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Die Gäste dominierten eindeutig: Spitzenreiter vom anderen Stern

Die Gäste dominierten eindeutig : Spitzenreiter vom anderen Stern

Von Volker Koch Eigentlich kommen sie nur aus dem Spreewald, die Ringer des 1. Luckenwalder SC. Doch in der Nordgruppe der Bundesliga, die sie ungeschlagen anführen, sind sie wie Wesen von einem anderen Stern. Am Freitag sind sie ab 20.30 Uhr in der Stadionhalle zu bewundern.

Von Volker Koch Eigentlich kommen sie nur aus dem Spreewald, die Ringer des 1. Luckenwalder SC. Doch in der Nordgruppe der Bundesliga, die sie ungeschlagen anführen, sind sie wie Wesen von einem anderen Stern. Am Freitag sind sie ab 20.30 Uhr in der Stadionhalle zu bewundern.

Damit erst gar keine Illusionen aufkommen: Eine Überraschung wie fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, als der KSK Konkordia Neuss den 1. Luckenwalder SC mit 13,5:12 bezwang, dürfte Freitag Abend ausgeschlossen sein. Zu eindeutig dominieren die Gäste, die sich ab 20.30 Uhr in der Stadionhalle an der Jahnstraße vorstellen, die Nordgruppe der Ringer-Bundesliga. Ungeschlagen ist der Spitzenreiter sowieso, Aber erst der 14,0:7.0-Erfolg über die RG Auerbach/Chemnitz gibt Auskunft darüber, wie sehr die Spreewälder die Liga beherrschen: Das war nämlich in der Hinrunde ihr knappstes Resultat. Alle anderen Gegner schickten die Schützlinge von Trainer Roland Gehrke mit einer zweistelligen Punktdifferenz nach Hause, darunter den langjährigen Titelrivalen AV Markneukirchen sogar mit einer 27:0-Abfuhr.

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So schlimm wird's Freitag Abend nicht kommen, davon ist Hermann J. Kahlenberg überzeugt: "Wenn's gut läuft, können wir sogar fünf Kämpfe gewinnen. Dann müssen wir allerdings aufpassen, dass wir die anderen nicht zu hoch verlieren", rechnet der KSK-Chef mit einem knapperen Ergebnis als dem 4:21,5 aus dem Hinkampf. Illusionen, die Gäste könnten Neuss vielleicht auf die leichte Schulter nehmen statt dessen Ringer auf selbige zu legen, gibt sich Kahlenberg nicht hin: "Die werden mit einer starken Formation kommen, die wollen doch auch Samstag in Witten gewinnen." Beim Tabellenzweiten sind die Luckenwalder nämlich 23 Stunden später zu Gast - der Kampf in Neuss wurde eigens vom vergangenen Wochenende auf Freitag verschoben, um so nur einmal in den Westen zu reisen zu müssen und Kosten zu sparen. Angesichts des Weltklasseaufgebots, das die Luckenwalder unter Vertrag haben, ein verständliches Ansinnen, beläuft sich der Saisonetat doch auf 400 000 Euro. "Da können wir mehr als zwei Kampfzeiten von bestreiten".

macht Kahlenberg die Unterschiede deutlich. Deshalb wurde in Luckenwalde das Profiteam aus dem gemeinnützigen Verein, der zu DDR-Zeiten als SG Dynamo Maß aller ringerischen Dinge war, ausgegliedert und in die Nelson Sport GmbH eingereiht, bei der die ausländischen Akteure inzwischen auch Verträge als freie Mitarbeiter haben. "Wir haben auf den Nachwuchs aus den eigenen Reihen gesetzt, mussten aber unsere sportlichen Grenzen in der Bundesliga erkennen. So holten wir uns Ringer aus anderen Ländern hierher", sagt GmbH-Geschäftsführer Fred Hempel, selbst Olympiasechster von 1976. Möglich macht das alles ein Aufsichtsrat unter Vorsitz von Dr. Reinhardt Töpel, Geschäftsführer der ReiCo Spedition in Nunsdorf, die zu den zehn größten Arbeitgebern in Brandenburg gehört. Der gibt das Ziel klar vor: "Wir wollen an die Spitze. Es ist unser Ziel, dass der 1. Luckenwalder SC das erste ostdeutsche Team sein soll, das im Ringen Deutscher Meister wird."

Kahlenberg weiß denn auch: "In der Südgruppe gibt es ein Hauen und Stechen, weil alle Erster werden und damit in der Play-off-Runde Luckenwalde aus dem Weg gehen wollen. Selbst Schifferstadt hat Angst vor denen." Wen die Gäste nun tatsächlich Freitag Abend auf die Matte schicken, lässt sich angesichts dieser Voraussetzungen nur erahnen. Mit dabei sind wohl der frühere Weltmeister Nicolai Paslar (74 kg Freistil) und die Vize-Weltmeister Marek Svec (96 kg) und Krassimir Kotchev (120 kg) sowie Europameister Anatoli Guidea (66 kg Freistil). An seiner Stelle könnte aber auch Olaf Bock ringen - und der ist Deutscher Vizemeister. "Nur damit die Leute mal eine Ahnung davon bekommen, wie stark Luckenwalde ist", sagt Kahlenberg.

Mit Stephan Spengler (DM-Vize in 60 kg), Sebastian Möser (DM-Achter in 60 kg) und Rene Zimmermann (DM-Neunter in 74 kg) stehen weitere deutsche Klasseringer im Aufgebot der Gäste, die in den Bundesligakämpfen die Kastanien aus dem Feier holen sollen, bevor dann in der Play-off-Runde weitere Weltklasse wie der zweifache Olympiasieger Hamza Yerlikaya, der zweifache Weltmeister Eldar Kurtanidze oder der Welt- und Europameister Alexej Gloushkov zum Einsatz kommen werden. "Vielleicht bringen die den einen oder anderen aber auch mit nach Neuss, weil sie am Samstag in Witten keinerlei Risiko eingehen wollen", macht sich Kahlenberg auf alles gefasst. Sein eigenes Team stellt sich hingegen quasi von alleine auf, zumal in der Klasse bis 60 Kilogramm sowohl Zsolt Bankuti als auch Afis Dhzawadov wegen Verletzung passen müssen.

(NGZ)