wildcard für die WM in Ägypten. 

Jörg Ferber

Der 52-Jährige hat als Aktiver und Trainer schon so einiges erlebt im Fußball. Doch die laufende Saison hielt auch für ihn Ungewöhnliches bereit. Als Sportlicher Leiter des Landesligisten SC Kapellen arbeitete er im Sommer noch an einem Umbruch mit, nahm dann aber kurz nach dem Saisonstart wegen Differenzen mit Trainer Juppi Schmitz seinen Hut. Doch als dann kurze Zeit später Schmitz gehen musste, kehrte Ferber als Trainer zurück. Nach einem Sieg im ersten Spiel, setzte es aber drei Niederlagen in Folge.

Bright Akwo Arrey-Mbi

Als der ehemalige Jugendspieler der SG Kaarst im Sommer 2016 mit gerade einmal 16 Jahren vom FC Chelsea zum deutschen Rekordmeister FC Bayern München wechselte, war das schon eine dicke Überraschung. Noch mehr aufhorchen ließ der Abwehrspieler dann, als er im November 2020 ausgerechnet im Champions-League-Spiel bei Atlético Madrid sein Pflichtspiel-Debüt für die Bayern feierte (1:1). Mit 17 Jahren und 250 Tagen ist er derzeit der jüngste Spieler, der jemals für die Bayern in der Königsklasse aufgelaufen ist.

Alexandra Höffgen

Mitten in die Corona-Depression hinein setzte Alexandra Höffgen (Neusser RV) Anfang Oktober ein Ausrufezeichen: Bei der Ruder-EM in Polen holte die 27-Jährige mit dem Deutschland-Achter der Frauen Silber und stellte danach erleichtert fest: „Die harte Arbeit mit in letzter Zeit mehr Tiefen als Höhen hat sich endlich ausgezahlt“. Ihr Blick ist jedoch fest auf Olympia in Tokio gerichtet.

Jason Price

Seine einzige Saison als Trainer des Basketball-Regionaligisten NEW’ Elephants wird der Nordamerikaner nie mehr vergessen: US-Profi John Murry fährt am ersten Arbeitstag mit gebrochenem Mittelfuß im Rollstuhl in die Empfangshalle des Düsseldorfer Flughafens, sein Nachfolger Yahad Thomas verabschiedet sich mit einem Kreuzbandriss und der Verein trennt sich von Arbnor Voca und Kike Garrido. Topscorer Jamal Smith wechselt nach Düsseldorf, der beste Spieler Ryon Howard erleidet einen Kreuzbandriss. Die Elephants verlieren daraufhin sechs Spiele in Folge und Price seinen Job, nur um vier Tage später wieder eingestellt zu werden. Und dann kommt Corona ...

Hermann J. Kahlenberg

Acht Jahre musste der Ehrenvorsitzende des KSK Konkordia Neuss auf die Rückkehr seiner Ringer in die Bundesliga warten. Nach verheißungsvollem Saisonstart schien sogar der Sprung in die Play-offs möglich. Dann jedoch machte Covid-19 alle Hoffnungen zunichte, nach reichlich Gezänk in der Liga war das Comeback nach nur zwei Kämpfen schon wieder zu Ende. 2021 will der KSK einen neuen Anlauf starten.

Georg Otten

Der Trainer und Vorsitzende der Crash Eagles Kaarst, Deutscher Vizemeister im Skaterhockey, wurde mit seinem Team gleich zweimal von Corona gestoppt: Im Frühjahr endete der Spielbetrieb der Bundesliga nach nur einem Match, die im Herbst als „Notprogramm“ aufgelegten Masters mussten ebenfalls abgesagt werden. In der neuen Saison behält Otten nur sein Amt als Vorsitzender.

Nils Hofferbert

Der Nationalspieler schoss die Floorballer der DJK Holzbüttgen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins „Final Four“ des Deutschland-Pokals in Berlin. Das fiel wegen der Corona-Pandemie aus. Nun liegen seine Hoffnungen auf der laufenden Bundesliga-Saison: Bis zur Unterbrechung hatte die DJK in fünf Spielen makellose 15 Punkte gesammelt.

Sebastian Draguhn

Mit knapp 36 Jahren führte der Ex-Weltmeister den HTC SW Neuss in der Halle zurück in die Erste Hockey-Bundesliga. Auch auf dem Feld steht er mit Schwarz-Weiß in der Aufstiegsrunde zum Oberhaus. Ob er 2021 noch einmal ins Geschehen eingreifen wird oder seine einmalige Karriere beendet, ist freilich noch nicht entschieden.

Max Hartung

Der Säbelfechter des TSV Bayer Dormagen löste im März kurz vor dem ersten Lockdown mit seinen Vereinskollegen Matyas Szabo und Benedikt Wagner das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio. Mit Szabo als Partner gründete er im November als Antwort auf die Corona-Lethargie zudem die „Demaskiert Liga“.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die Köpfe aus dem Sportjahr 2020 im Rhein-Kreis Neuss