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Lokalsport: Spitzenreiter jagt VdS keine Angst ein

Lokalsport : Spitzenreiter jagt VdS keine Angst ein

SC Kapellen freut sich aufs Date mit der eigenen Vergangenheit. Jüchen/Garzweiler will beim FC Remscheid nachlegen.

Die Fußballer des VfL Jüchen/Garzweiler befinden sich in einer ungewohnten, aber zugleich sehr angenehmen Rolle: Mit 13 Punkten sind sie aktuell der stärkste Landesligist aus dem Rhein-Kreis. Diese Position will Coach Michele Fasanelli auch nach dem morgigen Spiel beim FC Remscheid (15 Uhr) innehaben: "Es ist eine schöne Momentaufnahme, durch die wir etwas Luft nach unten haben. So haben wir nicht in jedem Spiel den Druck, gewinnen zu müssen. Allerdings ist auch klar, dass wir nun nachlegen müssen." Kampf statt Technik Gegen den ehemaligen Zweitligisten setzt Jüchen erneut auf die Abteilung Attacke, muss jedoch auch in der Defensive die richtige Abstimmung finden. Denn in Aleksander Stanojevic befindet sich der bisher gefährlichste Stürmer der Liga in den Reihen Remscheids. In sechs der bislang sieben Partien netzte Stanojevic, der schon großen Anteil am Wiederaufstieg der Blau-Weißen hatte, ein. "Wir können Remscheid auf Distanz halten", glaubt Fasanelli, der ein Spiel erwartet, "in dem das Fußballerische nicht im Vordergrund stehen wird. Wenn wir dort den Kampf nicht annehmen, haben wir schon verloren. Allerdings glaube ich, dass wir etwas mitnehmen, wenn wir diszipliniert bleiben." Bei der Berufung seines 18er-Kaders bekommt der Coach so langsam die Qual der Wahl. Denn nun ist auch Vizekapitän Marc Weuffen aus dem Urlaub zurückgekehrt. Da es seine Vertreter aber bisher so stark gemacht haben, könnte er sich erst einmal auf der Bank wiederfinden. Nievenheim präsentiert sich als mutiger Aufsteiger Nach drei Niederlagen in Folge wäre es keine Überraschung, wenn die Stimmung beim VdS aktuell im Keller wäre. Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall, wie Co-Trainer Thomas Boldt vor der schweren Heimpartie gegen Union Nettetal betont: "Wir glauben an uns. Die Jungs haben richtig gut trainiert und wir sind optimistisch, dass unser Plan aufgeht. Wir wissen genau, wie sie zu knacken sind." Dies sind Töne, die erst einmal überraschend klingen, doch ein Blick in die vergangene Saison sorgt für Aufklärung: Damals reisten die Grün-Weißen am 28. Spieltag ebenfalls als Außenseiter nach Nettetal - und kehrten dank eines Viererpacks von Kevin Scholz mit drei Punkten zurück nach Dormagen. Allerdings haben sich die Vorzeichen etwas geändert. War es damals noch ein Duell zweier Mannschaften aus dem Mittelfeld, grüßt der immer noch ungeschlagene SC nun von der Tabellenspitze und hat mit 22 Treffern die gefährlichste Offensive der Liga vorzuweisen. Trotzdem zeigt sich Boldt mutig: "Nettetal hat momentan einen Lauf. Wir müssen an unsere Grenzen gehen, werden vor einem Heimspiel aber niemals ein Remis unterschreiben. Gegen Meerbusch haben wir vergangene Woche sehr gut gestanden und gezeigt, wie es gehen kann. Nun wollen wir die drei Punkte in Nievenheim behalten." Zwei Ex-Kapellener trumpfen groß auf Oliver Seibert, Coach des SC Kapellen, hatte vor der Partie gegen den 1. FC Mönchengladbach nur lobende Worte für den Kontrahenten übrig: "Da kommt eine Top-Mannschaft zu uns. Ich hatte sie schon vor der Saison als Geheimfavoriten auf der Rechnung. Sie sind gut besetzt, frech, aggressiv und haben ein starkes Umschaltspiel." Genau diese Art und Weise, die Partien anzugehen, führte den 1. FC auf Rang drei. Nach sieben Spieltagen, sind die Blau-Gelben immer noch ungeschlagen. Einen großen Anteil daran haben auch zwei Ex-Kapellener: Im Sturm sorgt Oguz Ayan für Furore. Der 22-jährige, der in der vergangenen Saison beim SCK eher glücklos agierte (ein Tor in 20 Einsätzen), netzte für Mönchengladbach bereits sieben Mal ein und bildet gemeinsam mit Kwadwo Atta-Yeboah und David Godlevski ein brandgefährliches Offensivtrio. In der Defensive hat sich Marcel Lüft sofort zum Stammspieler und Stabilisator aufgespielt. "Dass Oguz so gut trifft, freut mich für ihn. Und auch Atta-Yeboah ist toll. Mit ihm bin ich damals gemeinsam von Kaarst nach Kapellen gegangen. Uns verbindet eine Freundschaft. Wenn ich gewusst hätte, dass er noch einmal angreifen will, hätte ich ihn mir auch gerne in den Kader geholt", so Seibert.

Trotz aller Vorschusslorbeeren, muss sich Kapellen gegen den 1. FC sicherlich nicht verstecken. Die Mannschaft befindet sich in einem Lernprozess, muss sie doch mit einer ungewohnten Rolle umgehen. Dies sieht auch Seibert so: "Wir müssen unsere eigenen Fehler minimieren, da sind wir hinterher. Wir haben eine so entwicklungsfähige Mannschaft, dass ich überzeugt bin, dass dies klappt. Dennoch müssen wir uns darauf einstellen, dass die Teams gegen uns tiefer drinstehen und auf Konter spielen."

(prad)