Special Olympics NRW sorgten im Rhein-Kreis für bleibende Eindrücke.

Landesspiele für Menschen mit geistiger Behinderung : „High five“ für die Special Olympics in Hamm

Die Landesspiele für Menschen mit geistiger Behinderung sorgten bei den 57 Athleten aus dem Rhein-Kreis für bleibende Eindrücke.

Die 57 Athleten aus dem Rhein-Kreis kehren von den Landesspielen von Special Olympics, die in der vergangenen Woche in Hamm stattfanden, nicht nur mit zahlreichen Medaillen im Gepäck zurück, sondern auch mit vielen unvergesslichen Erlebnissen. Die NRW-Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung hatten wie auch schon vor zwei Jahren in Neuss einiges zu bieten – sportlich wie atmosphärisch.

Dabei waren die Spiele vor einer Woche turbulent gestartet: Die gemeinsame Eröffnungsfeier der Special Olympics und des zeitgleich stattfindenden NRW-Landesturnfestes, die vor der Pauluskirche in der Hammer Innenstadt unter freiem Himmel stattfand, musste wegen eines Unwetters vorzeitig abgebrochen werden. Zu dem Zeitpunkt hatten sich viele der Sportler bereits vor dem Regen ins Trockene geflüchtet. Zum Glück war zu dem Zeitpunkt der Einmarsch der Delegationen bereits reibungslos über die Bühne gegangen. Für Tennisspieler Sebastian Becker von Grün-Weiß Neuss war der Einmarsch ein „unvergessliches Erlebnis. Wir wurden von einer Musikkapelle begleitet. Das war ein sehr schönes Gefühl.“

Von den anfänglichen Schwierigkeiten ließen sich die Neusser Athleten ohnehin nicht beirren und mischten in gewohnter Manier fleißig mit im Kampf um die Medaillen. Ein besonderes Kunststück vollbrachte das Ehepaar Steffi und Helge Stockmann von den Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN): Nachdem sie im Tischtennis-Doppelwettbewerb in den Klassifizierungsrunden, durch die die Sportler in homogene Leistungsgruppen eingeteilt wurden, ungeschlagen geblieben waren und damit der stärksten Leistungsgruppe zugeteilt wurden, hielt ihre Siegesserie bis zum Finale an. Obwohl sie sich dort denkbar knapp im Entscheidungssatz geschlagen geben mussten, waren die beiden Neusser mit Silber mehr als zufrieden. „Von Bronze haben wir geträumt, jetzt ist es Silber geworden. Das ist einfach toll“, sagte Helge Stockmann, der in Hamm zum ersten Mal gemeinsam mit seiner Frau im Doppel antrat. Die Ambitionen wurden durch die Spiele nicht gemindert. „Das nächste Mal gibt es Gold“, so Stockmann selbstbewusst.

Auch die Tennisspieler waren bei den Spielen erfolgreich: Tim Jaeschke von Grün-Weiß Neuss ist einer der Sportler aus der Quirinusstadt, die sich ab sofort NRW-Landesmeister nennen dürfen. „Es ist super gelaufen”, sagte der Goldmedaillengewinner. Doppelpartner Patrick Haberland, mit dem Jaeschke in Hamm Silber gewann, ergänzte: „Das Niveau war sehr hoch, fast so hoch wie bei den Weltspielen in Abu Dhabi.“

Doch auch für die etwas schwächeren Tennisspieler war bei den Landesspielen in Hamm gesorgt – ganz im Sinne des Grundgedankens von Special Olympics: „Ich will gewinnen. Doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben.“

„Drei unsere Sportler haben beim Skill-Test mitgemacht“, sagte Peter Pauwels, Delegationsleiter der Leben und Wohnen gGmbH (ehemals Lebenshilfe Rhein-Kreis Neuss). Dabei mussten die Athleten verschiedene Aufgaben bewältigen, ob Volleyschläge am Netz, Aufschläge oder Schläge von der Grundlinie. „Die Sportler waren mit viel Spaß bei der Sache“, so Pauwels. Mücahit Güze von der Schule am Nordpark und sein Betreuer Tim Burmester nahmen in Hamm zum ersten Mal an NRW-weiten Spielen teil und traten als Unified-Gespann im Boccia an. Dabei ließen sie fast die gesamte Konkurrenz hinter sich und spielten sich mit klasse Leistungen ins Finale. „Ein tolles Erlebnis. Die Zuschauer standen um uns herum und haben uns angefeuert“, sagte Burmester. Dass es am Ende „nur“ zu Silber reichte, tat der Freude keinen Abbruch. Das war vor allem dem freudestrahlenden Güze anzumerken. Bei allen Erfolgen steht bei den Special Olympics stets der olympische Gedanke im Vordergrund.

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